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Fra Bartolomeo: Portrait, um 1498 im Museo di San Marco in Florenz 
Girolamo Savonarola wurde 1475 Dominikaner in Bologna. 1482 wurde er zum Lektor am Konvent S. Marco in Florenz ernannt und errang Ruhm als Bibeltheologe. Als redegewandter Bußprediger prangerte er in Aufsehen erregenden Predigten den Sittenverfall der Herrschenden und die Verderbtheit der päpstlichen Kirche an und prophezeite - auch aufgrund von Visionen - Gottes Strafgericht, falls es keine Reformen gebe. 1487 wurde er aus Florenz entfernt und setzte in Norditalien seine Predigttätigkeit fort; er lehrte ein Leben in Glauben, Liebe und Sittenstrenge, forderte die politische Freiheit der Völker als göttliches Recht und hatte großen Zulauf aus dem Volk, da er den Unmut der Armen und Unterdrückten formulierte.
Durch Vermittlung von Lorenzos de' Medici konnt Girolamo Savonarola nach
Florenz
zurückkehren und predigte in San Marco und im Dom. 1491 wurde er zum Prior des
Konvents San Marco gewählt. Entgegen der Legende spielte er 1494 zwar keineswegs
die Hauptrolle bei der Vertreibung der Medici aus Florenz, fühlte sich dann aber
durch seine sich anscheinend bewahrheitenden Prophezeiungen bestärkt, eine
Reform des öffentlichen und privaten Lebens der Stadt, die er zum Neuen
Jerusalem
erhob, durchzusetzen. Die durch ihn geprägte neue florentinische
Verfassung hatte republikanische Prinzipien, seine Herrschaft über die Stadt
nahm je länger je mehr jedoch nahezu diktatorische Züge an, seine Anhänger
erzeugten mit Razzien und anderen Formen der Einschüchterung ein Klima der Angst.
Zeitgenössisches Gemälde: Savonarola wird in Florenz
als Ketzer verbrannt 
Als Papst Alexander VI.
Savonarola auch durch Verleihung der Kardinalswürde nicht zum Schweigen bringen
konnte, verhängte er 1497 den Bann über ihn, dadurch sank seine Popularität
rasch. Als sich ein Mönch 1498 erbot, zum Beweis für Savonarolas Lehren eine
Feuerprobe zu bestehen, strömte eine unermessliche Menschenmenge in Erwartung
eines Wunders zusammen. Doch als sich herausstellte, dass der Mönch eine Hostie
mit ins Feuer nehmen wollte, was als Betrug galt, geriet Savonarola ins
Zwielicht. Die Bevölkerung von Florenz,
aufgestachelt von Franziskanern, wandte
sich endgültig gegen ihn. Wenig später wurde er von politischen Gegnern gefangen
genommen, schwer gefoltert, zum Tod verurteilt und als Ketzer
zusammen mit
zwei Freunden erhängt; sein Leichnam wurde verbrannt.
Savonarola hinterließ zahlreiche scholastisch-philosophische Werke, Gedichte - darunter frühe Liebeslyrik - und Predigten. Papst Johannes Paul II. wollte dem Vernehmen nach die Rehabilitierung und ein Seligsprechungsverfahren einleiten.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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