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Johann Heermann. Aus: Boissard, Jean-Jacques: Bibliotheca chalcographica, Pars 6:
Frankfurt a.M.: Johann Ammon, o.J. (1669) ![]()
Johann Heermann wurde 1602 Schüler und Hausgenosse bei Valerius
Herberger. 1611 wurde er Pfarrer in Köben - dem heutigen Chobienia.
Immer wieder litt er unter Krankheiten, er dichtete nun seine ersten geistlichen
Lieder. Im Dreißigjährigen Krieg litt seine Gemeinde unter Plünderungen und Pest,
er selbst geriet mehrfach in Lebensgefahr. Nach dem Tod seiner Frau 1617 litt er
wieder unter mehreren Erkrankungen, von 1624 an konnte er seine Predigten nur
noch schriftlich halten. Diese gedruckten Predigten und seine Liedsammlungen
Haus- und Herzmusik
von 1630 sowie Sonn- und Festtagsevangelia
von 1636
erreichten hohe Auflagen. Schließlich musste er sein Amt aufgeben, er ging -
wohl 1637 - nach Lissa - dem heutigen Leszno
-, in erster Linie vermutlich, weil er Jan
Amos Comenius nahe sein wollte.
Neben Paul Gerhardt war
Heerman der bedeutendste evangelische Dichter des 17. Jahrhunderts. Im
Evangelischen Gesangbuch sind heute neun seiner geistlichen Lieder zu finden,
darunter das bekannte Passionslied Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
(EG 81) und das Epiphanias-Lied O Jesu Christe, wahres Licht
(EG 72); beide
Lider finden sich auch im katholischen Gotteslob (GL 180, mit Textvarianten, und
643).
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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