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Ökumenisches Heiligenlexikon

Teresia Gonxhe Bojaxhiu - Mutter Teresa

Taufname: Agnes
albanisch: Anjezë

Gedenktag katholisch: 5. September
Fest bei den Missionarinnen der Nächstenliebe
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Mailand, dem Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teil des Bistums Lugano und im Erzbistum Freiburg

Name bedeutet:T: von der Insel Thera (der heutigen Insel Santorin) stammend (griech.)
A: die Reine (griech.)
G: Blütenknospe (türkisch)

Ordensgründerin
* 26. August 1910 in Üsküp, heute Skopje in Mazedonien
† 5. September 1997 in Kalkutta in Indien


Mutter Teresa
Mutter Teresa

Agnes Gonxhe Bojaxhiu wurde als Tochter eines Bauunternehmers der albanischen Bevölkerungsgruppe geboren und katholisch getauft. Als sie neun Jahre alt war, starb der Vater überraschend. Immer stärker verspürte das Mädchen den Wunsch, sich in der Mission zu engagieren. Im Alter von 18 Jahren schloss sie sich unter dem Einfluss von Jesuiten in Letnica den Schwestern der Jungfrau von Loreto an und erhielt in Rathfarnham in Irland ihre Ausbildung als Missionarin. Anfang 1929 kam sie über Colombo, Madras - das heutige Chennai - und Kalkutta nach Darjeeling am Fuß des Himalaya-Gebirges, wo sie das Noviziat absolvierte, in den Orden aufgenommen wurde und in Erinnerung an Thérèse von Lisieux den Ordensnamen Teresa annahm.

In Kalkutta wurde Teresa zur Lehrerin ausgebildet, im Mai 1937 legte sie das Ordensgelübde ab und wurde Leiterin einer höheren Schule für bengalische Mädchen in Kalkutta. Direkt neben der Schule lag ein großes Armenviertel. Am 10. September 1937 zog Teresa sich nach Darjeeling zurück, wo sie sich entschloss, ihr Leben in Zukunft den Ärmsten der Armen zu widmen; als wichtigsten Tag ihres Lebens bezeichnete sie deshalb diesen Tag. 1946 begann sie, in Kalkutta unter den Ärmsten im Slum zu leben und zu arbeiten; dennoch dauerte es bis 1948, bis sie die Erlaubnis erhielt, den Orden zu verlassen.

Das Ordenshaus in Calcutta
Das Ordenshaus in Kalkutta

1949 schloss sich ein bengalisches Mädchen Teresas Wirken an, sie eröffnete die erste Schule in einem Slum in Kalkutta. 1950 genehmigte der Papst die Gründung der Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe, die damals 12 Schwestern umfasste und deren Generaloberin Teresa wurde und bis kurz vor ihrem Tod blieb. Die Ordensschwestern verpflichteten sich, niemals für Geld oder für Wohlhabende tätig zu sein und kümmerten sich in den Elendsvierteln von um ausgesetzte Säuglinge, Kranke, Hungernde und Sterbende. 1952 eröffnete sie in das Haus Nirmal Hriday, reines Herz, ein Kranken- und Sterbehaus, um die Ärmsten von der Straße zu holen. Dort haben seitdem zehntausende Menschen Hilfe gefunden, mehr als die Hälfte habe Dank der Pflege überlebt, die anderen sind zumindest in Würde gestorben. Noch im selben Jahr konnte das Kinderhaus Shishu Bhavan, Stadt des Friedens, eröffnet werden. 1962 gründete Mutter Teresa die Leprakolonie Shanti Nagar, Stadt des Friedens, es folgte die Gründung von Schulen für Arme, von Entbindungsheimen und einem Heim für ledige Mütter.

Durch den Journalisten Malcolm Muggeridge wurde Mutter Teresa weltweit bekannt - ohne ihn hätte die Welt vielleicht nie von Mutter Teresa erfahren, schrieb nach ihrem Tod die Catholic Times. Sie selbst machte ihre Arbeit bekannt durch Reisen in die Metropolen der Welt. Die Gemeinschaft wuchs und bekam viele Spenden, besonders, nachdem Teresa 1979 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. 1985 wurde ihr die Freiheitsmedaille des Präsidenten der USA verliehen. Weltweite Aufmerksamkeit erzielte schließlich auch ihre Freundschaft mit der Gattin des englischen Thronerben, Lady Diana.

Buchtitel
Buchtitel

Im Jahr 2007 erschien ein Buch mit überraschenden Enthüllungen und dem Titel   Komm, sei du mein Licht! Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta Gerüchte, die von einer Nachtseite und tiefen seelischen Erschütterungen wissen wollten, solle durch Veröffentlichung des Materials - gegen den erklärten Willen der Autorin - Einhalt geboten werden; der Herausgeber des Buches ist der Heiligsprechungs-Postulator, Father Brian Kolodiejchuk. Wer darin die mystischen Partien einer tiefen Vereinigung mit Gott überliest, ist schockiert und befremdet, Sätze zu lesen wie In mir ist kein Gott oder Wenn ich jemals eine Heilige werde, dann ganz gewiss eine Heilige der Dunkelheit. Ich werde nie den Himmel sehen … So wird aus einer unerreichbaren Heiligen ein Mensch von Fleisch und Blut, Zeitgenossin des modernen Menschen.

