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Ökumenisches Heiligenlexikon

Epiphanius von Pavia

italienischer Name: Epifanio

Gedenktag katholisch: 21. Januar
im Dom in Hildesheim: 22. Januar
auch: 30. August

Name bedeutet: der Erscheinende (griech.)

Bischof von Pavia
* 438/439 in Ticinum, heute Pavia in Italien
† 21. Januar 496 daselbst


Epiphanius wurde an der Schule der Kathedrale von Pavia ausgebildet. Er wurde 457 Subdiakon, 459 Diakon und Verwalter des Kirchenvermögens unter Bischof Crispinus I., der ihn zu seinem Nachfolger bestimmte; 466 wurde er in einer Krisenzeit unter dem Jubel der Bevölkerung, die ihn schätzte ob seiner Wertschätzung der Bibel, seiner Sorge für die Menschen und seines aketischen Lebensstils, zum Bischof seiner Heimatstad gewählt. Epiphanius war mehrfach als Friedensvermittler tätig: Als der Oberfeldherr des weströmischen Reichs, Ricimer, in Mailand zum Feldzug gegen seinen Schwiegervater, Kaiser Anthemius, rüstete, ging Epiphanius 467 und 472 nach Rom und führte erfolgreich Friedensverhandlungen. Der vorletzte weströmische Kaiser, Julius Nepos, sandte ihn 474 nach Toulouse zu Westgotenkönig Eurich, den er von Feindseligkeiten gegen das weströmische Reich abhalten konnte. Nach der Einnahme Pavias durch Odoaker, den weströmischer Offizier germanischer Herkunft, im Jahr 476 baute Epiphanius die Stadt wieder auf und erlangte für die Stadt einen Steuererlass für die Dauer von fünf Jahren. Ostgotenkönig Theoderich der Große sandte Epiphanius 494 nach Lyon zu Gundobald, dem König von Burgund, wo er die Freilassung von 6000 Gefangenen erreichte. 495 reiste er zu Theoderich nach Ravenna, um eine Milderung der Lasten seiner Landsleute zu erwirken.

Auf dieser Reise nach Ravenna erkältete sich Epiphanius, an dieser Erkrankung starb er nach seiner Rückkehr. Schon zu Lebzeiten stand er im Ruf der Heiligkeit.

Die Lebensgeschichte von Epiphanus verfasste sein Nachfolger Ennodius. Epiphanius' Reliquien wurden 962 von Bischof Otwin und dem Priester Thangward heimlich entwendet, nach Hildesheim gebracht und 963 im dortigen Dom ausgestellt. Sie ruhen heute in einem kostbaren Schrein aus dem 12. Jahrhundert unter dem Hauptaltar des Domes.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 26.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000