Ökumenisches Heiligenlexikon

Martin von Vargas

spanischer Name: Martín

1 Gedenktag katholisch: 6. April

Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Ordensreformator, Abt in Valbuena de Duero
* um 1380 in Vargas bei Santander oder in Jerez de la Frontera (?) in Spanien
6. April 1446 in Pelayos de la Presa bei Madrid in Spanien


Martin reiste nach Italien und trat dort dem Hieronymitenorden bei - diese waren in Rom beheimatet im Kloster an der Kirche Sant'Onofrio al Gianicolo. Kontakt hatte er offenbar zu den Humiliaten - einer im 12. Jahrhundert in der Lombardei entstandene Buß- und Armutsbewegung, die damals im Kloster an der Kirche Santa Cecilia in Trastevere lebten. Zudem wurde er Beichtvater von Papst Martin V. Von diesem erhielt er später die Vollmacht, reformierte Klöster der Zisterzienser unabhängig vom Generalkapitel im Mutterkloster Cîteauxzu gründen, weil die Sitten in diesem Orden zunehmend gelockert worden waren. Martin kehrte nach Spanien zurück und trat 1420 ins Kloster Santa María la Blanca - auch Kloster Piedra genannt - der Zisterzienser in Nuévalos bei Saragossa ein. Um 1425 gründete er die Kongregation von Kastilien - auch Observanz von Kastilien genannt, in der wieder eine strenge Beachtung der ursprünglichen Regel galt und für die er 1434 die Konstitutionen verfasste. 1427 gründete er in Toledo das erste Kloster dieses Ordenszweiges, das Kloster Monte Sion - heute von Trappisten bewohnt. 1430 wurde er Abt im Kloster Santa María in Valbuena de Duero bei Valladolid; dort hatte sich Fernando de Santa Colomba das Amt widerrechtlich angeeignet. Dieser erhob nun Einspruch bei der Ordensleitung der Zisterzienser und es begann eine Zeit der verdeckte Verfolgung des Reformators, gipfelnd 1445 in einem Beschluss zu seiner Exkommunikation und seiner kurzzeitigen Verhaftung. Martin starb dann im damaligen Kloster Santa María de Valdeiglesias in Pelayos de la Presa bei Madrid.

Im Kloster Santa María la Blanca in Nuévalos wurde 1534 erstmals in Europa Schokolade hergestellt. Es wurde 1835 aufgehoben und dann verkauft, heute ist es eine Touristeneinrichtung und zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Aragoniens.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.02.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://es.wikipedia.org/wiki/Mart%C3%ADn_de_Vargas - abgerufen am 08.02.2026
• Martyrologium Sancrucense. Heiligenverzeichnis für das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz. 4. Aufl., Heiligenkreuz 2011
• https://historia-hispanica.rah.es/biografias/45118-martin-de-vargas - abgerufen am 09.02.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.