Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

28. Februar

1. † Gedenktag der in Alexandria unter Gallienus und Valerian um 262 zugrundegerichteten Märtyrer, viele Priester, Diakone und Gläubige, die in großer freiwilliger Bereitschaft zur Zeit der Pestepidemie die Kranken pflegten und selber durch Ansteckung zugrunde gingen; nach der Überlieferung wurden sie, die vom Glauben begründete Hilfsbereitschaft mit dem hohen Risiko auf sich nahmen, sofort als Märtyrer verehrt.

2. † am Donnerstag, dem 28. Februar 463, entschlief in Condat im französischen Jura-Gebirge, der heilige Abt Romanus, Saint Romain, der Gründer und erste Abt von Condat, der, nach dem Vorbild der Mönche der Frühzeit in der thebäischen Wüste Ägyptens, zuerst allein dort ein Eremitenleben führte und später dort um sich gescharte Mönche in der Eremiten-Gemeinschaft Condat als Vater betreute. Sein Bruder war der heilige Lupicin von Leuconne (21. März 480/3), der dieses Kloster, etwa 3 km von Condat entfernt, gegründet von Romanus, von seinem Bruder übernahm. Condat hieß später nach seinem 3. Abt, dem heiligen Eugendus (1. Januar 516/5) Saint-Oyand-de-Joux, noch später nach Saint Claudius (6. Juni 699/7), Saint-Claude. Ihre Schwester Yole wurde die erste Äbtissin von La-Baume, wohin die Reliquien Romanus’ übertragen wurden, daher Saint-Romain-de-Roche. Er hat auch die Abtei Romainmôtier im heutigen Schweizer Jura gegründet. Beide Brüder waren sehr verschieden, Romanus war gütig und mild, Lupicin streng und konsequent. So ergab sich ein fruchtbarer Austausch: wenn in dem einen Kloster die Disziplin anfing hart zu werden, brachte der Kontakt mit dem anderen den Ausgleich an Milde, und umgekehrt.

3. † bei Beroea in Syrien wird seit dem 5. Jahrhundert der heilige Jungfrauen Marana und Cyra gedacht, die an einem winzigen eingezäunten Ort unter freiem Himmel ihr Leben fristeten, nicht einmal eine Hütte hatten sie. Sie bewahrten das Stillschweigen und erhielten durch ein Fensterchen von barmherzigen Menschen Lebensmittel.

In Schaltjahren werden am folgenden Tag gefeiert:

4. † am Donnerstag, dem 29. Februar 468, entschlief in Rom, der heilige Papst Hilarius, der von Sardinien stammte; als Archidiakon und päpstlicher Legat auf der Räubersynode von Ephesus 449, konnte dort die wahre Lehre im Auftrag des Papstes zwar vorbringen, musste aber schwer bedroht, zusammen mit Bischof Flabianos von Konstantinopel (17. Februar 449/6) fliehen. Als Papst, Nachfolger des heiligen Leo des Großen (10. November 461 /1), hat er Schreiben verfasst und an die Bischöfe versandt, in denen er die Konzils-Beschlüsse von Nikaia, Ephesus und Chalcedon in Kraft setzte und so praktisch den Primat des Heiligen Stuhles von Rom anzeigte. Auf der römischen SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. vom 19. November 465 ließ er beschließen, dass Bischöfe nicht mehr ihren Nachfolger designieren durften. An das Baptisterium im Lateran baute er drei prachtvolle Kapellen an. Er wurde begraben in San Lorenzo in Agro Verano.
Siehe auch 29. Juni, 1/69

5. † am Montag, dem 29.Februar 992, entschlief in Worcester, der heilige Bischof Oswald, der zuerst Chorherr in Winchester, dann Eremit und Mönch von Saint-Benoît in Fleury-sur-Loire war, dann, zurückgekehrt, Bischof von Worcester und von York zugleich war. Er führte in vielen Klöstern die Benediktus-Regel ein. und war ein fröhlicher und gelehrter Meister.

6. † am Samstag, dem 29. Februar 1472, entschlief in Aquila, die selige Witwe Antonia von Florenz, da Firenze, etwa 72 J.. Nach zwei Ehen zum zweiten Mal Witwe geworden, trat sie in die Klarisei ihrer Heimatstadt Florenz ein. Später gründete sie das Kloster Corpus Christi, Vom Allerheiligsten Leib Christi und leitete es als erste Äbtissin, nach der Regel der heiligen Klara von Assisi. Ihr Berater war der heilige Joannes de Capestrano (23. Oktober 1456/1).

7. † am Freitag, dem 29. Februar 1856, wurde in Xilinxian, in der Provinz Guangxi in China, enthauptet, der heilige Priester und Märtyrer Auguste Chapdelaine, 42 J., Mitglied der Société des Missions Etrangères de Paris, der von Milizionären verhaftet wurde, mit ihm einige Neugetaufte, weil er in der Gegend als erster christlicher Missionar tätig war; er wurde mit 300 Peitschenhieben geschlagen, in eine winzige Höhle eingesperrt und schließlich enthauptet. Vier Tage vor ihm wurde einer seiner Neugetauften zum Märtyrer (25. Februar 1856/11).
Siehe auch 9. Juli, 1/19

Jedes Jahr am 28. Februar:

8. † am Freitag, dem 28. Februar 1936, entschlief in Paris, der selige Priester Daniel Brottier, aus der Ordensgemeinschaft der Spiritaner, der seine Missionsarbeit im Senegal aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, aber er sammelte sein Leben lang Spenden, mit denen in Dakar die Kathedrale Souvenir Africain erbaut werden sollte; für jeden Baustein war ein Spendenbetrag festgelegt; in seinem Todesjahr konnte sie eingeweiht werden. Im Ersten Weltkrieg war er als Militärpfarrer an der Front. In Paris gründete er eine Gemeinschaft zur Sorge für Waisenkinder.

9. † am Samstag, dem 28. Februar 1942, wurde im Vernichtungslager Auschwitz ermordet, der selige Ordensbruder und Märtyrer Tymoteusz, Stanislaw Antoni Trojanowski, 33 J., aus dem Orden der Franziskaner-Conventualen.
Siehe auch 28. Mai, 14/33

Fribourg-Genf-Lausanne : Romanus und Lupizinus: 2


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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