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Carl Lampert wurde 1918 in Brixen
zum Priester geweiht. Er war dann als Kaplan in Dornbirn
tätig, ab 1930 in Rom,
ab 1935 in Innsbruck,
wo er 1939 zum Provikar bei der apostolischen Administratur ernannt wurde. Nach
der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich widerstand er von Anfang
an und wurde mehrfach in Schutzhaft
genommen, schließlich im August 1940 ins
Konzentrationslager Dachau
eingeliefert, zeitweise auch ins KZ Sachsenhausen
überstellt.
Nach einem Jahr wurde er entlassen und unter Zwang nach Stettin -
das heutige Szczecin
- gebracht. Im Februar 1943 wurde er wieder verhaftet und im Dezember 1943
erstmals wegen Feindbegünstigung
, Rundfunkverbrechen
und
Wehrmachtzersetzung
zum Tod verurteilt. Nach seiner Verlegung ins Gefängnis
in Torgau
gab es im Juli 1944 einen weiteren Prozess mit Todesurteil, schließlich im September
1944 einen Schauprozess, bei dem er zusammen mit dem Kaplan Herbert Simoleit
und dem Oblatenpater Friedrich Lorenz erneut zum Tod verurteilt wurde. Zur
Hinrichtung wurde er nach Halle
gebracht und dort zusammen mit den beiden anderen Priestern durch das Fallbeil
hingerichtet. Provikar Dr. Carl Lampert war der ranghöchste Vertreter der katholischen
Kirche, der von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.
Kapelle für Carl Lampert in der Pfarrkirche
in Göfis 
In seinem letzten Brief, zwei Stunden vor der Hinrichtung verfasst und an seinen
Bruder Julius gerichtet, schrieb Carl Lampret: Nun ist die Stunde gekommen, die
so
schmerzliche
für Dich und all meine Lieben, die erlösende
für mich! Der Kreuzweg
geht nun zur letzten Station, tenbrae factae sunt - sed dies albescit - in Te Domine
speravi - Alleluja (Die Finsternis ist Wirklichkeit geworden - aber der Tag wird hell
- auf Dich, Gott, hoffe ich - Halleluja).. so hoffe ich, wird nun kommen. ... Oh, wie
bin ich froh, daß endlich ein Ende kommt von all dem harten Leid - nun gehts heim! -
u. bleib doch bei Euch ---
Gedenktafel für Otto Neururer
und Carl Lampert bei der Heilig-Blut-Kapelle auf der Wallfahrtsstätte
Georgenberg
bei Fiecht in Tirol 
In der Basilika St. Johannes der Täufer in Szczecin befindet sich im linken Querschiff eine bronzene Gedenktafel in deutscher und polnischer Sprache, die an die drei deutschen Priester erinnert. In der Kirche seines Heimatortes Göfis bei Feldkirch wurde ihm eine Kapelle eingerichtet.
Kanonisation:
Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 1998 eingeleitet. Am 13. November 2011
wurde er in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn
seliggesprochen.
Es gibt
zahlreiche Veröffentlichungen zu dieser größten Einzelaktion der Nazis gegen
die Katholische Kirche, so von Wolfgang Knauft: Akcja
Fall Stettin
.
Einen ausführlichen Lebenslauf Lamperts, Auszüge aus Briefen, die er zwischen Frühjahr
1943 und Herbst 1944 aus verschiedenen Gefängnissen geschrieben hat und deren Interpretation
durch verschiedene Autorinnen und Autoren von heute enthält das von Susanne Emerich herausgegebene
Buch Hätte
ich nicht eine innere Kraft ... Leben und Zeugnis.
Mit 25 Beiträgen werden die Person und das Leben Carl Lamperts ausführlich dargestellt
sowie Hintergründe beleuchtet in dem von Richard Gohm, dem Aktuar im Seligsprechungsverfahren
herausgegebenen Buch Selig,
die um meinetwillen verfolgt werden. Carl Lampert - ein Opfer der Nazi-Willkür.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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