Ökumenisches Heiligenlexikon

Maruthas von Maiferkat

auch: Maruph, Marus, Marouta, Maruna, Mari

Gedenktag katholisch: 16. Februar
4.Dezember

Gedenktag orthodox: 16. Februar

Gedenktag armenisch: 16. Februar, 1. Juni

Gedenktag koptisch: 16. Februar

Gedenktag äthiopisch-orthodox: 16. Februar

Gedenktag syrisch-orthodox: 16. Februar, 17. Februar, 3. Oktober

Name bedeutet: ?

Bischof von Maiferkat
* um 365
420 (?) in Maiferkat, heute Silvan in der Türkei


Der Arzt Maruthas wurde Bischof von Maiferkat in Groß-Armenien; die Stadt Maiferkat ist auch bekannt unter den Namen Tagrith - armenisch: Tigranakert - oder Martyropolis.

Buchmalerei, aus dem Menologium von Kaiser Basileios II., um 1000, in der Vatikanischen Bibliothek in Rom
Buchmalerei, aus dem MenologiumDas Menologium ist ein in Byzanz im 11. Jahrhundert zu Ehren des Kaisers entstandenes Heiligenverzeichnis. von Kaiser Basileios II., um 1000, in der Vatikanischen Bibliothek in Rom

Maruthas verfasste Hymnen, die in die der Überlieferung zufolge vom Apostel Addai / Thaddäus gestaltete traditionelle Liturgie der seligen Apostel aufgenommen wurden. 1 Maruthas beschrieb auch das Martyrium der Christen unter dem persischen König Schapur II., der ab etwa 338 bis zum Ende seiner Regierungszeit 379 die Christen in seinem Herrschaftsgebiet, das zeitweilig bis nach Armenien reichte, hatte blutig verfolgen lassen. Johannes „Chrysostomus” wandte sich mit Briefen an Maruthas in der Hoffnung, dass die bedrängten Christen Hilfe durch ihn Hilfe erhalten. 381 nahm Maruthas am 1. Konzile von Konstantinopel teil und 383 an einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Antiochia - dem heutigen Antakya / Hatay. Der byzantinische Kaiser Arcadius sandte ihn 399 aus, um der Krönung des persischen Großkönigs Yazdegerd I. teilzunehmen; bei weiteren Begegnungen gelang es Maruthas, Yazdegerd so für Toleranz gegenüber den Christen zu gewinnen, dass er ihn schließlich sogar einen Freund Gottes nannte; er hatte ihn - oder seine Tochter - der Überlieferung zufolge durch sein Gebet von einer Krankheit geheilt, von welcher ihn die persischen Magier nicht hatten befreien können; als diese Maruthas durch einen plumpen Betrug beiseite schaffen wollten, entdeckte das der König und der Bischof stieg noch mehr in seiner Achtung. Maruthas erhielt die Erlaubnis, Kirchen zu bauen, und konnte in Seleukia-Ktesiphon - den heutigen Ruinen bei Bagdad - sogar zwei Synoden abhalten, eine gegen den Arianismus und eine für die Aufrechthaltung der Disziplin des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.. Er gilt deshalb als Wiederhersteller der Kirche in Persien.

Maruthas ließ 410 für die unter Schapur II. getöteten Märtyrer - nach der armenischen Überlieferung 280.000 Menschen - in Maiferkat eine Basilika erbauen, in die er deren Reliquien bringen ließ; die Stadt erhielt deshalb dann den Namen Martyropolis. Maruthas verfasste auch einen Kommentar zum Matthäus-Evangelium und wohl auch eine Geschichte und Übersetzung der Beschlüsse des 1. Konzils von Nicäa. Erhalten sind eine Schrift über Irrlehren, Teile eines Hochgebetes sowie eine Predigt. Maruthas sei sehr hochbetagt gestorben.

Um die Zeit der persischen und arabischen Kriegszüge, also im frühen 5. oder im frühen 8. Jahrhundert, wurden Maruthas Gebeine in ein Kloster syrischer Mönche in der Sketische Wüste gebracht.

1 Die in der Assyrische Kirche des Ostens und der Syrischen Kirche von Malabar verwendete Liturgie der seligen Apostel, verfasst vom heiligen Addai und vom heiligen Mari, den orientalischen Lehrern versteht Mari als Schüler von Addai, nicht als den viel späteren Maruthas von Maiferkat.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.02.2022

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://en.wikipedia.org/wiki/Maruthas_of_Martyropolis

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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