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Ökumenisches Heiligenlexikon

Menas von Ägypten

auch: Mina, Amin

Gedenktag katholisch: 11. November
Gedächtnis IV. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die IV. Klasse einem nichtgebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Trifft ein Fest IV. Klasse auf den selben Tag wie ein Fest III. Klasse, dann kann das Fest IV. Klasse nie gefeiert, sondern immer nur kommemoriert werden. Um ein solches „nichtfeierbares” Fest IV. Klasse zu kennzeichnen, bezeichnen wir es nicht als „Gedenktag”, sondern als „Gedächtnis” IV. Klasse.

Weihe der Kirche in Marjur: 9. Juni

Gedenktag orthodox: 11. November

Gedenktag armenisch: 11. November
liturgische Feier am 9. Montag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Auffindung der Gebeine: 17. Februar

Gedenktag koptisch: 11. November
Weihe seiner Kirche in Maryut / Mareotis und Erscheinung seines Körpers: 9. Juni

Gedenktag syrisch-orthodox: 9. Juni, 11. November

Name bedeutet: ?

Einsiedler (?), Märtyrer
* in Ägypten (?)
† 295 (?) in Kotyaion in Phrygien, heute Kütahya in der Türkei oder: in Ägypten


Koptische Ikone
Koptische Ikone

Die Legende berichtet von Menas, dass er in Ägypten Soldat war, sich dann aber als Einsiedler in die Wüste zurückgezogen hat. In der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian sei er gefangen genommen, gefoltert und enthauptet worden.

Andere Überlieferungen kennen Menas als Märtyrer in Kotyaion in Phrygien; von hier seien die Reliquien unter großen Gefahren - so bedrohte ein langhalsiges Seeungeheuer das Schiff bei der Überfahrt - nach Ägypten gebracht worden und an der Stelle bestattet worden, wo die seine Gebeine tragenden Kamele stehen bleiben.

An Menas' Grab an einer als heilig verehrten Quelle ereigneten sich zahlreiche wundersame Ereignisse, tausende Pilger suchten es auf, so entstand bis Ende des 4. Jahrhunderts die Stadt Abu Mena. Im 5./6. Jahrhundert war sie der bedeutendste Wallfahrtsort der Ostkirche - bis zur Zerstörung durch die Perser im frühen 7. Jahrhundert. Nach der Eroberung des Landes durch die Araber um das Jahr 640 fiel die Pilgerstätte unter die Obhut der Koptischen Kirche, die sie bis zum Mittelalter weiter unterhielt. 1905 wurde sie von dem deutschen Archäologen und Theologen Carl Maria Kaufmann wieder gefunden, nachdem ihm ein Beduinenjunge eine Ampulle mit der Darstellung des heiligen Menas zwischen zwei Kamelen gebracht hatte, die ihn auf die richtige Spur brachte. Bis heute ist Menas der volkstümlichste Heilige in Ägypten. Der Ort seines Grabes wird heute das Lourdes des frühen Christentums genannt. Berichtet wird auch eine Überführung seiner Gebeine nach Kairo.

Ampulle mit Menas-Abbildung, die die Pilger einst – gefüllt mit Weihwasser oder Öl – als Souvenir mit in die Heimat nahmen, wohl in Abu Mena geformt, Mitte des 5. bis Mitte des 7. Jahrhunderts, Metropolitan Museum of Art in New York
Ampulle mit Menas-Abbildung, die die Pilger einst – gefüllt mit Weihwasser oder Öl – als Souvenir mit in die Heimat nahmen, wohl in Abu Mena geformt, Mitte des 5. bis Mitte des 7. Jahrhunderts, Metropolitan Museum of Art in New York

Das Martyrium in Kotyaion berichtet eine griechische Leidensgeschichte, die die Kopie einer Rede von Basilius dem Großen über den Märtyrer Gordius ist. Insgesamt gibt es eine Vielzahl von Lebens- und Leidensgeschichten, Berichten über die Reliquienübertragungen und - wiederauffindung sowie Wunderberichte in verschiedenen Sprachen; ihre Differenzen machen die Identifizierung einer historischen Person unmöglich.

Patron der Kaufleute; in schweren Nöten und Anliegen; zur Wiedererlangung verlorener Sachen

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Weitere Fotos und Eindrücke aus Kütahya gibt es in unserem Blog Welt bereisen.

Das Archäologischen Museum in Kütahya ist jeden Tag von 8.15 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 2 €. (2013)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.06.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• dtv-Lexikon, Bd. 12, Mänchen 1980
• http://www.sulinet.hu/tovabbtan/felveteli/2001/8het/muvtori/muvtori8.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998
• https://www.pressreader.com/germany/graenzbote/20180621/282016148049039

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.