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Ökumenisches Heiligenlexikon

Dulce de Souza Brito Lopes Pontes

Taufname: Maria Rita de Sousa Brito Lopes Pontes

Gedenktag katholisch: 13. August

Gedenktag anglikanisch: 13. März

Name bedeutet: die Liebliche (portugiesisch)

Ordensfrau, Gründerin
* 26. Mai 1914 in Salvador in Bahia in Brasilien
† 13. März 1992 daselbst


Maria Rita, Tochter des Zahnarztes Augusto Lopes Pontes und seiner Frau Dulce Maria de Souza Brito, entschloss sich im Alter von 13 Jahren - nach einem Besuch mit ihrer Tante in einem Armenviertel - ihr Leben in den Dienst der Notleidenden und der Kirche zu stellen; in ihrem Elternhaus betreute sie Arme und Kranke. Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Lehrerin trat sie 1933 in den Missionsorden der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis der Muttergottes ein. In São Cristóvão im Bundesstaat Sergipe machte sie ihr Noviziat und erhielt den Ordensnamen Dulce. Sie wirkte dann als Lehrerin in einer Schule, die ihre Kongregation in der Unterstadt von Salvador unterhielt, und begann mit Sozialarbeit unter den Armen.

1936 rief Dulce einen Verein zur Versorgung von kranken und unterbezahlten Arbeitern und ihrer Familien ins Leben. Daraus wurde ein Jahr später in Zusammenarbeit mit dem deutschen Pater Hildebrand Kruthaup von der nordostbrasilianischen Franziskanerprovinz der katholische Arbeiterverein im Bundesstaat Bahia. Der Verein bot den Arbeitern soziale, religiöse, rechtliche und ärztliche Betreuung. 1939 eröffnete Dulce eine eigene Schule für die Kinder und begann mit Hausbesuchen in den Hütten der Armen auf der Ilha dos ratos, der Insel der Ratten. Dort begegnete sie eines Tages einem kleinen, hungrigen und vor Fieber zitternden Jungen, der dort Zeitungen verkaufte. Sie führte ihn zu einem leer stehenden Bretterhäuschen und brachte ihn dort unter, ebenso wie am nächsten Tag eine alte, krebskranke Frau. Als sich die Zahl der Kranken sehr vergrößerte hatte, zog Dulce mit ihnen in die geräumige Halle des alten Fischmarktes um; schließlich gab ihr die Oberin ihres Ordens die Erlaubnis, den alten Hühnerstall des Klosters in eine Herberge für die Armen zu verwandeln. Als die Oberin später fragte, was mit den Hühnern geschehen sei, eröffnete Dulce ihr, dass sie daraus Suppe für die dort Untergebrachten gemacht habe. So legte sie den Grundstein für eines der größten Sozialwerke Brasiliens.

Das Engagement für Unterdrückte und Arme stand für Dulce immer im Mittelpunkt. Mit ihrem intensiven Engagemant eckte sie auch innerhalb der Kirche an. So kritisierte ein Bischof, er halte es für unschicklich, dass sie ärmlich bekleideten Fabrikarbeitern in kurzen Hosen Katechismus-Unterricht erteilte. Dennoch ging Dulce ihren Weg unbeirrt weiter. Dabei spielte auch die Katechese eine wichtige Rolle, in der Gefängnisseelsorge genauso wie in der Erstkommunion-Vorbereitung.

Aus der Herberge im Hühnerstall entstand das Krankenhaus St. Antonius, damals das größte Krankenhaus im Nordosten Brasiliens für mehr als tausend Patienten mit ambulanten Behandlungsräumen und sozialerzieherischen Einrichtungen. Schwester Dulce besuchte nun Firmen und Menschen der Mittel- und der Oberschicht, um Spenden und Lebensmittel zu bekommen. Der immer größer werdende Einsatz ihrer Mitschwestern in dem wachsenden Soziawerk wurde bun in Frage gestellt, Dulce weigerte sich jedoch standhaft dagegen, dass für die strenge Tagesordnung der Missionsschwestern der soziale Einsatz vernachlässigt werden sollte. Die Spannung endete schließlich von 1965 bis 1975 der Exklaustration – einer Zeit, in der Dulce zwar Mitglied der Kongregation blieb, aber von vielen Verpflichtungen im Orden entbunden war. Bei seinem ersten Besuch in Brasilien im Jahr 1980 bestärkte Papst Johannes Paul II. Schwester Dulce, mit ihrem sozialen Werk beherzt weiterzumachen. Auch 1991 bestand er darauf, die schon ziemlich kranke Schwester zu besuchen. Nach langer Krankheit starb Schwester Dulce, im Volksmund der gute Engel von Bahia oder auch Teresa von Brasilien genannt.

Das Wunder zur Einleitung der Seligsprechung geschah 2001. Die 41-jährige Claudia Cristina Santos aus der Ortschaft Malhador bei Aracajú, erlitt nach der Geburt ihres zweiten Kindes schwere Unterleibsblutungen, die nicht gestoppt werden konnten, bis der Priester José Almir versprach, unter Anrufung von Schwester Dulce für sie zu beten. Das Wunder wurde von Papst Benedikt XVI. 2010 anerkannt. Als Gedenktag wurde der 13. August festgelegt, der Tag, an dem sie 1933 ihre ewigen Gelübde ablegte. Auch in der Anglikanischen Kirche in Brasilien wird Dulche nach dem Beschluss der anglikanischen Bischofskirche von Brasilien verehrt.

Kanonisation: Die Seligsprechung von Schwester Dulce erfolgte am 22. Mai 2011 durch den Erzbischof Geraldo Majella Agnelo in Salvador im Auftrag von Papst Benedikt XVI., die Heiligsprechung am 13. Oktober 2019 durch Papst Franziskus in Rom; sie wurde damit die erste in Brasilien geborene weibliche Heilige.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 25.10.2019

Quellen:
• Pater Rainer Kröger, E-Mail vom 15. Mai 2011 unter Verwendung von Artikeln aus:
- der Monatszeitschrift Revista de Aparecida, veröffentlicht vom Marienwallfahrtsort der Schutzpatronin Brasiliens Nossa Senhora Aparecida, Ano 10, Nr. 110, Mai 2011, S. 28
- der Tageszeitung Correio do Estado Notícias Carro Casa Brasil, 14. Mai 2011 über das Wunder zur Seligsprechung
- der Beilage der Illustrierten Isto é ohne Zeitangabe
• https://pt.wikipedia.org/wiki/Irmã_Dulce
• https://www.kirche-und-leben.de/artikel/eine-neue-heilige-aus-brasilien-mit-bezug-zum-bistum-muenster/

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.