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Ökumenisches Heiligenlexikon

Rosa Venerini

Gedenktag katholisch: 7. Mai

Name bedeutet: die Rose (latein.)

Ordensgründerin
* 9. Februar 1656 in Viterbo in Italien
† 7. Mai 1728 in Rom


Rosa Venerini gründete in Viterbo unter der Aufsicht der Jesuiten die erste öffentlich Schule für Mädchen, die Scuola pia, die fromme Schule. 1685 gründete sie die Kongregation der Maestre Pie Venerini, auch Jesuitinnen genannt, zur Erziehung von Mädchen. Der Orden breitete sich rasch aus. Die Niederlassungen und Schulen im Bistum Montefiascone wurden später von Lucia Filippini übernommen. Bei Rosas Tod umfasste ihr Institut 40 Einrichtungen.

Bronzerelief am Kolleg S. Giovanni der „Maestre Pie Venerini” in Viterbo
Bronzerelief am Kolleg S. Giovanni der Maestre Pie Venerini in Viterbo

Rosa Venerini wurde in der Jesuitenkirche Il Gesù in Rom beigesetzt; nach der Seligsprechung wurden ihre Gebeine ins Generalat der Maestre Pie Venerini in Rom überführt.

Kanonisation: Rosa Venerini wurde am 4. Mai 1952 durch Papst Pius XII. seliggesprochen; die Heiligsprechung erfolgte am 15. Oktober 2006 durch Papst Benedikt XVI.

Worte der Heiligen

In ihrem zweiten und letzten Testament vom 27. Januar 1728 ermahnt Rosa ihre Mitschwestern zur Treue in ihrer Berufung. Darin steht zu lesen:

Ich habe nichts an zeitlichen Gütern, die ich hinterlassen könnte, da ich mich ihrer tatsächlich entledigt habe, seit mich mein Gott in diesen Stand der Frommen Meisterin berufen hat, in dem ich mich befinde. Daher wende ich mich aus ganzer Seele an euch, meine geliebten Töchter und Schwestern, die ihr mir geholfen habt, die Ehre Gottes auszubreiten im Dienst der Frommen Schulen für Mädchen; denn unser Herrgott hat mir die Gnade geschenkt, sie in vielen Ländern einzuführen, wobei er sich meiner bediente, so wie er sich der Eselsbacke in der Hand Samsons bediente (vgl. Richterbuch 15, 16).
An erster Stelle segne ich euch alle mit diesem Schreiben, da ich euch alle mitten in meinem Herzen trage, mit der Stimme kann ich es nicht mehr, so drücke ich alle Empfindungen meiner Seele bei euch aus.
Ach, wenn ihr allzeit von Gott beschützt sein wollt, dann entsprecht der Berufung, die er euch gegeben hat. Besiegt euren Eigenwillen und euer natürliches Widerstreben, indem ihr beständig eure Regeln einhaltet; denn aus Erfahrung habe ich gesehen, dass sie nur allzu nötig sind in dem zerstreuenden und gefährlichen Beruf, den ihr ausübt. Lasst an keinem Tag das Gebet im Geist aus, denn es ist die Nahrung der Seele, um euch für das Tagewerk zu bewahren.
Meidet den Kontakt mit Männern, die ihr auf keinen Fall ins Haus aufnehmen dürft, weder zum Schlafen noch zum Essen. Sollte man den einen oder anderen einlassen, dann nur aus purer Notwendigkeit und dann immer an einem Ort, wo viele Schwestern beisammen sind. Ich bitte euch: So wie eure körperliche Kleidung bei allen dieselbe sein soll, nämlich schwarz und ordentlich, so soll auch das Ziel eurer Arbeit bei allen immer dasselbe sein, das heißt, ihr sollt mit aller Sorgfalt auf euer eigenes Heil achten und gemeinsam zusammen auf das Heil der Nächsten, indem ihr alle Liebe und Geduld aufwendet bei der Unterrichtung der Mädchen mittels der Handarbeiten, der Grundsätze des heiligen Glaubens, der christlichen Lehre und der guten Sitten.
Dabei sollt ihr die ärmeren und die weniger gebildeten Mädchen gleich wie die anderen unterrichten, ja vielmehr jene mit größerer Liebe als die anderen. So wie ihr aus Gründen der Ehrenhaftigkeit nicht allein aus dem Hause gehen sollt, so herrsche im Haus in euch allen eine wechselseitige Liebe, indem ihr euch alle wie Schwestern liebt und indem ihr einander bei der Arbeit dient, wenn es die Notwendigkeit mit sich bringt.

Quelle: Sira Serenella Macchietti: Rosa Venerini all' origine della scuola popolare femminile. L' azione educativa del suo Istituto dal 1685 ad oggi. Livorno 1986, S. 172; eigene Übersetzung

Zitat von von Rosa Venerini:

Bei der Frömmigkeit der Lehrerinnen, die sich im Weinberg des Herrn abmühen werden, mit dem einzigen Ziel, die Jugend auf den Pfad des christlichen Lebens zu führen, indem sie sie die einfachen Grundlagen unseres heiligen Glaubens lehren und sie auch an die Handarbeiten gewöhnen und sie so dem Müßiggang entgehen, vertraue ich darauf, dass auch die armen Mädchen ihre entstandenen Bedürfnisse erfüllen können; und dass die, welche kleine Kinder haben werden, aufgrund ihrer eigenen guten Erziehung auch diese zur heiligen Gottesfurcht erziehen können, und dass so die schuldhafte Unwissenheit gänzlich beseitigt wird und alle genügend Kenntnisse ihres Schöpfers und Erlösers haben. Ich vertraue, so sage ich, dass bei einem solchen Werk der Frömmigkeit auch die, die sie betätigen, nicht der notwendigen Hilfen entbehren werden, nicht nur, was die Schule betrifft, die ich hinterlasse, sondern auch die anderen Schulen, die noch eröffnet werden, so viele ihrer nötig sein werden, und sie so Grund haben, unserem allergütigsten Herrn Jesus überaus dankbar zu sein.

Quelle: Sira Serenella Macchietti: Rosa Venerini all' origine della scuola popolare femminile. L' azione educativa del suo Istituto dal 1685 ad oggi. Livorno 1986, S. 170; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.10.2019

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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