Bernhardin der Büßer
auch: Bernhard
Gedenktag katholisch: 19. April
Name bedeutet: der Bärenstarke (althochdt.)
Bernhardin, Sohn vornehmer Eltern, musste fliehen, weil er an einer Verschwörung gegen seinen Landesherrn teilgenommen
hatte und dabei ein - wie erhaltene Akten zeigen - grausames
Verbrechen begangen hatte. Sieben Jahre lang wanderte
er nun zur Buße ohne Schuhe umher, zudem trug er sieben eiserne Ringe: einen um den Leib, einen um den Hals, weitere um die
Brust, die Lenden, die Arme und die Schenkel. Er unternahm drei Mal eine Pilgerfahrt nach
Jerusalem und kam auch bis nach Indien. Schließlich
ließ er sich in Saint-Omer nieder, wo ein Wohltäter ihm ein kleines Haus neben dem damaligen
Kloster Saint-Bertin schenkte. Dort lebte Bernhardin
weiterhin sehr streng, fastete und hielt sich ständig in der Kirche auf. Auch nachdem einige seiner eisernen Ringe sich von
selbst gelöst hatten, behielt er seine Bußstrenge bei. Er wirkte sehr viele Wunder, noch auf dem Sterbebett machte er Kranke
gesund.
Die Nachrichten über Bernhardin stammen aus einer Notiz des Abtes Johannes aus dem Kloster Saint-Bertin in Saint-Omer vom Jahr 1187.
Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Sithiu nach Abt Bertin in Saint-Bertin umbenannt. Im 12. Jahrhundert wurde es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.06.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph
Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://www.katolsk.no/biografier/historisk/bernhbot - abgerufen am 27.06.2022
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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