der Fromme
der Heilige, von Österreich
Gedenktag katholisch: 15. November
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Hochfest im Bistum Wien
Diözesankalender Gurk-Klagenfurt, Linz, St. Pölten, Wien
nicht gebotener Gedenktag im Zisterzienserorden
in Passau: Übertragung der Gebeine: 15. Februar
Name bedeutet: der im Volk Kühne (althochdt.)
Hans Part: Babenberger Stammbaun (Ausschnitt) 1489 - 92, in der Stiftsgalerie
Klosterneuburg 
Leopold, Sohn des Markgrafen Leopold II. aus dem Geschlecht der Babenberger, wurde in Melk von Bischof Altmann von Passau erzogen. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters 1095 die Markgrafschaft Österreich bis zu seinem eigenen Tod. Zunächst Anhänger von Heinrich IV., wechselte Leopold auf die Seite Kaiser Heinrichs V. und heiratete 1105 dessen Schwester Agnes. Von ihren 17 Kindern * wurden zwei Bischöfe, darunter Otto von Freising. Große Besitzungen fielen als Erbschaft oder durch Heiraten an den Markgrafen, so auch die Gegend um Wien.
Leopold hielt sich weitgehend aus den großen politischen Auseinandersetzungen heraus, befriedete und erweiterte sein Territorium und baute damit die Stellung Österreichs aus. 1125 konnte er bei der Wahl des Königs als aussichtsreicher Kandidat auftreten, der eine kirchliche Reformpartei vertrat. Zur Unterstützung der Einheit seines Machtbereichs legte er Wert auf eigenständige kirchliche Organisation, was in Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Passau heraufführte, aber schließlich doch mit dessen Einverständnis gelang. Diesem Ziel diente auch Leopolds Unterstützung neuer Orden und deren reformerischen Anliegen, so die Förderung der Reformen von HirsauDie Reformen von Hirsau gingen im 11. / 12. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald. Sie nahmen die Reformen von Cluny auf, ohne aber deren Orientierung auf das zentrale Mutterkloster zu übernehmen. Das Ziel der von Abt Wilhelm verfassten „Consuetudines Hirsaugienses” war die strenge Lebensweise der Mönche wie in Cluny im Hinlick auf Tagesablauf und Liturgie sowie die Organisation der Klostergemeinschaft. Die Rechte der Bischöfe und Vögte wurden - entgegen den ursprünglichen Zielen - nicht eingeschränkt.. Im Investiturstreit stellte er sich gegen den Kaiser auf die Seite des Papstes und unterstellte diesem 1110 das Stift in Melk. Er gründete 1113 / 1114 das Chorherrenstift Klosterneuburg, um 1135 das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz im Wienerwald und wohl auch das Benediktinerkloster (Klein-)Mariazell im Wienerwald. Leopold gilt vielen als der Begründer der Größe Österreichs.
Leopold starb wohl nach einem Jagdunfall, er wurde in seiner Stiftung Klosterneuburg beigesetzt.
Kanonisation:
Leopold wurde 6. Januar 1485 durch Papst Innozenz VIII. heiliggesprochen, 1663 wurde er zum Landespatron von
(Nieder-)Österreich ernannt.
Attribute:
Herzogshut, Hermelinmantel, Banner mit dem österreichischen Wappen, Kirchenmodell
Patron
von Österreich, Nieder- und
Oberösterreich, von
Wien; der Winzer
Bauernregel:
Der Heilige Leopold / ist dem Altweibersommer hold.
* Leopolds erster Sohn wurde wohl außerhalb dieser Ehe geboren und deshalb auch nicht sein Nachfolger.
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Markgraf Leopold III., „der Heilige”
Das Landesmuseum Niederösterreich in St. Pölten
zeigt noch bis zum 26. Januar 2014 die Sonderausstellung
Hl. Leopold -
Mensch, Politiker, Landespatron
aus Anlass der Erhebung zum Landespatron vor 350 Jahren.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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