Hugo von Rouen
französischer Name: Hugues
Gedenktag katholisch: 9. April
Übertragung der Gebeine: 19. März
Name bedeutet: der Denker (althochdt.)
Hugo, Sohn des Grafen oder Herzogs Drogo von Champagne und Burgund und seiner Frau Adeltrudis, wurde um 714 zum Priester geweiht. 719 wurde er von seinem Onkel, dem fränkischen Hausmeier Karl Martell, als Erzbischof in Rouen sowie in Bayeux und in Paris - Bischofskirche war damals die Kathedrale Saint-Étienne - eingesetzt, dazu wohl auch in Lisieux und in Avranches - Kathedrale war dort damals die Kirche Saint-Gervais-et-Saint-Protais. Außerdem leitete Hugo das damalige Kloster Notre-Dame in Jumièges und das Kloster Fontenelle - das heutige Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon - bei Rouen, vielleicht auch die Abteien in Saint-Denis bei Paris und in La-Croix-St-Leufroy bei Évreux.
Während der Normannenstürme brachte man Hugos Leichnam nach Haspres bei Valenciennes, wo an der Stelle der heutigen Pfarrkirche im 7. Jahrhundert ein Kloster gegründet worden war. Seit dem 9. Jahrhundert wird Hugo als Heiliger verehrt, Haspres wurde Wallfahrtsort. Reliquien werden auch in Jumièges verehrt, wohin sie an einem 19. März übertragen wurden. Das Kloster La-Croix-St-Leufroy wurde 1751 aufgehoben, der große Teil der Gebäude wurde zerstört, an der Stelle des Klosters steht heute das gleichnamige Schloss.
Das 654 durch Philibert gegründete Kloster Notre-Dame in Jumièges wurde 841 von den Wikingern geplündert und niedergebrannt. Ab 930 wurde es von Benediktinern wieder aufgebaut und zu einem der reichsten und mächtigsten Klöster in der Normandie. 1562 überfielen Hugenotten das Kloster, aus dem die Mönche aber schon geflohen waren, die im Jahr darauf zurückkehrten und den Wiederaufbau unternahmen. 1789 zählte das Kloster nur noch 18 Mönche, in der Französischen Revolution musste es sich Ende 1790 auflösen, die Gebäude wurden verkauft. 1852 begann die damalige Besitzerfamile - nicht zuletzt unter dem Einfluss des Schriftstellers und Politikers Victor Hugo, der das Anwesen als schönste Ruine Frankreichs bezeichnet hstte - mit deren Restaurierung. Seit 1947 ist das Gelände in Staatsbesitz und heute Museum.
Das Kloster Fontenelle, das dann nach seinem Gründer und ersten Abt Wandregisil Saint-Wandrille genannt wurde, wurde 862 von den Wikinger zerstört, die Mönche flohen. Ab 960 wurde die Abtei wieder aufgebaut. 1562 wurde sie von Hugenotten geschändet und 1566 teilweise zerstört, dann verkauft, aber bald schon von Mönchen aus dem damaligen Kloster Jumièges wieder belebt. In der Französischen Revolution wurde die Abtei 1790 aufgelöst, die Mönche wurden vertrieben, die Gebäude verkauft. 1893 sorgte der Erzbischof von Rouen für den Erwerb des Geländes und der verbliebenen Gebäude, die 1894 wieder von Benediktinern bezogen wurden. 1969 wurde eine historische Zehntscheune auf das Klostergelände verlegt und zur neuen Abteikirche als Ersatz für die in Ruinen liegende historische Kirche.
Patron
von Haspres
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Die
Kathedrale in Bayeux ist täglich von 9.30 Uhr
bis 18 Uhr geöffnet. (2026)
Die Ruinen des Klosters in Jumièges sind täglich
von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr - von Mitte Septmber bis Mitte April mit Mittagspause von 13 Uhr bis 14.30 Uhr - geöffnet, der
Eintritt beträgt 7,50 €. (2026)
Die Ruinen und die heutige Abteikirche im Kloster
Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon sind täglich von 5.15 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, der
Eintritt ist frei. Die Abteigebäude können nur im Rahmen einer Führung besucht werden diese findet vom 21 März bis Ende Juni
und im September täglich um 15.30 Uhr, im Juli und August um 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr statt, die Gebühr beträgt 5 €. (2026)
Die Kirche in Haspres ist täglich von 9 Uhr
bis 17 Uhr geöffnet. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 29.06.2026
Quellen:
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart /
Weimar 2000
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler,
B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_la_Croix-Saint-Leufroy - abgerufen am 9.1.2023
• Association Églises Ouvertes France: Faltblatt Église Saint-Hugues et Saint Achire Haspres
, o.O. o.J. (2026)
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Wandrille_de_Fontenelle - abgerufen am 18.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Jumi%C3%A8ges - abgerufen am 28.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.