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Agatho war Benediktinermönch in
Palermo.
Er trug drei Jahre lang einen Stein im Mund, um schweigen zu lernen, und übte
sich unablässig in Geduld gegen den Zorn, der ihn zu überwältigen drohte. Er war
dann Schatzmeister der Kirche in Rom.
Als er 678 zum Papst gewählt wurde, war er nach zuverlässigen Quellen schon
mehr als 100 Jahre alt. Er bewog den Kaiser zum Verzicht auf die Zahlung, die
bislang für die Bestätigung des Papstes zu entrichten war und erreichte, dass
Erzbischof Theodor von Ravenna
die Abhängigkeit seiner Kirche von Rom anerkannte. Auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Rom setzte er den zu Unrecht amtsenthobenen Wilfrid
wieder in sein Amt als Bischof von York
ein. Gerühmt wurde er für seine Freundlichkeit und die vielen vollbrachten
Wunder, die ihm den Beinamen Wundermacher
einbrachten.
Agatho. Fresko aus dem 15. Jahrhundert in der Oberen Kirche des Klosters in Subiaco

Aufgrund seiner Gelehrsamkeit und diplomatischen Kunst gelang es ihm, die
Grundlage für eine Einigung der zerstrittenen Ost- und Westkirche zu schaffen.
Der Streit um die sowohl menschliche als auch göttliche Natur Christi
war 633 mit der Erklärung beigelegt worden, Christus habe beide Naturen gehabt,
dennoch sei nur ein Willensakt für Gottvater und Sohn leitend gewesen. Darin sah
die Westkirche einen unzureichenden Kompromiss. Das 3.
Konzil von Konstantinopel 680/81 anerkannte aufgrund eines Lehrbriefes von
Agatho die Willensfreiheit Christi. Agatho hatte ausgeführt, dass zwei
natürliche Wollungen oder Willen in Christus und zwei natürliche Energien
ungetrennt und unverwandelt, ungeteilt und unvermischt nach der Lehre der
heiligen Väter verkündigt werden, und zwar diese natürlichen Willen nicht als
im Gegensatz zueinander befindlich, sondern so, dass der menschliche Wille
dem göttlichen und alles vermögenden nicht widerspricht oder widerstreitet,
vielmehr sich ihm unterordnet.
Damit hatte sich die Zweinaturenlehre des
Abendlandes auch in ihren Einzelheiten durchgesetzt.
Das Konzil verdammte damit zum einen den Monotheletismus, wonach Christus ausschließlich den väterlichen Willen gehabt habe, zum anderen Papst Honorius I., der nach 633 weiteren Streit hatte beenden wollen, indem er die Auseinandersetzung verbot; damit hatte er aber die Position der Westkirche aufgegeben - dieser Irrtum des Papstes Honorius war ein wichtiges Argument der Opposition beim 1. Vatikanischen Konzil gegen den Beschluss über die Unfehlbarkeit der Päpste. Einige Christen in Syrien trugen den Beschluss nicht mit und trennten sich von der byzantinischen Reichskirche: so entstand die maronitische Kirche. Agatho hatte die Kirchengemeinschaft zwischen Ost- und Westkirche einstweilen gerettet, starb jedoch, noch bevor die Nachricht von den Konzilsbeschlüssen in Rom eintraf.
In den Acta Sanctorum der
Bollandisten trägt Agatho das Prädikat Thaumaturgus
, Wundertäter
.
Bauernregel:
Agatho' Sonnenschein / bringt viel Korn und Wein.
Briefe
von Agatho über den Monothelitismus und das 3. Konzil zu Konstantinopel gibt es
in englischer Sprache online.
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