Markulf von Nanteuil
auch: Marculph
französischer Name: Marcouf
Gedenktag katholisch: 1. Mai
Name bedeutet: berühmter Wolf (althochdt.)
oder: Berühmter an der Grenze (althochdt.)
Markulf hat der Überlieferung zufolge zunächst zivile Karriere gemacht. Dann gab er diese auf und wurde 526 von Bischof
Possessor in
Coutances zum Priester geweiht. Dann lebte er als
Einsiedler und Glaubensbote auf den heute nach ihm benannten
Îles Saint-Marcouf vor der Normandie.
Auf einem ihm von König Childebert I. geschenkten Landstück konnte er das das damalige Kloster der Benediktiner an der Stelle der heutigen Pfarrkirche in Nantum / Nanteuil - dem heutigen Saint-Marcouf-de-l'Isle - errichten und wirkte dort als Abt. Elemente der einstigen Klosterkirche sind in der Krypta der Pfarrkirche erhalten.
An Markulfs Grab in Natum / Nanteuil, das dann nach ihm Saint-Marcouf genannt wurde, ereigneten sich viele Wunder, es wurde zum Wallfahrtsort. Im 9. Jahrhundert wurden zwei Lebensgeschichten über ihn verfasst.
Beim Normanneneinfall wurde das Kloster in Natum /
Nanteuil zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Zuvor waren Markulfs Reliquien
905 in Sicherheit in die Kirche nach Corbeny bei
Reims gebracht worden; König Karl III. der Einfältige
erbaute dort dann ab 906 ein nach vollständiger Zerstörung im
1. Weltkrieg abgegangenes Kloster, an dessen Stelle nun eine kleine
Kapelle steht. In diesem Kloster ruhten dann
Markulfs Gebeine und es entstand auch dort eine bedeutende Wallfahrt.
1229 pilgerte der französische König Ludwig XVI. in dieses
Kloster nach Corbeny, um vor Markulfs
Reliquien zu beten und von ihnen wundersamen Kräfte zu empfangen. Seine Nachfolger kamen
dann alle am Tag nach ihrer Krönung in der Kathedrale
in Reims dorthin und heilten dann Kranke, die an Skrofulose - einer tuberkulösen Geschwulst der Halslymphknoten - litten durch
Berührung und mit den Worten: Der König berührt dich, Gott heile dich.
Nun verbreitete sich Markulfs Verehrung in der
Normandie, in
Laon, in
Flandern und
Brabant und bis nach
Aachen. Der 1654 gekrönte Sonnenkönig
Ludwig XIV. beendete diesen Brauch.
Schon 1101 kamen Reliquien auch nach Reims in die Kirche Saint-Remi; Ludwig IX. „der Heilige” stiftete dort einen Reliquienschrein, der in der Französischen Revolution zerschlagen wurde.
Attribute:
mit Königen, an Skrofeln leidende Kinder heilend
Patron
von Reims; der Tuchmacher, Kurzwarenhändler und
Apotheker; gegen Ausschlag, Drüsenkrankheiten am Hals, Kropf und Skrofeln
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 09.07.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart /
Weimar 2000
• https://en.wikipedia.org/wiki/Saint_Marcouf - abgerufen am 26.07.2022
• http://www.histoireaisne.fr/memoires_numerises/chapitres/tome_11/Tome_011_page_093.pdf - abgerufen am 07.12.2025
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Infotafel in der Pfarrkirche in Corbeny
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Prieur%C3%A9_Saint-Marcoul_de_Corbeny - abgerufen am 15.04.2026
• Infotafel in der Pfarrkirche in
Saint-Marcouf-de-l'Isle
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.