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Ökumenisches Heiligenlexikon

Quintinius von Saint-Quentin

französischer Name: Quentin

Gedenktag katholisch: 31. Oktober
Auffindung der Gebeine: 3. Januar
in Noyon: Erhebung der Gebeine: 2. Mai
in Angers und Le Mans: Auffindung der Gebeine: 8. Juli
in Noyon: Übertragung der Gebeine: 25. Oktober

Name bedeutet: der Fünfte (latein.)

Märtyrer
* in Rom, in Italien oder in Frankreich
† um 285 beim heutigen St-Quentin in Frankreich

Kartenskizze

Quintinius gehörte der Überlieferung nach einer römischen Senatorenfamilie an und kam unter Kaiser Maximianus nach Gallien, um gemeinsam mit Lucian als Glaubensbote in der Gegend um Amiens zu wirken; er wurde verhaftet, in Vermand gemartert und schließlich beim heutigen St-Quentin enthauptet. Nach späterer Überlieferung wurde er mit Nägeln gepiekst, mit heißem Pech übergossen, der Leichnam in den Fluss Somme geworfen; vierzig Jahre später ließ die blinde römische Adlige Matrone Eusebia aufgrund einer Vision den Leichnam aus der Somme bergen und in einer von ihr erbauten Kapelle beisetzen.

Quintinius wurde nach dem Zeugnis von Gregor von Tours bereits im 6. Jahrhundert verehrt. Um 641 fand Eligius von Noyon die Reliquien und fertigte ein reich geschmücktes Grabmal an, aus jener Zeit stammt die erste überlieferte Leidensgeschichte. Durch die großen Pilgerströme entwickelte sich an dieser Stelle die nach dem Märtyrer benannte Stadt St-Quentin, deren 835 ihm geweihte Kirche mit dem Grab von Quintinius auch als Neubau aus dem 13. Jahrhundert noch immer ein Wallfahrtsort ist. In der Karolingerzeit verbreitete sich die Verehrung, es entstanden mehrere weitere Leidensgeschichten. Wegen der Normanneneinfälle wurden die Reliquien 881 und 883 nach Laon gebracht. Die Geschichte des Quintinius wurde in mehreren altenglischen und altfranzösischen Werken des späteren Mittelalters literarisch verarbeitet.

Attribute: Nägel
Patron der Schlosser, Schneider, Lastenträger, Ärzte und Kapläne; gegen Husten, Keuchhusten, Schnupfen und Wassersucht

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Acta Sanctorum - Auffindung der Gebeine

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999