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Ökumenisches Heiligenlexikon

Walderich von Murrhardt

auch: Walterich

Gedenktag katholisch: 29. November

Name bedeutet: Der reiche Gebieter (althochdt.)

erster Abt in Murrhardt
* in Deutschland
† an einem 29. November um 840 in Murrhardt in Baden-Württemberg


Silbermünze mit dem Bild Walderichs aus der Zeit der Salier, gefunden in Murrhardt
Silbermünze mit dem Bild Walderichs aus der Zeit der Salier, gefunden in Murrhardt

Walderich stammte aus fränkischem Hochadel, manche Forscher sehen ihn als illegitimen Sohn von Kaiser Karl dem Großen und somit als Halbbruder des späteren Kaisers Ludwig dem Frommen. Er wurde Benediktiner und lebte zunächst als Einsiedler. 794 bis 796 war er Abt in Neustadt am Main und sollte wohl Bischof von Verden an der Aller werden, wurde dann aber noch unter Kaiser Karl dem Großen um 796 - oder um 816 unter Kaiser Ludwig dem Frommen - erster Abt des von Karl 788 gegründeten Klosters in Murrhardt. Er spielte unter der Herrschaft Kaiser Ludwigs eine wichtige Rolle als Teilnehmer an kaiserlichen Gesandtschaften und Reichsversammlungen, sei auch Ludwigs Beichtvater gewesen. Gerühmt werden Walderichs wundersame Kräfte und viele Krankenheilungen.

Walderich wurde in der Marienkirche in Murrhardt bestattet; auf diesem Hügel hatten schon die Römer ein dem Gott Mithras geweihtes Heiligtum errichtet. Um 1225 ließ Kaiser Friedrich II. an die Klosterkirche in der Stadt eine neue, Walterich geweihte Kapelle anbauen. In jener Zeit waren Walderichs Gebeine in der Marienkirche aufgefunden worden. Im Rahmen der Reformation wurde 1534 die Kirche auf dem Hügel - da St. Maria zu katholisch klang, in Walterichskirche umbenannt und als Friedhofskirche weiter genutzt. 1612 zerschlug man die wundertätige Grabplatte und verwendete die Teile zu einem Opferstock, der neben dem Haupteingang der Walterichskirche in die Wand eingemauert ist; der alte Wunderglaube sprang auf den neuen Opferstock über. 1801 ließ der damalige evangelische Prälat die Bruchstücke der Grabplatte entfernen und das Grab verdecken, um die katholische Wallfahrt zu beenden. Die seit der Reformation evangelische Karfreitagswallfahrt bestand bis in die 1950er-Jahre. Um den Leidensweg Christi nachzuempfinden, erklommen die Menschen auf Knien rutschend den Kirchenhügel über die Büßertreppe; sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts entfernt.

Kanonisation: Klostervogt Graf Berthold von Wolfsölden betrieb Walderichs Seligsprechung, die 1226 erfolgte; der Überlieferung nach fand die Heiligsprechung - die es tatsächlich nicht gab - am Karfreitag 1228 statt.
Patron der Gelähmten, Gebrechlichen und Geisteskranken





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.08.2016

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Christian Schweizer vom Carl-Schweizer-Museum Murrhardt, E-Mail vom 9. November 2004
• Klaus Weyer aus Neustadt am Main, E-Mail vom 12. Dezember 2004
• flickr.com/photos/kweinland/3967486875
• Günter Henschel: Rundgang durch das historische Murrhardt. Murrhardt o.J. (1985)
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIII, Herzberg 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.