Ökumenisches Heiligenlexikon

Theodor von Marseille

französischer Name: Theodore

1 Gedenktag katholisch: 2. Januar

Name bedeutet: Gottes Geschenk (griech.)

Bischof von Marseille
um 594 (?) in Marseille in Frankreich


Kathedrale Ste-Marie-Majeure in Marseille, bis 1893 erbaut an der Stelle der Kirche, die schon vom 5. bis 7. Jahrhundert und 977 bis um 1060 Kathedrale war
Kathedrale Ste-Marie-Majeure in Marseille, bis 1893 erbaut an der Stelle der Kirche, die schon vom 5. bis 7. Jahrhundert und 977 bis um 1060 Kathedrale war

Theodor wurde 582 Bischof von Marseille - Kathedrale war dort vom 5. bis 7. Jahrhundert und 977 bis um 1060 eine Kirche, die an der Stelle der heutigen Kathedrale Sainte-Marie-Majeure stand. Theodor wurde in die Auseinandersetzungen des Adels mit König Childebert II. um die Herrschaft in Austrasien verwickelt: Als beim Adelsaufstand gegen den mit Ostrom verbündeten König im Jahr 585 Gondovald, der sich Sohn von König Chlothar I. nannte, aus Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - nach Marseille kam, gab Theodor ihm Pferde, um sich Mummolus anzuschließen, der im Militärdienst von König Childebert stand. Gontran Boson, der Herzog der Auvergne, wollte diese Unterstützung für Childebert verhindern; er warf Theodor vor, Austrasien der Herrschaft des Kaisers in Konstantinopel preiszugeben; im Hintergrund steht die Tatsache, dass Childebert II. im Auftrag des oströmischen Kaisers Feldzüge gegen die Langobarden in der Lombardei unternahm und dafür vom Kaiser bezahlt wurde, was seine Herrschaft stützte und deshalb dem Adel missfiel. Gontran lud Theodor deshalb - der Überlieferung zufolge zusammen mit Bischof Epiphanius von Fréjus 1, erst vor sich und dann 585 unter Zwang vor die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Mâcon; diese sollte Theodor nach Gontrans Willen zum Exil verurteilen, was die Synode aber verweigerte; Theodor konnte nach Marseille zurückkehren.

591 schrieb Papst Gregor „der Große” Theodor einen Brief und forderte ihn auf dafür zu sorgen, dass seine Mitarbeiter Juden nicht mehr unter Anwendung von Gewalt taufen; stattdessen solle man die Juden durch die freudige Botschaf des Evangeliums überzeugen.

Theodors Gebeine werden in der seit 1802 ihm geweihten Kirche St-Théodore in Marseille verehrt.

1 In der Literatur wird an dieser Stelle oft Epiphanius von Pavia genannt, der demnach vor den Langobarden aus der Lombardei geflohen war und desselben Vergehens beschuldigt wurde; das ist falsch, er lebte ein Jahrhundert vorher.

Die Kathedrale Sainte-Marie-Majeure in Marseille ist täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr - von November bis März nuur bis 17.30 Uhr - geöffnet. (2024)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.05.2024

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Th%C3%A9odore_de_Marseille - abgerufen am 18.07.2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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