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Johannes Prassek wurde 1937 zum Priester geweiht, er war als Kaplan zusammen mit Eduard Müller und Hermann Lange an der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck eingesetzt. Er war als begabter, mitreißender Prediger und als politisch denkender Intellektueller bekannt. In Soldaten- und Jugendgruppen kritisierte er offen die Erschießung von Gefangenen und Juden. Um polnischen Zwangsarbeitern helfen zu können, lernte er Polnisch. Zusammen mit seinen Kollegen vervielfältigte und verteilte Prassek Predigten des Bischofs von Münster, Graf von Galen, in denen der sich gegen die Vernichtung psychisch und physisch Kranker durch die Nationalsozialisten wandte. Auf Gruppenabenden in der Herz-Jesu-Kirche war offen über die Sinnlosigkeit des Krieges diskutiert worden.
Nach der Verhaftung des evangelischen Lübecker
Pfarrers Karl
Friedrich Stellbrink wurden auch die drei katholischen Geistlichen und
weitere 18 Laien verhaftet und im Juni 1943 vom eigens aus Berlin
angereisten Volksgerichtshof wegen landesverräterischer Feindbegünstigung
,
Wehrkraftzersetzung
, Vergehen gegen das Rundfunkgesetz
und das
Heimtückegesetz
zum Tode verurteilt und im Gefängnis Holstenglacis in Hamburg
mit dem Fallbeil zusammen hingerichtet; die Laien bekamen Zuchthausstrafen.
Kanonisation:
Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 2003 eingeleitet. Die Seligsprechung
fand am 25. Juni 2011 durch den Präfekten der Heiligsprechungskongregation,
Angelo Kardinal Amato - auch für die beiden anderen katholischen Geistlichen
- in Lübeck
statt; dabei wurde auch des protestantischen Geistlichen Karl
Friedrich Stellbrink gedacht.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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Lübecker Märtyrer. Evang. Pressedienst, 9. November 2001