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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hinweise zu Stadlers »Heiligen-Lexikon« Abkürzungen

Maximilian vom Pongau


S. Maximilianus, Ep. M. (12. al. 29. Oct.). Dieser berühmte Heilige 1 war zu Culeja (auch Claudia Celeja, h. Cilly, oder Cilley in Steyermark), einer der blühendsten Städte im römischen Noricum, geboren. Der Ort war ein bischöflicher Sitz und anfänglich der Kirchenprovinz Aquileja, später der von Gradisca (Gorithiensis prov.) untergeben. Hier litt und starb der Heilige, nach dem er im heutigen Oesterreich eine wahrhaft apostolische Wirksamkeit entfaltet hatte. Die über ihn vorhandenen durchaus unzuverlässigen Acten stammen aus verhältnißmäßig sehr später Zeit, nämlich aus der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts. Eine andere Erwähnung seines Namens, in der Schenkungsgeschichte der Kirche zu Salzburg, geht ins achte Jahrhundert zurück. Doch ist vielleicht der hl. Maximilian zu Salzburg von dem hl. Maximilian zu Lorch zu unterscheiden. Der Letztere gilt allgemein als Bischof und Martyrer, während jener lediglich Bekenner genannt wird. Die Kalendarien von Tegernsee und Mölk begünstigen diese Unterscheidung. Dennoch besteht unter den Gelehrten kein Zweifel, daß der hl. Rupert von Salzburg die Verehrung eben dieses hl. Bischofs und Martyrers Maximilianus befördert und verbreitet habe. (Hansiz. Germ. Sacra I. 8.) Das salzburgische Saalbuch, das aus dem 8. Jahrhundert stammt, berichtet von der Gründung einer Kirche und Anordnung eines ununterbrochenen Gottesdienstes zu Ehren des Heiligen zu Bischofshofen im Pongau durch den hl. Rupert. (Friedrich, K.-G. Deutschlands I. 203.) Jedenfalls spricht die uralte Tradition dem hl. Maximilianus, Bischof von Lorch, die Palme des Martyrthums zu und sagt, er sei enthauptet worden 2. Von Jugend auf der Gottesfurcht und der Liebe gegen die Armen zugethan, machte er die Verbreitung des Reiches Gottes und die Heilung und Bekehrung der geistig Blinden und Verirrten zu seinem Lebensberufe. Um dieß desto leichter zu vermögen, löste er sich vollkommen von den irdischen Dingen ab, indem er nach dem Tode seiner reichen Eltern, deren einziger Sohn er war, sein ganzes Vermögen unter die Armen austheilte, und allen Sklaven seines Hauses die Freiheit gab. Darauf wanderte er als armer Pilger nach Rom. Papst Xistus II. (257 bis 258) nahm ihn freundlich auf, und übertrug ihm die Verkündung des Evangeliums in Pannonien. Mit Freude unterzog der Heilige sich diesem Auftrage und kam nach Lorch (Laureacum), am Zusammenflusse der Ens und der Donau, im damaligen Ufer-Noricum. Hier war der Standort der zweiten römischen Legion. Unter derselben mögen sich wohl einige Christen befunden haben, aber ihre Zahl war sehr gering, so daß die oben erwähnten Acten sagen, der hl. Maximilian habe in dieser Gegend zuerst den Namen Christi und den katholischen Glauben bekannt gemacht (ejus doctrina primitus agnitionem nominis Christi atque fidem catholicam nacti sumus 3). Aber noch kam dieses Werk nur mit äußerster Mühe einigermaßen vorwärts. Es gelang dem Heiligen eine kleine Gemeinde zu sammeln. Die aus dem vierzehnten Jahrhundert stammende Chronik (Chronicon Laureacense), deren Quellen in sehr frühe Zeiten zurückreichen, sagt darüber: »Wegen der Grausamkeit der Ungläubigen entbehrte die Metropole von Lorch 200 und etliche Jahre lang der priesterlichen Segenswürde. Es gab nur wenige Christen und diese hielten ihren Gottesdienst ganz in der Stille. Denn sobald ein Christ entdeckt wurde, wurde er entweder durch heftige Schläge gepeiniget, oder ins Exil gegebracht, oder mit dem Schwerte getödtet. So geschah es, daß der hl. Maximilianus und der hl. Florianus (s. d.) mit andern vierzig Martyrern getödtet, der hl. Severin aber mit der Verbannung gestraft wurde.