Ökumenisches Heiligenlexikon

Zosimus

1 Gedenktag katholisch: 26. Dezember

1 Gedenktag orthodox: 26. Dezember

Name bedeutet: der Lebendigste (griech. - latein.)

Bischof von Rom
* in Reatium, heute Mesoraca in Kalabrien in Italien oder in Griechenland
26. Dezember 418 in Rom


Zosimus, Sohn griechischstämmiger oder jüdischer Eltern, war der Überlieferung zufolge Basilianermönch im damaligen Kloster in Reatium - an seiner Stelle steht heute eine Picknick-Station für Wanderer. Zosimus wurde dann Priester unter Bischof Innozenz I. in Rom und im März 417 zum Bischof von Rom gewählt. Er betonte die Oberhoheit des römischen Bischofs, was ihm starke Angriffe der Gegner, vor allem aus Gallien und Afrika, eintrug. Mit der Ernennung des rücksichtslosen Bischofs Patroclus von Arles zum Metropoliten auch über Vienne und Narbonne gelang ihm dennoch die Unterstellung der gallischen Kirche. Auch seine schroffe Art führte zu Angriffen gegen seine Person.

Wenig eindeutig war seine Position im Streit um den Pelagianismus, den er zunächst selbst vertrat: Unter Augustinus' Führung waren seine Vertreter auf der nordafrikanischen Provinzialsynode in Mileve - dem heutigen Mila in Algerien - 416 verurteilt worden; Papst Innozenz I. hatte der Verurteilung zugestimmt; Zosimus widerrief dies nach seinem Amtsantritt und erklärte Pelagius und Caelestius für rechtgläubig. Augustinus kommentierte 417 in einer Predigt 1: Causa finita est - utinam aliquando finiatur error, die Angelegenheit ist erledigt - wenn doch irgendwann das Irren aufhörte - eine Äußerung, die spätere Apologeten Roms tendenziös in Roma locuta, causa finita, Rom hat gesprochen, die Angelegenheit ist erledigt veränderten. Nach heftigen Reaktionen und Widerstand besonders aus Afrika, nach einer Intervention von Erzbischof Aurelius von Karthago und des Kaisers Honorius und nach entsprechenden Beschlüssen des Konzils von Karthago - dem heutigen Vorort von Tunis in Tunesien - widerrief Zosimus seinen Entschluss und verurteilte Pelagius sowie Caelestius im März 418 erneut.

Zosimus wurde in der Kirche San Lorenzo fuori le Mura in Rom bestattet. Reliquien von Zosimus liegen im Palazzo Altemps in Rom.

1 Sermon 131, 10

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Briefe und Dekrete von Zosimus gibt es auf Deutsch in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kirche San Lorenzo fuori le Mura in Rom ist täglich von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 16 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.11.2023

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Adolf v. Harnack: Die Mission und Ausbreitung des Christentums. J. C. Hinrich, Leipzig 1924
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• https://it.wikipedia.org/wiki/Mesoraca#Santuario_del_SS._Ecce_Homo - abgerufen am 20.07.2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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