Ökumenisches Heiligenlexikon

Eduard Müller

Gedenktag katholisch: 10. November
Name bedeutet: Hüter des Besitzes (althochdt.)
Priester, Märtyrer
* 20. August 1911 in Neumünster in Schleswig- Holstein
† 10. November 1943 in Hamburg
Kartenskizze

Eduard Müller wurde 1940 zum Priester geweiht, er war als Adjunkt zusammen mit Johannes Prassek und Hermann Lange an der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck eingesetzt. Er war ein eher unpolitischer Mensch, vornehmlich in der Jugendseelsorge eingesetzt. Aber wie seine Kollegen hörte auch er den englischen Feindsender. Zusammen mit seinen Kollegen vervielfältigte und verteilte Müller dann Predigten des Bischofs von Münster, Graf von Galen, in denen der sich gegen die Vernichtung psychisch und physisch Kranker durch die Nationalsozialisten wandte. Auch war bei Gruppenabenden in der Herz-Jesu-Kirche offen über die Sinnlosigkeit des Krieges diskutiert worden.

Nach der Verhaftung des evangelischen Lübecker Pfarrers Karl Friedrich Stellbrink wurden auch die drei katholischen Geistlichen und weitere 18 Laien verhaftet und im Juni 1943 vom eigens aus Berlin angereisten Volksgerichtshof wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Wehrkraftzersetzung, Vergehen gegen das Rundfunkgesetz und das Heimtückegesetz zum Tode verurteilt und im Gefängnis Holstenglacis in Hamburg mit dem Fallbeil zusammen hingerichtet; die Laien bekamen Zuchthausstrafen.

Kanonisation: Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 2003 eingeleitet. Die Seligsprechung fand am 25. Juni 2011 durch den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, Angelo Kardinal Amato - auch für die beiden anderen katholischen Geistlichen - in Lübeck statt; dabei wurde auch des protestantischen Geistlichen Karl Friedrich Stellbrink gedacht.

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Quellen:

• Thomas Morell: Die Lübecker Märtyrer. Evang. Pressedienst, 9. November 2001
• http://www.ln-online.de/nachrichten/3154922/Tausende_bei_Seligsprechung_von_Nazi-Widerst%C3%A4ndlern_in_L%C3%BCbeck


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