Ökumenisches Heiligenlexikon

Regina von Burgund

1 Gedenktag katholisch: 7. September
Erhebung der Gebeine: 17. März
Übertragung der Gebeine nach Flavigny: 22. März
Niederlegung der Gebeine in Flavigny: 31. März
Erhebung der Gebeine: 13. Juli

Name bedeutet: die Königin (latein.)

Märtyrerin
* in Alesia, heute Alise-Sainte-Reine in Frankreich
† um 300 (?) Alesia, heute Alise-Sainte-Reine in Frankreich


Ausgrabungen von Alesia
Ausgrabungen von Alesia

Regina stammte der Legende zufolge aus gutem Haus, war Christin und lebte als Einsiedlerin und Schafhirtin. Weil sie sich weigerte, den in sie verliebten Statthalter Olybrius zu heiraten, wurde sie in den Verfolgungen unter Kaiser Maximianus Herkulis gefangen genommen und gefoltert. Im Kerker ist ihr demnach das Kreuz Christi erschienen - von der Erde bis zum Himmel reichend - und eine Taube darauf verhieß ihr die himmlische Märtyrerkrone. Ihr eigener heidnischer Vater veranlasste das Todesurteil, die Enthauptung.

Andere Überlieferung kennt Regina als Opfer der Wirren in der Völkerwanderung.

Statue, 19. Jahrhundert, in der Kathedrale in Langres
Statue, 19. Jahrhundert, in der Kathedrale in Langres

Das älteste Zeugnis für Regina ist eine Metallschale aus dem 4. Jahrhundert - wohl in der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.feier verwendet - mit einem Fisch und ihrem eingravierten Namen. Schon aus dieser Zeit ist in Alesia ein Regina-Verehrungsort nachgewiesen an der Quelle, an der sie demnach enthauptet wurde und an der im 15. Jahrhundert die Kapelle Saine-Reine erbaut wurde; dieser war eine der ältesten Stätten des Christentums in Frankreich. Aufgrund vieler Wunder gab es große Wallfahrten zu ihrem Grab, über dem im 7. Jahrhundert eine Basilika gebaut wurde. 1644 erlebte die Wallfahrt eine Renaissance. Eine im 8. Jahrhundert verfasste Leidensgeschichte ist der von Margareta von Antiochien nachgebildet.

Zum Schutz vor den einfallenden Normannen wurden Reginas Gebeinen 866 ins 12 km entfernte damalige Kloster nach Flavigny - dem heutigen Flavigny-sur-Ozerain übertragen; bis heute zeigt man dort in der Krypta ihre Ketten. 1544 wurde von Mönchen dieses Klosters die Bruderschaft der Heiligen Reine gegründet.

Francisco Pacheco (Sanlucar de Barrameda): Regina, 1604, im Musée Goya in Castres im Département Tarn in Frankreich
Francisco Pacheco (Sanlucar de Barrameda): Regina, 1604, im Musée Goya in Castres im Département Tarn

Alesia hatte für Frankreich große Bedeutung, denn dort erlitten die unter ihrem Führer Vercingetorix vereinigten gallischen Völker 52 v. Chr. die entscheidende Niederlage bei ihrem letzten Versuch, ihre Unabhängigkeit gegen den Eroberer Gaius Iulius Caesar zu verteidigen. Wallfahrten nach Alise-Sainte-Reine zu der heiligen Quelle, an der man ehedem die heidnische Naturgöttin Kybele verehrte, gibt es bis heute. Nahe der Quelle und Kapelle wurde 1910 das Museum Alesia eingerichtet das Funde aus den Ausgrabungen der antiken Stadt und Zeugnisse der Verehrung von Regina zeigte; dieses wurde ins 2021 eröffnete Museum an den Ausgarbeungen verlegt.

2025 wurde eine Reliquie in die Regina geweihte Kirche nach Drensteinfurt bei Münster gebracht; schon seit alters her lag eine solche auch unter dem Altar.

Das Kloster Saint-Pierre in Flavigny wurde in der Französischen Revolution 1791 aufgelöst und verkauft. Seitdem wird es von der Süßwarenfabrik Anis de Flavigny genutzt; die Idee, Anissamen mit Zucker zu umhüllen - ursprünglich zu medizinischen Zwecken und zur Verdauungsförderung -, geht auf die Mönche der Abtei Flavigny zurück. Die Abteikirche und ein Teil der Apsis wurden Anfang des 19. Jahrhunderts zerstört, nur die karolingische Krypta und die Süßwarenwerkstatt von Anis de Flavigny können noch besichtigt werden.

Attribute: Taube
Patronin der Zimmerleute; gegen Krätze, Räude und Geschlechtskrankheiten
Bauernregel: Ist Regine warm und wonnig, / bleibt das Wetter lange sonnig.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kapelle Saine-Reine in Alise-Sainte-Reine kann besucht werden, indem man sich bei Pierre Maillard im Haus neben der Kapelle wendet.

Das moderne Museum und die Ausgrabeungen, der MuséoParc Alésia, ist von April bis November täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, der eintritt beträgt 13,50 €. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://www.wa.de/lokales/drensteinfurt/ein-tag-der-freude-reliquie-der-heiligen-regina-mit-grossen-fest-empfangen-93923789.html - abgerufen am 10.09.2025
• https://evangelische-zeitung.de/flavigny-alesia-und-die-heilige-regina-willkommen-in-burgund - abgerufen am 17.09.2025

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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