Ökumenisches Heiligenlexikon

Willigis von Mainz

auch: Wilgisus

Gedenktag katholisch: 23. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Mainz

Name bedeutet: der Sproß des Willens (germanisch - althochdt.)

Erzbischof von Mainz
* in Sachsen
23. Februar 1011 in Mainz in Rheinland-Pfalz


Willigis wurde KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. am Hof von Kaiser Otto I., 971 Reichskanzler und im Jahr 975 unter Otto II. Erzbischof von Mainz; die Bischofskirche stand damals an der Stelle der - heute evangelischen - Kirche St. Johannis. Papst Benedikt VII. verlieh ihm den Titel eines päpstlichen Vikars, vergleichbar mit der Funktion eines Erzbischofs, den anderen Bischöfen bis hin nach Prag übergeordnet und ausdrücklich mit dem Recht ausgestattet, Könige zu weihen und SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. einzuberufen. Damit war die Spitzenstellung der Bischöfe von Mainz im Frankenreich gesichert. Sein Ehrentitel Vater des Kaisers und des Reiches signalisiert seine Stellung.

Otto Linnemann: Willigis krönt Heinrich II. und Kunigunde, Glasfenster, um 1920, im Dom in Fritzlar
Otto Linnemann: Willigis krönt Heinrich II. und Kunigunde, Glasfenster, um 1920, im Dom in Fritzlar

983 salbte Willigis Otto III. in Mainz zum König, nachdem er in der Krise um die Nachfolge von Otto II. sich nachdrücklich - auch gegen Ottos Großmutter Adelheid - für die Rechte des Thronfolgers eingesetzt hatte. 996 führte er Gregor V., den ersten deutschen Papst, in Rom in sein Amt ein, 1002 krönte er 1002 Heinrich II. zum König.

Durch Otto III.' gute und direkte Verbindungen zum Papst wurde Willigis' Einfluss in der Zeit der Päpste Gregor V. und Silvester II. allerdings gering. Im Streit mit Bernward von Hildesheim um das Stift Gandersheim gelang es ihm nicht, seine Interessen durchzusetzen. Von der Krönung Ottos III. zum König im Dom in Aachen wurde er 997 sogar ausgeschlossen. Der Gründung des Bistums Bamberg auf seinem Territorium musste er 1007 zustimmen.

Reste des Chores der ehemaligen Liebfrauenkirche am Dom in Mainz
Reste des Chores der ehemaligen Liebfrauenkirche am Dom in Mainz

Wirtschaftliches Wohlergehen und politische Stablilität waren für Willigis Voraussetzungen für eine auch religiös funktionierende Kirche. Willigis errichtete das Stift St. Stephan in Mainz und weitere Stifte, dazu die 975 Domschule - deren Kirche die heutigen Reste der 1793 zerstörten Liebfrauenkirche am Dom in Mainz war. Er war Bauherr des Mainzer Martins-Doms - veranlasst wohl durch seinen Ausschluss von den Krönungsfeiern 997 -, der am Tag seiner Weihe 1009 allerdings abbrannte.

Meister Berengerus: Unter Willigis um 1000 gegossene Bronzetür am Martins-Dom in Mainz
Meister Berengerus: Unter Willigis um 1000 gegossene Bronzetür am Martins-Dom in Mainz

Willigis wurde in der Mainzer Stephanskirche bestattet. Schon bald nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt, im 12. Jahrhundert erhielt er ein eigenes Messformular. Als er im 17. Jahrhundert ins Proprium von Mainz aufgenommen wurde, gab es allerdings heftige Auseinandersetzungen darüber mit der Ritenkongregation in Rom. Seine Gebeine ruhen in der Stephanskirche in Mainz in einem goldenen Reliquiar von 1899; eine 1961 veröffentlichte eingehende Untersuchungen kam zu dem Schluss, dass es sich bei den aufbewahrten Reliquien um die eines Mannes handelt, der um das Jahr 1000 gelebt hat, großgewachsen war (wie auch sein erhaltenes Messgewand bezeugt) und ein hohes Alter erreichte, sie also echt seien. Willigis ist Patron der Wagner, weil er Sohn eines Wagners gewesen sein soll. Aus Stolz auf diese einfache Herkunft habe er das Wagenrad, das heute noch im Wappen von Rheinland-Pfalz zu sehen ist, zu seinem Wappenzeichen gemacht.

Attribute: Rad
Patron der Wagner

Catholic Encyclopedia

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Die Kirche St. Stephan in Mainz ist sonntags bis mittwochs von 12 Uhr bis 14 Uhr, donnerstags bis samstags von 12 Uhr bis 16 Uhr zur Besichtigung geöffnet. (2021)
Der Dom in Mainz ist werktäglich von 11 Uhr bis 16 Uhr, sonntags von 13 Uhr bis 16 Uhr zur Besichtigung geöffnet. (2021)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.05.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/willigis-reliquiar-hat-jetzt-in-st-stephan-einen-wuerdigen-ort_16768602.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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