Ökumenisches Heiligenlexikon

Autbert von Cambrai
auch: Autbertus Cameracensis
auch: Authbertus, Audebertus, Audobertus, Audoperthus, Aubert, Aucbert

Gedenktag katholisch: 13. Dezember
in Cambrai: 24. Januar (Erhebung der Gebeine)

Name bedeutet: der durch Besitz Glänzende (althochdt.)

Bischof von Arras und Cambrai
* um 600 in Frankreich
† 13. Dezember 669 in Cambrai in Frankreich

Kartenskizze

Autbert war ein Verwandter von Frankenkönig Dagobert I. Er wurde Mönch in einem dem irischen Mönchtum nahestehenden Kloster, wohl in Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains. Acharius von Noyon und Eligius von Noyon gehörten zu seinen Freunden. Autbert kam an den Königshof und förderte von dort aus die Missionsarbeit in Flandern. Um 633 wurde er Bischof von Arras und Cambrai. Zwischen 645 und 652 überführte er zusammen mit Eligius die Reliquien von == Furseus. Die Legende schreibt ihm auch die Überführung der Gebeine seines Vorgängers Vedastus zu.

Autbert intensivierte die Mission, gründete das Kloster Saint-Ghislain, und beauftragte Landelin, die Klöster Saint-Pierre in Lobbes, Aulne - das heutige Leernes -, Wallers und Crespin zu gründen. Die Legende berichtet, wie er mit eigener Hand für die hungernde Bevölkerung Brot gebacken habe, das dann in seinem Auftrag ein Esel selbständig in der Stadt verteilte.

Autberts Grab war in der Kirche St-Pierre nahe Cambrai. Beim Einfall der Normannen 888 wurden die Reliquien in die Marienkirche innerhalb der Stadt übertragen, 1015 in die Abtei St-Paul - die spätere Abtei St-Géry-et-Aubert - überführt. Kaiser Otto I. übergab 948 dieses Kloster dem Bischof Fulbert von Cambrai und wollte dafür die Reliquien von Autbert und Gaugerich für ein Kloster in Magdeburg; er bekam aber nur Reliquien eines anderen Bischofs von Cambrai und eines Prälaten; der darüber entbrannte Streit über die Echtheit hatte um 1020 auch die Abfassung der Lebensgeschichte zur Folge, als deren Verfasser früher Fulbert von Chartres galt.

Patron von Cambrai; der Bäcker





Quellen:
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Bruno W. Häuptli. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XXIV, Nordhausen 2005