Mutter Teresa erntete aber auch Kritik. In den Unterkünften in Kalkutta hätten unter der Verantwortung von Mutter Teresa untragbare hygienische Zustände geherrscht, unter denen die Kranken und Armen gelitten hätten; sie habe dies zugelassen, weil sie das Leid verherrlicht habe, da es die Menschen dem Vorbild Christi näherbringe und so die Möglichkeit eröffne, Gott näher zu kommen. Vorgeworfen wurde ihr auch mangelnde Transparenz über die Verwendung der Millionen von Spendengeldern. Auch Mutter Teresas Ablehnung von Schwangerschaftsabbruch und Verhütung stieß auf Kritik. Die katholische Lepra-Ärztin Ruth Pfau hielt ihr vor, sich nicht um die Ursachen von Armut und Krankheit zu scheren. Gerüchte, die Ordensschwestern würden die Schwachhet der Kranken ausnutzen und sie auf dem Sterbebett bekehren, wurden immer wieder laut, aber von Mutter Teresa heftig dementiert.

Mutter Teresa 1993 in einem Kinderheim in Singapur
Mutter Teresa 1993 in einem Kinderheim in Singapur

Der Kritik zum Trotz wurde der Name Mutter Teresa zum Sprichwort und für den Einsatz für Schwache, Kranke und Arme und zum Sinnbild dafür, was es heißt, sich selbst zurückzunehmen und sein Leben für andere einzusetzen. Nach ihrem Tod erhielt Mutter Teresa, der Engel der Armen, in Indien ein Staatsbegräbnis. Im Jahr 2007 unterhielt der Orden 757 Häuser der Nächstenliebe in 145 Ländern, unter anderem Heime für Sterbende, für Aids- und Lepra-Kranke, für Obdachlose und Kinder.

Der Flughafen der albanischen Hauptstadt Tirana trägt den Namen der Nonne, denn Albanien ist stolz auf die Herkunft von Mutter Teresa; zu ihrem 100. Geburtstag 2010 wollte man sogar ihre Gebeine nach Tirana umbetten zu lassen. Auch das Kosovo beanspucht ihre Wurzeln, denn ihre Mutter stamme von hier; in der Hauptstadt Priština wurde ihr zum 100. Geburstag eine große Kathedrale erbaut, eine Hauptstraße nach ihr benannt und dort eine Bronzestatue aufgestellt. Mazedonien bestreitet, Teresas Vater sei wirklich Albaner gewesen: er habe dem kleinen romanischen Volk der Zinzaren angehört, das im 18./19. Jahrhundert aus Albanien vertrieben wurde.

Die für die Seligsprechung notwendige Wunderheilung bezeugte die arme Inderin Monica Besra, die von einem Tumor im Bauch geheilt wurde, nachdem man ein von Mutter Teresa gesegnetes Amulett darauflegte; die Inderin wurde eigens nach Rom gebracht, um den Fall zu prüfen. Knapp vier Jahre später lebt die 40-Jährige, die sich als Tagelöhnerin durchschlägt, laut indischen Medien mit ihren Kindern in bitterster Armut. Das für die Heiligsprechung erforderliche Wunder war die Heilung der Gehirnerkrankung eines Brasilianers.

Kanonisation: Der Selig- und Heiligsprechungsprozess für Teresa wurde im Juni 1999 eröffnet - mit besonderer Erlaubnis von Papst Johannes Paul II., weil dieser Prozess normalerweise frühestens fünf Jahre nach dem Tod eingeleitet werden kann. Die Seligsprechung erfolgte am 19. Oktober 2003, nur sechs Jahre nach dem Tod der Ordensfrau; das war die schnellste Seligsprechung der Neuzeit. Am 4. September 2016 wurde Teresa von Papst Franziskus in einer Feier als Höhepunkt des von diesem ausgerufenen Jahres der Barmherzigkeit mehr als 100.000 Menschen - darunter der indische Premierminister Narendra Modi - auf dem Petersplatz in Rom heiliggesprochen.

Literatur zu Mutter Teresa

  Eine sehr informative, umfangreiche Website über Mutter Teresa stellt Leben und Werk dar, enthält viele Original-Texte, Gebete, Bilder, Literaturhinweise und Links.

  Umfangreiche Angaben zur Biographie, zu Texten von Mutter Teresa im Internet, eine umfassende Bibliographie und links zu Internet-Seiten über Mutter Teresa hält die Homepage von Helmut Zenz bereit.

  Seine Diplomarbeit Mutter Teresa und Frère Roger - Bewahren und Voranschreiten hat KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. Christian Sieberer ins Netz gestellt.

  Einen ebenso kritischen wie interessanten Artikeln mit weiteren links zu Seiten mit Kritik an Denken und Handeln von Mutter Teresa hat Erik Möller verfasst: Zur Seligsprechung von Agnes Gonxha Bojaxhiu, alias Mutter Teresa.

  Der bekannteste Kritiker von Mutter Teresa ist der (laut Selbsterklärung) Atheist Aroup Chatterjee; sein Buch Mother Teresa - the final verdict gibt es komplett online in englischer Sprache.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.11.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• http://www.tisv.be/mt/indmt.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000
• http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Mutter-Teresa;art1117,2372036
• http://www.presseportal.de/pm/54301/1038530/droemer_verlag
• Chronik-Kalender 2007, Harenberg, Dortmund 2006
• Christine Möllhoff: Noch ein Wunder bis zur Heiligkeit. Frankfurter Rundschau, 5. September 2007
• http://unserekirche.de/kurznachrichten/die-heilige-der-gosse
• http://www.aargauerzeitung.ch/ausland/heilige-mutter-teresa-warum-sich-drei-balkanstaaten-um-ihre-herkunft-streiten-130540438