Wolfram von Sens
auch: Wulfran, Wulfram, Oufran, Eufran, Vulfrann
Gedenktag katholisch: 20. März
Übertragung der Gebeine nach Fontanelle: 31. März, 1. Juni
Übertragung der Gebeine: 1. April, 7. Juni, 15. Oktober
Ankunft der Gebeine in der Sankt-Peters-Abtei auf dem Blandinberg in Gent: 3. September
Name bedeutet: Wolf und Rabe (althochdt.)
Wolfram, Sohn eines Kriegers von König Chlodwig II. von Neustrien und Burgund, übertrug seinen Besitz an das Kloster Fontenelle. 692 wurde Wolfram Bischof von Sens, legte dieses Amt aber 695/696 nieder, zog als Bischof nach Fontenelle und leistete zusammen mit Willibrord Missionsarbeit in Friesland. Er taufte der Überlieferung nach viele Friesen, darunter einen Sohn von Herzog Radbod, und bekämpfte erfolgreich die heidnische Sitte des Kinderopfers. Im Alter gab er sein Bischofsamt auf und kehrte er als einfacher Mönch nach Fontenelle zurück.
Wolfram wurde im Kloster Fontenelle bestattet. An einem 31. März vor 772 wurden seine Gebeine erhoben. Zwei Lebensgeschichten betonen seine Heiligkeit; eine wurde um 800 von einem Mönch Jonas aus Fontenelle verfasst, ein Hymnus stammt aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. 1059 erwarb Graf Enguerrand II. von Ponthieu - der Gegend um Abbeville - Reliquien von Wolfram und ließ sie in die Kirche Notre-Dame seiner Hauptstadt Abbeville übertragen, die daraufhin als Kirche Saint-Vulfran Wolfram geweiht wurde; zudem ließ der Graf dort ein Kanonikerstift mit 26 WeltpriesterWeltpriester - oder auch Diözesanpriester - sind in der römisch-katholischen Kirche alle Priester, die keinem Orden angehören. einrichten.
Das Kloster Fontenelle, das dann nach seinem Gründer und ersten Abt Wandregisil Saint-Wandrille genannt wurde, wurde 862 von den Wikinger zerstört, die Mönche flohen. Ab 960 wurde die Abtei wieder aufgebaut. 1562 wurde sie von Hugenotten geschändet und 1566 teilweise zerstört, dann verkauft, aber bald schon von Mönchen aus dem damaligen Kloster Jumièges wieder belebt. In der Französischen Revolution wurde die Abtei 1790 aufgelöst, die Mönche wurden vertrieben, die Gebäude verkauft. 1893 sorgte der Bischof von Rouen für den Erwerb des Geländes und der verbliebenen Gebäude, die 1894 wieder von Benediktinern bezogen wurden. 1969 wurde eine historische Zehntscheune auf das Klostergelände verlegt und zur neuen Abteikirche als Ersatz für die in Ruinen liegende historische Kirche.
Patron
gegen die Gefahren des Meeres
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Die Ruinen und die heutige Abteikirche im
Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon
sind täglich von 5.15 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Abteigebäude können nur im
Rahmen einer Führung besucht werden diese findet vom 21 März bis Ende Juni und im September täglich um 15.30 Uhr, im Juli und
August um 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr statt, die Gebühr beträgt 5 €. (2026)
Die Kirche Saint-Vulfran in Abbéville ist dienstags
und donnerstag bis samstags von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 14.15 Uhr bis 18 Uhr - geöffnet. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 29.06.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart /
Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_et_archev%C3%AAques_de_Sens - abgerufen am 05.01.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Enguerrand_II_de_Ponthieu - abgerufen am 09.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Wandrille_de_Fontenelle - abgerufen am 18.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.