Ökumenisches Heiligenlexikon

Walarich

auch: Walerich
französischer Name: Valéry

1 Gedenktag katholisch: 1. April
in Amiens: 12. Dezember (Rückführung der Gebeine)
Niederlegung der Gebeine: 2. April
Ankunft der Gebeine in der Quintinus-Basilika: 21. Mai
Übertragung der Gebeine ins Bertinus-Kloster: 24. August

Name bedeutet: W: der an der Walstatt Mächtige (althochdt.)
V: der Starke / aus dem Geschlecht der Valerier (latein.)

Priester, Einsiedler, Klostergründer und Abt in Leuconay
* um 565 in der Auvergne in Frankreich
1. April 622 (?) in Leuconay nahe dem heutigen Saint-Valéry-sur-Somme bei Amiens in Frankreich


Walarich hörte von Kolumban und lebte zusammen mit einigen Gefährten ab 594 in dessen Kloster Luxeuil - im heutigen Luxeuil-les-Bains. 611 begab er sich mit einem Gefährten in die Einsamkeit von Leuconay - direkt über dem Mündungstrichter der Somme und an einer Quelle gelegen - und wirkte als Glaubensbote im Auftrag von Kolumban. Die Bevölkerung habe er zum Christentum bekehrt, indem er - wie später Bonifatius in Hessen - einen Baum hat fällen lassen, der von den Heiden verehrt wurde. Die Überlieferung berichtet, wie er einen Lahmen heilte.

Pfarrkirche in Saint-Valéry-sur-Somme
Pfarrkirche in Saint-Valéry-sur-Somme

615 gründete Walarich das Kloster in Leuconay - an der Stelle der heutigen Pfarrkirche in Saint-Valéry-sur-Somme. Es war aller Wahrscheinlichkeit nach das älteste Kloster im Bistum Amiens.

Über Walarichs Grab an der Stelle der Einsiedelei im damaligen Leuconay ließ Walarichs Schüler Blidmundus die Kapelle Saint-Valery errichten, die 1878 bis 1880 neu errichtet wurde und heute von einem Verein unterhalten wird. Walarichs Gebeine wurden von Hugenotten nach Corbie verschleppt und dann an einem 12. Dezember zurück in die Pfarrkirche nach Saint-Valéry-sur-Somme gebracht.

Das Wasser der Quelle an der Kapelle Saint-Valery habe Heilkraft bai Augenkrankheiten und helfe, die Treue von Paaren zu bewahren.

Das Kloster Luxeuil wurde 1790 in der Französischen Revolution aufgehoben, die Abteikirche St-Colomban ist jetzt Pfarrkirche, in den Klostergebäuden war eine Schule untergebracht, 2025 sollen sie zum Eventzentrum im Geist des Gründers umgestaltet werden. Das Kloster in Saint-Valéry-sur-Somme wurde ebanfalls in der Französischen Revolution aufgehoben, die Klostergebäude wurden verkauft, die Abteikirche wurde Pfarrkirche.

Patron der Fischer

Die Freunde von St. Kolumban informieren auf ihrer französischsprachigen Webseite über das Kloster Luxeuil und Kolumban.

Die Pfarrkirche in Saint-Valéry-sur-Somme ist normalerweise täglich von 9 Uhr bis 18.30 Uhr - von Oktober bis März nur bis 17 Uhr - geöffnet. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.06.2026

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• Georges Meyer-Berkhoff aus Riedisheim in Frankreich, E-Mail vom 28. November 2025
• Infotafel an der Kapelle Saint-Valery in Saint-Valéry-sur-Somme
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Chapelle_Saint-Valery_de_Saint-Valery-sur-Somme - abgerufen am 09.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Saint-Valery-sur-Somme - abgerufen am 09.06.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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