Ökumenisches Heiligenlexikon

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9. September

1. † Gedenktag des heiligen Petrus, Pedro Claver, Priester aus der Gesellschaft Jesu, 74 J., geboren in Verdú bei Barcelona, der 20-jährig in die Gesellschaft Jesu in Tarragona eintrat, ins Kloster auf Mallorca gesandt wurde, dort vom Bruder Pförtner, dem heiligen Alfonso Rodriguez (31. Oktober 1617/9) auf seine Begabung für die Mission hingewiesen wurde, der 1610 nach Südamerika, dann ab 1614 in Cartagena in Kolumbien, wo er zum Priester geweiht wurde, wirkte länger als vierzig Jahre, mit bewundernswerter Selbstverleugnung und äußerster Nächstenliebe, dort für die in die Sklaverei verschleppten afrikanischen Neger, all sein Bemühen eingesetzt hat, ihnen Nahrung, Kleidung, Trost spendete und der ungefähr dreihunderttausend von ihnen eigenhändig durch die Taufe wiedergeboren hat. Seine letzten Jahre auf Erden waren geprägt von Krankheiten und Entbehrungen. Sein Sterbetag war gestern: 8. September 1654/11. Im Jahr 1888 wurde er heiliggesprochen; sechs Jahre später gründete die heilige Maria-Theresia Ledochowska (6. Juli 1922/12) die nach ihm benannte Petrus-Claver-Solidarität, zur Unterstützung der afrikanischen Missionen. Der Sint-Petrus-Claver-Bond ist eine Jesuitenstiftung, die die Mission auf Java und im Libanon fördert. Es gibt auch eine Gemeinschaft von Missionsschwestern Sint-Petrus-Claverus.

2. † an einem 9. September, lange nach seinem Martyrium im Jahr 303, wurde in Rom auf dem Coemeterium Ad Duas Lauras, Zu den Zwei Lorbeerbäumen, an der Via Labicana, beigesetzt, der heilige Märtyrer Gorgonius, genannt Gorgonius von Nicomedien oder Gorgonius von Rom, ein hoher Hofbeamter, nach der Überlieferung Kämmerer des Kaisers Diokletian, der in Nicomedien, Izmit, nach vielen Folterungen erdrosselt oder gehenkt worden ist und dessen Reliquien hochverehrt nach Rom übertragen wurden. Schon der ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römische Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 nennt ihn (17. August/3). Seine Grabstätte ist in Rom bezeugt, an der Via Labicana, sie wurde aber noch nicht aufgefunden, wohl dagegen ein Fresko aus dem 5. Jahrhundert, das ihn darstellt In Abschrift erhalten ist auch die ihm gewidmete Damasusinschrift:

MARTYRIS HIC TVMVLVS MAGNO SVB VERTICE MONTIS
GORGONIVM RETINET SERVAT QVI ALTARIA CHRISTI
HIC QVICVMQVE VENIT SANCTORVM LIMINA QVAERAT
INVENIET VICINA IN SEDE HABITARE BEATOS
AD CAELVM PARITER PIETAS QVOS VEXIT EVNTES
DAMASI EPISCOPI
Dies Grab umschließt unterhalb des hohen Scheitels des Hügels
den Gorgonius, den Hüter der Altäre Christi.
Hier mag wer kommt der Heiligen Schwelle aufsuchen,
er wird die Seligen in naher Ruhestatt vorfinden,
die in gemeinsamer Frömmigkeit ihr Weg zum Himmel empor führte.
Von Damasus, dem Bischof.

763 schenkte der heilige Bischof Chrodegang von Metz (6. März 766/7) die Reliquien der Benediktinerabtei Gorze, die dann nach ihm benannt wurde, ein Teil kam nach Minden, wo er als Stadtpatron verehrt wird.
Von Gorze aus wurde von 16 Mönchen die Abtei Lorsch gegründet. 764 wurde die Klosterkirche Gorze durch Bischof Chrodegang von Metz zu Ehren des heiligen Petrus geweiht. Derselbe Bischof erhielt für Lorsch von Papst Paul I. die Reliquien des heiligen Nazarius (28. Juli/5). 774 wurde in Anwesenheit des Königs Karls des Großen durch Bischof Lullus von Mainz der Neubau der Klosterkirche Lorsch eingeweiht.

3. † an einem 9. September wurde in den Sabinerbergen, am dreißigsten Meilenstein vor der Stadt Rom, zum Blutzeugen für Christus, der heilige Märtyrer Hyazinth.

4. † an einem 9. September um 556, entschlief im Kloster Clonmacnoix, am Flussufer des Shannon in Irland, der heilige Priester und Abt Ciarán, Ceran, der Gründer dieses Klosters, das zu den bedeutendsten seiner Zeit in Irland wurde.

