Ökumenisches Heiligenlexikon

Adalbero von Würzburg

Gedenktag katholisch: 6. Oktober
     geb. Gedenktag im Bistum Würzburg und Linz
Name bedeutet: edler Bär (althochdt.)
Bischof von Würzburg
* um 1010 auf Schloss Lambach in Oberösterreich
† 6. Oktober 1090 daselbst


Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze

Adalbero, Sohn des Kärntner Markgrafen Arnold von Lambach-Wels, studierte in Würzburg und Paris. Er war vermutlich Hofkaplan von König Heinrich III. und mit den späteren Bischöfen Gebhard von Salzburg und Altmann von Passau befreundet. 1045 wurde ernannte Heinrich III. ihn zum Bischof von Würzburg. Adalbero unterstützte die Reformen von Cluny und reformierte das Kloster in Münsterschwarzach am Main, er erbaute den Würzburger Dom und gründete das Stift Neumünster bei Würzburg. Er war zunächst Anhänger der Könige Heinrich III. und Heinrich IV. - letzterer war möglicherweise sein Patenkind. Ab 1057 hielt er sich häufiger am Königshof auf.

Im Investiturstreit stellte Adalbero sich 1076 trotz seiner engen Verbindungen zum Königshaus auf die Seite von Papst Gregor VII.; auch nach Canossa 1077 ließ er sich nicht auf Kompromisse ein, sondern beteiligte sich 1077 an der Wahl und an der Krönung des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden in Mainz. Daraufhin konnte er nicht mehr in seine königstreue Bischofsstadt zurückkehren; König Heinrich IV. erklärte ihn dann im Jahr 1085 für abgesetzt. Er musste sein Bistum verlassen und lebte bis zu seinem Tod in seinem Schloss Lambach, das er 1056 zu einem Benediktinerkloster umgewandelt hatte.

Adalbero wurde in Lambach bestattet. Seine Verehrung setzte im 17. Jahrhundert ein und führte zu seiner Kanonisation.

Kanonisation: 1883 wurde Adalberos Verehrung von Papst Leo XIII. approbiert.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993



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