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Ökumenisches Heiligenlexikon

Adalbero von Würzburg

Gedenktag katholisch: 6. Oktober
gebotener Gedenktag im Bistum Würzburg und Linz

Name bedeutet: edler Bär (althochdt.)

Bischof von Würzburg
* um 1010 auf Schloss Lambach in Oberösterreich
† 6. Oktober 1090 daselbst

Kartenskizze Kartenskizze Kartenskizze

Adalbero, Sohn des Kärntner Markgrafen Arnold von Lambach-Wels, studierte in Würzburg und Paris. Er war vermutlich HofKaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. von König Heinrich III. und mit den späteren Bischöfen Gebhard von Salzburg und Altmann von Passau befreundet. 1045 ernannte Heinrich III. ihn zum Bischof von Würzburg. Adalbero unterstützte die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. und reformierte das Kloster in Münsterschwarzach am Main, er erbaute den Würzburger Dom und gründete das Stift Neumünster bei Würzburg. Er war zunächst Anhänger der Könige Heinrich III. und Heinrich IV. - letzterer war möglicherweise sein Patenkind. Ab 1057 hielt er sich häufiger am Königshof auf.

Im Investiturstreit stellte Adalbero sich 1076 trotz seiner engen Verbindungen zum Königshaus auf die Seite von Papst Gregor VII.; auch nach Canossa ließ er sich nicht auf Kompromisse ein, sondern beteiligte sich 1077 an der Wahl und Krönung des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden in Mainz. Daraufhin konnte er nicht mehr in seine königstreue Bischofsstadt zurückkehren; König Heinrich IV. und die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Mainz erklärten ihn dann im Jahr 1085 für abgesetzt. Er musste sein Bistum verlassen, konnte 1086 dank der Unterstützung durch Rudolf von Rheinfelden kurz nach Würzburg zurückkehren und musste dann wieder fliehen. Bis zu seinem Tod lebte er dann in seinem Schloss Lambach, das er 1056 zu einem Benediktinerkloster umgewandelt hatte.

Adalbero wurde in Lambach bestattet. Seine Verehrung setzte im 17. Jahrhundert ein und führte zu seiner Kanonisation. Bis heute wird er in Lambach verehrt; im September, am Jahrestag der Erhebung der Gebeine, wird Adalberos Reliquienschrein durch die Stiftsgemeinde getragen.

Im Jahr 2009 wurde Adalberos Skelett von Spezialisten der Gerichtsmedizin in Salzburg untersucht: Er war 178 Zentimeter groß. Sein Skelett trägt Spuren schwerer Verletzungen. Bei einem Sturz dürfte er sich mehrere Rippen gebrochen haben, die dann verheilten. Neben dem schlechten Zustand seiner Zähne wurden auch mehrere Wirbelkörperfrakturen, aber auch ein guter Ernährungszustand festgestellt.

Kanonisation: 1883 wurde Adalberos Verehrung als Heiliger von Papst Leo XIII. approbiert.




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• Programm und Abstractband zum zweiten österreichischen Archäometrie-Kongress 13. & 14. Mai 2010, Universität Salzburg, IFFB Gerichtsmedizin, Eigenverlag c/o Universität Salzburg, Salzburg 2010
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990