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Ökumenisches Heiligenlexikon

Sebaldus von Nürnberg

Gedenktag katholisch: 19. August
Fest in der Stadt Nürnberg
gebotener Gedenktag im übrigen Bistum Bamberg
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Eichstätt
Präsentation der Reliquien in Nürnberg: 30. April

Name bedeutet: der kühne Sieger (althochdt. - latein.)

Einsiedler, Glaubensbote in Franken
* in Dänemark (?)
† vor 1072 bei Nürnberg in Bayern


Nach manchen Überlieferungen lebte Sebaldus schon im 8. Jahrhundert an der Stelle des Ortes Poppenreuth - heute ein Stadtteil von Fürth bei Nürnberg. Er lebte wohl tatsächlich als Geistlicher und Einsiedler im Reichswald - heute innerhalb des Stadtgebiets von Nürnberg.

Legenden nennen Sebaldus einen dänischen Königssohn, der seine Verlobung mit einer französischen Prinzessin löste, um als Einsiedler zu leben. Nach 15 Jahren in der Wildnis in der Gegend um Nürnberg unternahm er demnach zusammen mit seinem Schüler Dionysius barfuß eine Wallfahrt nach Rom. Er überquerte dabei auf seinem Mantel segelnd - wie später Raimund von Peñafort - einen reißenden Fluss - die Donau - und half einem armen Bauern bei der Suche nach seinen verloren gegangenen Ochsen, indem er seine Finger wie Lampen leuchten ließ. Auf der Rückkehr von dieser Pilgerfahrt habe er durch eine wunderbare Brotspeisung, die ihm ein Engel darreichte, Willibald und Wunibald gerettet und sie aus einem Weinfass getränkt, das sich auf wundersame Weise immer wieder füllte. In Rom vom Papst beauftragt, als Glaubensbote zu wirken, hielt Sebaldus demnach bei Vicenza eine Predigt, bei der ein lästernder Ketzer in einem Erdspalt versank, aber von ihm gerettet wurde. Einen Mann, der ihm gegen das Verbot der Heiden einen Fisch brachte und deshalb von den Heiden geblendet wurde, heilte er. Ein Feuer entzündete er mit einem brennenden Eiszapfen, was einen geizigen Wagner von seiner Habsucht befreit habe.

Nach Sebaldus' Tod spannten sich Ochsen selbst vor den Wagen, um seinen Leichnam an die Stelle zu bringen, wo sein Grab sein sollte; hier steht heute die Kirche St. Peter und Paul im Fürther Stadtteil Poppenreuth; dies war bis ins 13. Jahrhundert die Mutterpfarrei von St. Sebald in Nürnberg.

Sebaldus' Verehrung ist seit 1072 belegt, nachdem sich die Kunde von Krankenheilungen an seinem Grab ausbreitete. Es ereigneten sich viele Wunder: Blinde wurden sehend, Sündern wurde vergeben; dereinst benützte Sebaldus seine Skeletthand, um einem lästernden Soldaten eine ordentliche Maulschelle zu verpassen. Sebaldus' Kopf brachte man zu erkrankten schwangeren Frauen, er wurde angerufen von Pilgern zum Schutz vor gefährlichen Räuberbanden auf ihrem Weg nach Rom und von sturmgeplagten Seefahrern, damit er die tobenden Winde besänftige.

1361 bis 1372 wurde die nach Sebaldus benannte Kirche in Nürnberg errichtet. Der Rat der Stadt förderte zielstrebig seine Verehrung als Stadtpatron und Symbol des Selbstverständnisses der Stadt. Peter Vischer, berühmter Nürnberger Erzgießer der Spätgotik, fertigte 1508 - 1519 das Bronzegehäuse für den Sarg des Sebaldus nach einem Entwurf von Adam Kraft. Das Hindurchschlüpfen unter dem Sarg heile Gebrechen; Sebaldus' Kopf brachte man zu erkrankten schwangeren Frauen.

Statue an der Westfassade der Sebalduskirche in Nürnberg
Statue an der Westfassade der Sebalduskirche in Nürnberg

Kanonisation: Papst Martin V. sprach Sebaldus am 26. März 1425 nach zähen Verhandlungen auf Wunsch des Nürnberger Stadtrates heilig.
Attribute: Stab, Rosenkranz, Muschel
Patron von Nürnberg; des Viehs; gegen Kälte
Bauernregel: Regnet es an St. Sebald / naht die teure Zeit sehr bald.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 16.02.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (Hg.): Heilige in Nordeuropa. Paderborn 2000
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger.
• Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000
• http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=988702&kat=317