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Eduard Müller wurde 1940 zum Priester geweiht, er war als Adjunkt zusammen
mit Johannes Prassek und
Hermann Lange an der
Herz-Jesu-Kirche in Lübeck
eingesetzt. Er war ein eher unpolitischer Mensch, vornehmlich in der
Jugendseelsorge eingesetzt. Aber wie seine Kollegen hörte auch er den englischen
Feindsender
. Zusammen mit seinen Kollegen vervielfältigte und verteilte Müller
dann Predigten des Bischofs von Münster,
Graf von Galen, in denen
der sich gegen die Vernichtung psychisch und physisch Kranker durch die
Nationalsozialisten wandte. Auch war bei Gruppenabenden in der Herz-Jesu-Kirche
offen über die Sinnlosigkeit des Krieges diskutiert worden.
Nach der Verhaftung des evangelischen Lübecker
Pfarrers Karl Friedrich
Stellbrink wurden auch die drei katholischen Geistlichen und weitere 18
Laien verhaftet und im Juni 1943 vom eigens aus Berlin
angereisten Volksgerichtshof wegen landesverräterischer Feindbegünstigung
,
Wehrkraftzersetzung
, Vergehen gegen das Rundfunkgesetz
und das
Heimtückegesetz
zum Tode verurteilt und im Gefängnis Holstenglacis in
Hamburg
mit dem Fallbeil zusammen hingerichtet; die Laien bekamen Zuchthausstrafen.
Kanonisation:
Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 2003 eingeleitet. Die Seligsprechung
fand am 25. Juni 2011 durch den Präfekten der Heiligsprechungskongregation,
Angelo Kardinal Amato - auch für die beiden anderen katholischen Geistlichen
- in Lübeck
statt; dabei wurde auch des protestantischen Geistlichen Karl
Friedrich Stellbrink gedacht.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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Lübecker Märtyrer. Evang. Pressedienst, 9. November 2001