Ökumenisches Heiligenlexikon

Carl Lampert

Gedenktag katholisch: 13. November
Name bedeutet: der Tüchtige (althochdt.)
Priester, Märtyrer
* 9. Januar 1894 in Göfis bei Feldkirch in Österreich
† 13. November 1944 in Halle in Sachsen-Anhalt

Kartenskizze


Kartenskizze


Kartenskizze

Carl Lampert wurde 1918 in Brixen zum Priester geweiht. Er war dann als Kaplan in Dornbirn tätig, ab 1930 in Rom, ab 1935 in Innsbruck, wo er 1939 zum Provikar bei der apostolischen Administratur ernannt wurde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich widerstand er von Anfang an und wurde mehrfach in Schutzhaft genommen, schließlich im August 1940 ins Konzentrationslager Dachau eingeliefert, zeitweise auch ins KZ Sachsenhausen überstellt. Nach einem Jahr wurde er entlassen und unter Zwang nach Stettin - das heutige Szczecin - gebracht. Im Februar 1943 wurde er wieder verhaftet und im Dezember 1943 erstmals wegen Feindbegünstigung, Rundfunkverbrechen und Wehrmachtzersetzung zum Tod verurteilt. Nach seiner Verlegung ins Gefängnis in Torgau gab es im Juli 1944 einen weiteren Prozess mit Todesurteil, schließlich im September 1944 einen Schauprozess, bei dem er zusammen mit dem Kaplan Herbert Simoleit und dem Oblatenpater Friedrich Lorenz erneut zum Tod verurteilt wurde. Zur Hinrichtung wurde er nach Halle gebracht und dort zusammen mit den beiden anderen Priestern durch das Fallbeil hingerichtet. Provikar Dr. Carl Lampert war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.

Kapelle für Carl Lampert in der Pfarrkirche in Göfis

Kapelle für Carl Lampert in der Pfarrkirche in Göfis   

In seinem letzten Brief, zwei Stunden vor der Hinrichtung verfasst und an seinen Bruder Julius gerichtet, schrieb Carl Lampret: Nun ist die Stunde gekommen, die so schmerzliche für Dich und all meine Lieben, die erlösende für mich! Der Kreuzweg geht nun zur letzten Station, tenbrae factae sunt - sed dies albescit - in Te Domine speravi - Alleluja (Die Finsternis ist Wirklichkeit geworden - aber der Tag wird hell - auf Dich, Gott, hoffe ich - Halleluja).. so hoffe ich, wird nun kommen. ... Oh, wie bin ich froh, daß endlich ein Ende kommt von all dem harten Leid - nun gehts heim! - u. bleib doch bei Euch ---

In der Basilika St. Johannes der Täufer in Szczecin befindet sich im linken Querschiff eine bronzene Gedenktafel in deutscher und polnischer Sprache, die an die drei deutschen Priester erinnert. In der Kirche seines Heimatortes Göfis bei Feldkirch wurde ihm eine Kapelle eingerichtet.

Kanonisation: Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 1998 eingeleitet. Am 13. November 2011 wurde er in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn seliggesprochen.

Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen zu dieser größten Einzelaktion der Nazis gegen die Katholische Kirche, so von Wolfgang Knauft: Akcja Fall Stettin.
Einen ausführlichen Lebenslauf Lamperts, Auszüge aus Briefen, die er zwischen Frühjahr 1943 und Herbst 1944 aus verschiedenen Gefängnissen geschrieben hat und deren Interpretation durch verschiedene Autorinnen und Autoren von heute enthält das von Susanne Emerich herausgegebene Buch Hätte ich nicht eine innere Kraft ... Leben und Zeugnis.
Mit 25 Beiträgen werden die Person und das Leben Carl Lamperts ausführlich dargestellt sowie Hintergründe beleuchtet in dem von Richard Gohm, dem Aktuar im Seligsprechungsverfahren herausgegebenen Buch Selig, die um meinetwillen verfolgt werden. Carl Lampert - ein Opfer der Nazi-Willkür.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:

• G. Podhradsky, Pfarramt Röthis, E-Mail vom 1. 11. 2004
• Pfr. Clemens Pullwitt, Kath. Kirchengemeinde St. Konrad in Falkensee, E-Mail vom 28. 11. 2009
• Richard Gohm, Aktuar im diözesanen Seligsprechungsverfahren, E-Mail vom 26. 1. 2012


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