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Kolumban trat - der Überlieferung nach gegen den Willen der Eltern - im Alter von knapp 20 Jahren ins Kloster Bangor ein. Hier wirkte er fast 30 Jahre lang als Lehrer; der für seine asketische Strenge bekannte Abt Comgall beeindruckte ihn. In Irland gründete er dann bedeutende Klöster wie Durrow und Kells.
Statue von Franz Anton Zeller: 1715 bis 1717, in der Basilika
St. Mang in Füssen ![]()
Mit zwölf Gefährten zog Kolumban um 591 - nach dem Vorbild seines Namensvetters Kolumban dem Älteren als Glaubensbote in die Fremde: zunächst in die Bretagne, dann in die Vogesen. Wieder gründete er einige Klöster, so zunächst das in Annegray im heutigen La Voivre und nach dessen raschem Wachstum 593 das in Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains -, dessen erster Abt er wurde, schließlich das in Fontaines - dem heutigen Stadtteil Fontaine-lès-Dijon in Dijon. Er stellte selbst Klosterregeln auf für seine Gründungen, die sich durch außerordentliche Strenge von den seitherigen Regeln abhoben. Kolumban legte Wert auf handwerkliches Können und landwirtschaftliches Wissen, aber auch auf Rhetorik und Kunstsinnigkeit. Zunächst setzten sich diese Regeln fast im ganzen Frankenreich durch und lösten das altgallische Mönchtum - ausgehend von Tours und Lérins - ab, erst später wurden sie von den milderen Benediktinerregeln abgelöst.
Da Kolumban sich weigerte, die hierarisch gegliederte fränkische Kirche als Obrigkeit anzuerkennen, und seine Klöster dem Einfluss des Diözesanbischofs entziehen wollte, kam es um 602 zum Konflikt mit den burgundischen Bischöfen. Der wurde noch verschärft, weil Kolumban sich zur Errechnung des Osterdatums der keltischen Methode bediente; Papst Gregor I. vermittelte schließlich einen Kompromiss. Kolumbans Kritik an einer unmoralischen Affäre des burgundischen Königs Theoderich II. und seine Weigerung, den außerehelichen Söhnen des Königs den Segen zu erteilen, führte schließlich 610 zu seiner Verbannung aus Burgund.
Cuonrad Sailer (?): Buchmalerei aus St. Galler Hausheilige
: Kolumban und Gallus
auf der Überfahrt nach Bregenz,
um 1455, in der Stiftsbibliothek in St.
Gallen 
Kolumban wandte sich von Nantes aus an den Hof von König Chlothars II., ging dann nach Metz zu König Theudebert II. von Austrasien; der schickte ihn zur Mission ins Oberrheingebiet um Freiburg; Kolumban aber ging dann im Jahr 610 mit seinen irischen Gefährten nach Tuggen am Zürichsee in die Schweiz. Dort warf er die Heiligtümern der Heiden in den See geworfen wurden, um durch die ausbleibende göttliche Strafe zu zeigen, dass mit diesen Göttern nicht wirklich zu rechnen ist. Trotz seiner Erfolge bei der Mission unter den heidnischen Alamannen wurde Kolumban von den Einheimischen vertrieben, auch weil sein Gönner Theudebert II. durch dessen Halbbruder Theuderich II. von Burgund ausgeschaltet wurde.
Kolumban zog er weiter an den Bodensee nach Bregenz, wo es schon zuvor Christen gegeben hatte, die aber wieder ins Heidentum zurück gefallen waren; sie führte er zum Glauben zurück, belebte die Verehrung von Aurelia wieder und gründete einige Zellen, womit er den Grund legte für das später berühmte Kloster Mehrerau, das älteste Kloster in deutschen Landen. Kolumbans Mission löste aber Streitigkeiten aus, deshalb forderte der Herzog von Überlingen ihn auf, die Gegend zu verlassen. Gallus blieb zurück, angeblich aufgrund einer Krankheit; weil Kolumban ihm dies nicht glaubte verbot er ihm, fortan die Messe zu lesen.
Nach einem Jahr zog Kolumban also nach Oberitalien, wo ihm der Langobardenkönig Agilolf - trotz Kolumbans Kritik an dem in Mailand gepflogenen Arianismus - Land im Val Trébbia schenkte. Hier gründete er in der halb verfallenen Petersbasilika in Bobbio um 613 ein Kloster, dessen erster Abt er wurde, wo er sein Leben friedlich beenden konnte und wo er auch begraben ist.
Von Kolumbans Werken sind erhalten sechs Briefe, 13 Abhandlungen, fünf Gedichte, zwei Klosterregeln und eine Anleitung zur Buße, letztere in irischer Tradition und Abkehr von antikem Brauch.
Die wichtigsten Quellen für das Leben von Kolumban sind zwei Bücher vom Leben
des Abtes und seiner Schüler, 639 - 642 von seinem Schüler, Mönch Jonas von
Bobbio
verfasst, seine eigenen hinterlassenen Werke sowie die
Lebensgeschichte des Gallus. Kolumban
gilt als der Missionar des Gebiets am Oberrhein und in der deutschen Schweiz,
er wird daher als der Glaubensbote Alemanniens
bezeichnet.
Attribute:
als Pilger, segnend, Bär, Sonne
Patron
von Irland und Bobbio;
gegen Geisteskrankheiten und Überschwemmungen
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
In dem Artikel über Kolumban steht, dass Agilolf TROTZ dessen Kritik am Arianismus Bobbio schenkte. Richtig insofern, als aus Briefen Kolumbans an den Papst hervorgeht, dass Agilolf zeitlebens Arianer blieb. Aber: Es war Agilolf, der seinen Sohn katholisch taufen ließ (was sein Königs-Vorgänger noch strikt verboten hatte), der mit einer Katholikin verheiratet war, der den zuvor vertriebenen Bischöfen (naja, nicht allen ...) eine Rückkehr ermöglichte und Besitztümer an die Kirche zurückgab. Das kann man mit Fug und Recht Annäherung nennen. Es dauerte dann ja auch nicht mehr lange, bis die Langobarden sogar ihre Sprache aufgaben, sich in den italienischen Kulutrkreis ergaben und katholisch wurden.
Adi Grossmann über E-Mail, 23. Oktober 2011
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