« Man sieht also, daß der hl. Maximilianus unter den schwierigsten Zeitverhältnissen seinen erhabenen Beruf geübt und täglich demselben das Opfer seines Lebens gebracht hat. Die Biographie vergleicht seine Kirche einem »zarten Pflänzchen«, das der Heilige, ein sorgsamer Gärtner, mit größter Liebe und Aufopferung großzog (um d.J. 284). Man kann also wohl sagen, daß er wenigstens zwanzig Jahre (die Austria S. I. 45 erstreckt seine Wirksamkeit auf 27 Jahre) in und um Lorch gewirkt habe. Er erstreckte seine Thätigkeit bis in die Gegend von Freysing, wo er ein Kirchlein errichtet haben soll. Deßhalb wird er dort in der Allerheiligen-Litanei mitten unter den Glaubensboten Deutschlands genannt, wie auch die Agilolfinger ihn als Landesapostel ehrten. (Friedrich l. c. I. 205.) Die Martyrpalme erlangte er aber in seiner Heimath Cilly (Einige meinten in Kleineck), unter dem Kaiser Numerianus. Der Name des Richters heißt im Prop. Passav. u. der Austria S. (I. 45 u. ö.) Eulasius (Eujulasius). Das Jahr seines Martyrthums ist ungewiß. Die Angaben schwanken zwischen den Jahren 281 (Austria S. I. 45) und 308 (Boll.). Sein Officium nennt d.J. 283, die ältern Kataloge haben d. Jahr 284, Neuere (z. B. Alzog) 285, noch Andere (Jocham, Bav. S. I. 8) 288, wieder Andere (Brusch. Hund.) 289. Sein Leichnam wurde außerhalb der Swdt Cilly beigesetzt. Die Uebertragung nach Neapel, womit vielleicht Neuburg gemeint seyn soll, verdient keinen Glauben. Wahrscheinlicher ist es, daß der hl. Rupert, dessen Ehrfurcht und Liebe zu dem Heiligen wir schon erwähnt haben, die erste Uebertragung oder Erhebung seiner Gebeine vorgenommen hat. (Austria S. I. 47.) Dieselben ruheten (nach den Boll.) eine Zeit lang in der Cella Pongawensis, dann (nach Aventin) in Burgkirchen, von wo sie der König Karlmann in die von ihm neu erbaute Kirche zu (Alt-)Oetting übertrug. Wegen der Einfälle der Ungarn kamen sie dann um d.J. 986 nach Passau, wo im J. 1289 unter dem Bischofe Bernhard eine feierliche Echebung stattfand. Wegen dieser Uebertragung heißt er in manchen Legenden Bischof von Passau. Hier ruhten diese heiligen Reste in der Stephanskirche außerhalb des Chores. Ein anderer Bischof und Martyrer d. N. wird am nämlichen Tage (29. Oct.) zu Pirano, in Capo d'Istria und Padua, an welchen Orten auch seine Reliquien aufbewahrt werden, verehrt 4. Er mag, wie die Boll. vermuthen, von den Longobarden getödtet worden seyn. Wenn aber Rettberg (Kirchengeschichte Deutschlands I. 160) dem hl. Maximilian keine größere Bedeutung als die eines »Salzburger Local-Heiligen« einräumen will, so hat er offenbar den eigentlichen Wirkungskreis desselben ganz übersehen, und insbesondere nicht erklärt, wie es bei dieser Annahme möglich gewesen wäre, daß die Kirche von Lorch ihre erste Entstehung und Ausbreitung an seinen Namen knüpft. Er wird an einigen Orten am 29. Oct. verehrt, auch im Mart. Rom. steht er mit dem hl. Bischof Valentinus zu diesem Tage. Abgebildet wird er gewöhnlich als Bischof mit Palme und Schwert. (Vgl. S. Maximus3.) (V. 23-58).

1 Maximilianus bedeutet nach der Austria S. I. 39 (de ejus nomine) so viel als maxima libans, d. h. das Größte opfernd. Wir lassen die Richtigkeit dieser Ableitung auf sich beruhen.

2 So im Leben des hl. Rupertus: Maximilianus ex Celeja Laureacensem ecclesiam optime rexit. qui…, locum nativum adiit, ubi capite mulctatur.

3 Ueber die Thätigkeit des heil. Marcus (Evang.) in diesen Gegenden sehe man d. A. Bei Butler (XIV. 553) u. A. wird außerdem die Vermuthung, auch der hl. Lucas könnte bis hieher seine Thätigkeit erstreckt haben, ausgesprochen. Nach der Legende (vgl. Austria S. I. 42) wäre M. der Nachfolger des hl. Quirinus gewesen, der als Patriarch zu Aquileja starb.

4 Wahrscheinlich derselbe, welcher bei Migne, zum 1. Sept. als Diakon und Martyrer von Pedena steht. Vgl. o. S. Maximilianus2.




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zuletzt aktualisiert am 20.10.2018
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