Ökumenisches Heiligenlexikon

Cordula
auch: Kordula

Gedenktag katholisch: 22. Oktober
Name bedeutet: das Mädchen (griech.)
oder: das Herz (latein.)
Märtyrerin
† um 304 (?) oder um 451 (?) in Köln in Nordrhein-Westfalen
Kartenskizze

Cordula, von königlicher Abkunft, gilt als eine der 11.000 Gefährtinnen der Ursula von Köln. Sie hatte sich der Legende nach beim Herannahen der Hunnen im unteren Schiffsraum verborgen und war nicht entdeckt worden, verließ aber freiwillig ihr Versteck, um sich dem Martertod der anderen nicht zu entziehen und wurde nachträglich mit einem Pfeilschuss umgebracht.

Cordulas Name und Schicksal wurde Helmtrud von Neuenheerse in einer Vision offenbart; deren erste Überlieferung ist um 970 nachgewiesen. Eine weitere Vision hatte Hermann Joseph von Steinfeld, er sah drei verschiedene Märtyrerinnen dieses Namens.

Cordulas Gebeine kamen in die Johanniterkirche in Köln, 1278 wurden sie von Albertus Magnus erhoben. Nach der Säkularisation kamen sie nach Königswinter und Rimini; auch andere Kirchen sehen sich um Besitz von Cordulas Leib oder Kopf; in Osnabrück gibt es einen Prachtschrein für ihre Reliquien.

Cordula-Schrein von 1446/47, im Domschatz von Osnabrück

Cordula-Schrein von 1446/47, im Domschatz von Osnabrück





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XVII, Herzberg 2000


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