5. † an einem 9. September um 1175, entschlief in Caraquiz in der spanischen Region Kastilien, die selige Turibia, genannt Maria de la Cabeza, Maria vom Haupte, die, Ehefrau des heiligen Landwirtes Isidor (15. Mai um 1130/10), die ein Leben in Demut und Arbeitsfleiß geführt hat.

6. (sic) † am Freitag, dem 9. September 1955, entschlief in Münster, die selige Schwester Euthymia Üffing, 41 J., geboren in Halverde bei Steinfurt und getauft auf den Namen Emma. Als Hauswirtschaftslehrling, in Sankt-Anna-Hospital in Hopsten, lernte sie die Barmherzigen Schwestern von Münster, Clemensschwestern, kennen. Ihr Antrag auf Aufnahme bei den Schwestern wurde angenommen, obwohl sie gesundheitlich, infolge einer Rachitis in ihren Kindesjahren, schwächlich war. Am 23. Juli 1934 trat sie in Münster ein, als eine von 47 Postulantinnen, und nahm den Namen Euthymia an. 1936 legte sie ihre zeitlichen Gelübde ab und wurde als Krankenschwester nach Dinslaken versetzt, 1939 bestand sie das Krankenpflegeexamen mit sehr gut. Am 15.September 1940 legte sie die Ewige-Profess-Gelübde ab. Im Zweiten Weltkrieg ab 1943 sorgte sie in der Krankenpflege besonders liebevoll für die Kriegsgefangenen und so genannten Fremdarbeiter, Franzosen, Russen, Ukrainer und anderer Nationalitäten. Nach dem Krieg, im Frühjahr 1945, wurde sie in Dinslaken aus der Krankenpflege versetzt und zur Leiterin der Wäscherei bestimmt; drei Jahre später erhielt sie die Leitung der Wäscherei im Mutterhaus in der Raphaelsklinik in Münster. Eine schwere Krebserkrankung wurde im Juli 1955 festgestellt, diese führte zu ihrem frühen Tod. Sie wurde am 7. Oktober 2001 in Rom seliggesprochen.

7. (sic)† am Mittwoch, dem 9. September 1587, wurde in York auf die übliche, grausame Weise hingerichtet, der selige Priester und Märtyrer Georges Douglas, ein gebürtiger Schotte, der, einst Lehrer, in Paris zum Priester geweiht worden ist, unter Königin Elizabeth I., weil er andere überzeugt hatte sich wieder der katholischen Kirche anzuschließen, durch die Folter am Galgen hindurch, als Sieger in den Himmel gepilgert ist.
Siehe auch 12. Februar, 8/19

8. † am Montag, dem 9. September 1861, entschlief in seiner Geburtsstadt Gramat in Frankreich, der selige Priester Pierre Bonhomme, 58 J., der 24-jährig die Priesterweihe empfing. Er eröffnete in Gramat ein Collège de Garçons, eine Knabenschule, gründete eine Mädchengruppe Enfants de Marie, Marienkinder, wurde zum Pfarrer ernannt, baute ein Hospice. Er gründete die Schwesterngemeinschaft Congrégation des Sœurs de Notre Dame du Calvaire, Schwestern Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg, Maria unter dem Kreuz, in der 1833 die vier ersten Mitglieder ihre ersten Gelübde ablegten. Die Schwestern dienten in den Pfarreien, gaben Kindern und Jugendlichen Religionsunterricht und sorgten für Arme und Kranke. Er war ein weithin gesuchter Volksmissionar, der sehr gut predigen konnte und großen Zulauf im Beichtstuhl hatte. Im nahen Marienwallfahrtsort Rocamadour gründete er ein Besinnungszentrum Missionnaire du Quercy, Missionar der Landschaft Quercy. 1844 gründete er mit seinen Schwestern in Leyme ein Bezirkskrankenhaus für psychisch Kranke; 1856 in Paris ein Asyl für Taubstumme. Noch drei Tage vor seinem Tod pilgerte er zufuß zu Unserer Lieben Frau nach Rocamadour. Er wurde am 23. März 2003 seliggesprochen.

9. † am Freitag, dem 9. September 1864, entschlief in Port-Louis auf Mauritius im Indischen Ozean, der selige Priester Jacques Desidé Laval, der, nachdem er einige Jahre als Arzt praktiziert hatte, Missionar in der Kongregation vom Heiligen Geist, Spiritaner, geworden ist, der die Schwarzen, die kaum von der Sklaverei befreit waren, zur Freiheit der Kinder Gottes hingeführt hat.

10. † am Montag, dem 9. September 1929, entschlief in Bilbao im spanischen Baskenland, der selige Francisco Garate Aranguren, ein Ordensmann aus der Gesellschaft Jesu, der 42 Jahre lang das Amt des Pförtners, an der Universität de Deusto in Bilbao, in Demut ausgeübt hat.

Bozen-Brixen: Korbinian von Freising: 8. September/6


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 12.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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