Ökumenisches Heiligenlexikon

Quintinius (Quentin)

Gedenktag katholisch: 31. Oktober
     Auffindung der Gebeine: 3. Januar
     in Noyon: Erhebung der Gebeine: 2. Mai
     in Angers und Le Mans: Auffindung der Gebeine: 8. Juli
     in Noyon: Übertragung der Gebeine: 25. Oktober
Name bedeutet: der Fünfte (latein.)
Märtyrer
* in Rom, in Italien oder in Frankreich
† um 300 beim heutigen St-Quentin in Frankreich
Kartenskizze

Quintinius gehörte der Überlieferung nach einer römischen Senatorenfamilie an und kam unter Kaiser Maximianus nach Gallien, um gemeinsam mit Lucian als Glaubensbote in der Gegend um Amiens zu wirken; dort ereilte ihn der Martertod. Nach späterer Überlieferung wurde er mit Nägeln gepiekst, mit heißem Pech übergossen, der Leichnam in den Fluss Somme geworfen; vierzig Jahre später ließ die blinde römische Adlige Matrone Eusebia aufgrund einer Vision den Leichnam aus der Somme bergen und in einer von ihr erbaute Kapelle und beisetzen.

Quintinius wurde nach dem Zeugnis von Gregor von Tours bereits im 6. Jahrhundert verehrt. Um 641 fand Eligius die Reliquien und fertigte ein reichgeschmücktes Grabmal an, aus jener Zeit stammt die erste überlieferte Leidensgeschichte. Durch die großen Pilgerströme entwickelte sich an dieser Stelle die nach dem Märtyrer benannte Stadt St-Quentin, deren 835 erbaute Kirche mit dem Grab von Quintinius noch immmer ein Wallfahrtsort ist. In der Karolingerzeit entstanden mehrere weitere Leidensgeschichten. Wegen der Normanneneinfälle wurden die Reliquien 881 und 883 nach Laon gebracht. Die Geschichte des Quintinius wurde in mehreren altenglischen und altfranzösischen Werken des späteren Mittelalters literarisch verarbeitet.

Attribute: Nägel
Patron der Schlosser, Schneider, Lastenträger, Ärzte und Kapläne; gegen Husten, Keuchhusten, Schnupfen und Wassersucht

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000



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