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Christoph Friedrich Blumhardt, der Jüngere
, war der Sohn von Johann
Christoph Blumhardt. Er studierte ab 1862 in Tübingen
Theologie und wurde 1866 Vikar in der badischen Landeskirche. Sein Vater rief
ihn Ende 1869 nach Bad
Boll, wo er 10 Jahre lang an dessen Seite als Gehilfe und Sekretär wirkte.
Christoph Blumhardts Predigten waren vollmächtig und wurden immer wieder durch
deutliche Zeichen bekräftigt. Er wollte das Reich Gottes auf Erden verwirklichen
und sah als eine der Voraussetzungen hierfür die Neuordnung der menschlichen
Verhältnisse angesichts der Auswirkungen der kapitalistisch geprägten Wirtschaft:
er sei mit Püffen und Stößen von Gott auf die soziale Frage hingewiesen
worden.
1899 bekannte Blumhardt sich als Jünger Jesu zum Sozialismus
und nannte
sich einen Bundesgenossen der Arbeiter
. Nach vielen daraufhin erfolgten
Schmähungen, mit denen die kirchlichen und politischen Kreise und Zeitungen ihn
überhäuften, erklärte er - da er nicht widerrufen wollte - seinen Beitritt zur
Sozialdemokratischen Partei. 1900 wurde er als deren Vertreter in den
Württembergischen
Landtag in Stuttgart
gewählt, wo er bis 1906 Abgeordneter war.
Auf Reisen ins Heilige Land im Jahr 1906 und nach Ägypten im Jahr 1910 erkrankte Blumhardt. In dieser Zeit erkannte er, dass der Sozialismus eine weltliche Sache sei und nicht die von ihm erstrebte gottgewirkte Gemeinschaft war. 1913 legte er die Leitung von Bad Boll in die Hände eines Freundeskreises, predigte dort aber noch bis zum Sommer 1917, als er sich nach einem Schaganfall ganz zurückzog.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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