Ökumenisches Heiligenlexikon

Kolumban der Jüngere (von Luxeuil, von Bobbio)

Gedenktag katholisch: 23. November
     n.g. Gedenktag
     Regionalkalender deutsches Sprachgebiet
     geb. Gedenktag im Bistum St. Gallen und in Irland
     Diözesankalender Chur
     geb. Gedenktag in Feldkirch
Gedenktag evangelisch: 23. November
Gedenktag orthodox: 21. November
Name bedeutet: die Taube (latein.)
Klostergründer, Abt, Glaubensbote in Alemannien
* um 542 in der Grafschaft Leinster in Irland
† 23. November 615 in Bobbio in Italien
Kartenskizze


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Kolumban trat - der Überlieferung nach gegen den Willen der Eltern - im Alter von knapp 20 Jahren ins Kloster Bangor ein. Hier wirkte er fast 30 Jahre lang als Lehrer; der für seine asketische Strenge bekannte Abt Comgall beeindruckte ihn. In Irland gründete er dann bedeutende Klöster wie Durrow und Kells.

Mit zwölf Gefährten zog Kolumban um 591 als Glaubensbote in die Bretagne, dann in die Vogesen und gründete wieder einige Klöster, so zunächst das in Annegray und nach dessen raschem Wachstum 593 das in Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains -, dessen erster Abt er wurde, schließlich das in Fontaines. Er stellte selbst Klosterregeln auf für die von ihm gegründeten Klöster, die sich durch außerordentliche Strenge von den seitherigen Regeln abhoben. Kolumban legte Wert auf handwerkliches Können und landwirtschaftliches Wissen, aber auch auf Rhetorik und Kunstsinnigkeit. Zunächst setzten sich diese Regeln fast in ganz Europa durch, erst später wurden sie wieder von den milderen Benediktinerregeln abgelöst.

Da Kolumban sich weigerte, die hierarisch gegliederte fränkische Kirche als Obrigkeit anzuerkennen, und seine Klöster dem Einfluss des Diözesanbischofs entziehen wollte, kam es um 602 zum Konflikt mit den burgundischen Bischöfen. Der wurde noch verschärft, weil Kolumban sich zur Errechnung des Osterdatums der keltischen Methode bediente; Papst Gregor I. vermittelte schließlich einen Kompromiss. Kolumbans Kritik an einer unmoralischen Affäre des burgundischen Königs Theoderich II. und seine Weigerung, den außerehelichen Söhnen des Königs den Segen zu erteilen, führte schließlich 610 zu seiner Verbannung aus Burgund.

Cuonrad Sailer (?): Buchmalerei aus 'St. Galler Hausheilige': Kolumban und Gallus auf der Überfahrt nach Bregenz, um 1455, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen

Cuonrad Sailer (?): Buchmalerei aus St. Galler Hausheilige: Kolumban und Gallus auf der Überfahrt nach Bregenz, um 1455, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen   

Kolumban wandte sich von Nantes aus an den Hof von König Chlothars II., ging dann nach Metz zu König Theudebert II. von Austrien; der schickte ihn zur Mission ins Oberrheingebiet um Freiburg; Kolumban ging dann an den Bodensee nach Bregenz, wo er einige Zellen gründete und so den Grund legte für das später berühmte Kloster Mehrerau, das älteste Kloster in deutschen Landen. Schließlich kam er nach Tuggen am Zürichsee in die Schweiz. Trotz seiner Erfolge bei der Mission unter den heidnischen Alamannen wurde Kolumban von heidnischen Einheimischen vertrieben, auch weil sein Gönner Theudebert II. durch dessen Halbbruder Theuderich II. von Burgund ausgeschaltet wurde. Kolumban ließ aber seinen erkrankten Gefährten Gallus zurück.

Kolumban ging über die Alpen nach Oberitalien, wo ihm der Langobardenkönig Agilolf - trotz Kolumbans Kritik an dem in Mailand gepflogenen Arianismus - Land im Val Trébbia schenkte. Hier gründete er in der halb verfallenen Petersbasilika in Bobbio um 613 ein Kloster, dessen erster Abt er wurde, wo er sein Leben friedlich beenden konnte und wo er auch begraben ist.

Die wichtigsten Quellen für das Leben von Kolumban sind zwei Bücher vom Leben des Abtes und seiner Schüler, 639 - 642 vom Mönch Jonas von. Bobbio verfasst, die hinterlassenen Briefe, Predigten und Gedichte Kolumbans sowie die Lebensgeschichte des Gallus. Kolumban gilt als der Missionar des Gebiets am Oberrhein und in der deutschen Schweiz, er wird daher als der Glaubensbote Alemanniens bezeichnet.

Attribute: als Pilger, segnend, Bär, Sonne
Patron von Irland und Bobbio; gegen Geisteskrankheiten und Überschwemmungen

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon





Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Vollständiges Heiligen-Lexikon ..., 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869



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