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Ökumenisches Heiligenlexikon

Eligius von Noyon

auch: Eloi, Loy

Gedenktag katholisch: 1. Dezember
Übertragung der Gebeine: 25. Juni

Gedenktag evangelisch: 1. Dezember

Name bedeutet: der Auserwählte (latein.)

Bischof von Noyon
* um 588 in Chaptelat bei Limoges in Frankreich
† 1. Dezember 660 in Noyon an der Oise in Frankreich

Kartenskizze

Petrus Christus: Eligius als Goldschmied mit Godeberta (links), 1449, Metropolitan Museum of Art in New York

Petrus Christus: Eligius als Goldschmied mit Godeberta (links), 1449, Metropolitan Museum of Art in New York

Berichtet wird, dass Eligius' schwangere Mutter Torrigia im Traum einen Adler sah, der dreimal rief, um ihr etwas zu verkünden. Sie wagte zunächst nicht, jemanden nach der Deutung zu befragen; doch als sie nach der Geburt des Sohnes gefährdet erschien, wurde ein heiliger Mann gerufen, um für sie zu beten; er prophezeite ihr, der Sohn werde heilig und groß in der Kirche.

Der Knabe wurde im Goldschmiedehandwerk ausgebildet und war dann als Münzmeister am Hof der Merowingerkönige Chlotar II. und Dagobert I., dort eine der wichtigsten Persönlichkeiten mit Einfluss auf das Münzwesen weit im Land. Er soll für Chlotar II. einen goldenen Kopf und einen goldenen Sessel, für dessen Sohn und Nachfolger Dagobert I. mehrere Reliquienschreine gemacht haben. Mehrere Heiligengräber wurden von ihm ausgestattet, für das Kloster in Chelles fertigte er einen Kelch, für die Kirche in St-Denis ein Kreuz. Die Überlieferung berichtet seine Wundertat, wonach er aus dem für einen Thronsessel bestimmten Gold die doppelte Menge machte und zwei Sessel fertigte, um den Erlös Armen zu geben. Von seinen zahlreichen weiteren Wundertaten ist eine besonders häufig berichtet: Er schnitt einem störrischen Pferd, das er beschlagen sollte, das Bein ab, befestigte das Hufeisen auf dem Amboss und setzte das Bein wieder an.

Sandro Botticelli: Das Wunder des Eligius, 1490 - 92, aus dem Altar von San Marco, heute in der Galleria degli Uffizi in Florenz

Sandro Botticelli: Das Wunder des Eligius, 1490 - 92, aus dem Altar von San Marco, heute in der Galleria degli Uffizi in Florenz

Eligius gründete mehrere Klöster und Kirchen und führte als Freund von Kolumban, des Abtes von Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains -, dessen Regel in dem von ihm gegründeten Kloster in Solignac ein. Auch die Gründung der Klöster St-Martial in Paris und St-Loup in Noyon geht auf ihn zurück. Nach Dagoberts Tod 639 verließ er den Hof, wurde gemeinsam mit seinem Freund Aldowin von Rouen Priester und übernahm noch 639 das Amt des Bischofs von Tours, ab 641 das Bischofsamt in Noyon, wozu er in derselben Feier wie Aldowin geweiht wurde.

Von Noyon aus machte er sich verdient um die Missionsarbeit in Flandern. Er entdeckte die Gräber der Märtyrer Quintinius von Saint-Quentin und Piatus von Tournai. Das ihm vom König geschenkte Hofgut bei Limoges baute er als Kloster aus und gründete das Frauenkloster St-Gideberte in Noyon. Er beschenkte schon vor seiner Zeit als Bischof Arme aufs freigiebigste und ließ Sklaven freikaufen. 659 verließ er den Bischofsstuhl und wandte sich selbst zur Mission nach Flandern.

Die unter seinem Namen überlieferten Homilien stammen nicht von Eligius. Seine Verehrung breitete sich besonders in Nordfrankreich und Belgien, darüberhinaus in ganz Europa aus.

Attribute: Kelch, Hammer, Amboss, Zange und Pferdefuß
Patron der Kechte und Bauern, der Gold-, Silber- und Hufschmiede, Schmiede, Schlosser, Metallarbeiter, Bergleute, Büchsenmacher, Münzmeister, Uhrmacher, Lampenmacher, Korbmacher, Graveure, Wagner, Kutscher, Kutschenbauer, Sattler, Pferdehändler und Tierärzte, der Pächter, der Pferde; gegen Pferdekrankheiten
Bauernregel: Fällt auf Eligius ein starker Wintertag, / die Kälte vier Monate dauern mag.

Franz Elsensohn über den Pferdepatron St. Loy und seine Kapelle in Götzis

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

Franz Elsensohn aus Götzis hat Götzner Sagen und Legenden in seinem 2000 erschienen Buch dargestellt.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995