Ökumenisches Heiligenlexikon

Arialdo

Gedenktag katholisch: 27. Juni
Name bedeutet: Herrscher über das Heer (langobardisch)
Diakon, Märtyrer
* um 1010 in Cucciago bei Cantù in Italien
† 1066 auf einer Insel im Lago Maggiore in Italien
Kartenskizze Kartenskizze

Arialdo Alicatus stammte aus niederem Adel, er studierte in Mailand, Laon und Paris. In Mailand geriet er in die Wirren des Investiturstreites. 1057 begann Arialdo als Diakon in Mailand die Verfehlungen des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. in Predigten anzuprangern. Zusammen mit dem Kleriker Landulf Cotta und dem Priester Anselm, der 1057 Bischof von Lucca und 1061 als Alexander II. Papst wurde, kritisierte Arialdo - unter dem Einfluss der Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. - den seit 1046 amtierenden Mailänder Erzbischof Wido, den sie der Simonie sowie Verstößen gegen den Zölibat und das Gebot der apostolischen Armut bezichtigten, sowie die Bischöfe und den höheren Adel.

Unter Führung von Landulf erhob sich das Volk gegen die verheirateten Geistlichen, entfernte sie mit Gewalt von den Altären entfernte und stürmte ihre Wohnungen. Papst Victor II. berief daraufhin eine Versammlung der Bischöfe in Fontaneto d'Agogna bei Novara ein, die Arialdo und Landulf bannte. Die Kritiker organisierten daraufhin die Partei Pataria, eine revolutionäre demokratische Laienbewegung für Reformen im Klerus, deren Ziele Anklang v. a. bei aufstrebenden Bürgern und Angehörigen des niederen Adels fand. Arialdo reiste 1057 nach Rom und erhielt die Unterstützung durch Papst Stephanus IX.; er setzte ihn wieder in sein Amt ein und bat ihn um Fortsetzung des Reformwerkes. Erzbischof Wido musste sich 1059 vor den päpstlichen Gesandten Petrus Damiani und Anselm von Lucca zur Einhaltung des Zölibats und Abkehr von der Simonie verpflichten. Nachdem Alexander II. 1061 Papst geworden war, überreichte er Erlembald, dem Bruder des inzwischen gestorbenen Landulf, ein Banner und bekannte sich damit feierlich zur Pataria. Sie setzte ihre Angriffe gegen den KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. fort; Erzbischof Wido wurde wegen Rückfalls in die Simonie exkommuniziert.

Am Pfingstfest 1066 kam es zu schweren Unruhen in Mailand, als Wido im Dom seine Exkommunikation öffentlich beklagte; die Anhänger der Pataria misshandelten ihn und stürmten seinen Palast. Wido sprach über Arialdo das Interdikt aus, der musste aus der Stadt fliehen, wurde von Anhängern des Erzbischofs überfallen und schwer verletzt, nachdem zuvor schon ein Mordanschlag gescheitert war. Zehn Monate später fand man seine Leiche im Lago Maggiore.

Sein unverwester Leichnam wurde mit einem großen Trauerzug nach Mailand überführt und von Ostern bis Pfingsten in der Ambrosiuskirche aufgebahrt. 1067 ernannte Papst Alexander II. ihn zum Märtyrer.

Kanonisation: Arialdos Vereherung wurde 1904 von Pius X. bestätigt.
Attribute: Palme, Schwert, Buch

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/01707b.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990


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