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Ökumenisches Heiligenlexikon

Leopold III. der Fromme

auch: Liutpold
auch: der Heilige, von Österreich

Gedenktag katholisch: 15. November
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Hochfest im Erzbistum Wien und im Bistum Sankt Pölten
gebotener Gedenktag im Bistum Eisenstadt
nicht gebotener Gedenktag im Zisterzienserorden
Diözesankalender Gurk-Klagenfurt, Linz, St. Pölten, Wien
in Österreich: Fest I. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die I. Klasse einem Hochfest.
in Passau: Übertragung der Gebeine: 15. Februar

Name bedeutet: der im Volk Kühne (althochdt.)

Markgraf von Österreich, Klostergründer
* um 1073 in Melk in Österreich (?)
† 15. November 1136 bei Klosterneuburg nahe Wien in Österreich

Kartenskizze

Leopold, Sohn des Markgrafen Leopold II. aus dem Geschlecht der Babenberger, wurde in Melk von Bischof Altmann von Passau erzogen. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters 1095 die Markgrafschaft Österreich bis zu seinem eigenen Tod. Zunächst Anhänger von Heinrich IV., wechselte Leopold auf die Seite Kaiser Heinrichs V. und heiratete 1105 dessen Schwester Agnes. Von ihren 17 Kindern * wurden zwei Bischöfe, darunter Otto von Freising. Große Besitzungen fielen als Erbschaft oder durch Heiraten an den Markgrafen, so auch die Gegend um Wien.

Leopold hielt sich weitgehend aus den großen politischen Auseinandersetzungen heraus, befriedete und erweiterte sein Territorium und baute damit die Stellung Österreichs aus. 1125 konnte er bei der Wahl des Königs als aussichtsreicher Kandidat auftreten, der eine kirchliche Reformpartei vertrat. Zur Unterstützung der Einheit seines Machtbereichs legte er Wert auf eigenständige kirchliche Organisation, was in Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Passau heraufführte, aber schließlich doch mit dessen Einverständnis gelang. Diesem Ziel diente auch Leopolds Unterstützung neuer Orden und deren reformerischen Anliegen, so die Förderung der Reformen von HirsauDie Reformen von Hirsau gingen im 11./12. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald. Sie nahmen die Reformen von Cluny auf, ohne aber deren Orientierung auf das zentrale Mutterkloster zu übernehmen. Das Ziel der von Abt Wilhelm verfassten „Consuetudines Hirsaugienses” war die strenge Lebensweise der Mönche wie in Cluny im Hinlick auf Tagesablauf und Liturgie sowie die Organisation der Klostergemeinschaft. Die Rechte der Bischöfe und Vögte wurden - entgegen den ursprünglichen Zielen - nicht eingeschränkt.. Im Investiturstreit stellte er sich gegen den Kaiser auf die Seite des Papstes und unterstellte diesem 1110 das Stift in Melk. Er gründete 1113/1114 das Chorherrenstift Klosterneuburg, um 1135 das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz im Wienerwald und wohl auch das Benediktinerkloster (Klein-)Mariazell im Wienerwald. Leopold gilt vielen als der Begründer der Größe Österreichs.

Leopold starb wohl nach einem Jagdunfall, er wurde in seiner Stiftung Klosterneuburg beigesetzt.

Kanonisation: Leopold wurde 6. Januar 1485 durch Papst Innozenz VIII. heiliggesprochen,1663 wurde er zum Landespatron von (Nieder-)Österreich ernannt.
Attribute: Herzogshut, Hermelinmantel, Banner mit dem österreichischen Wappen, Kirchenmodell
Patron von Österreich, Nieder- und Oberösterreich, von Wien; der Winzer
Bauernregel: Der Heilige Leopold / ist dem Altweibersommer hold.

* Leopolds erster Sohn wurde wohl außerhalb dieser Ehe geboren und deshalb auch nicht sein Nachfolger.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Markgraf Leopold III., „der Heilige”

Das Landesmuseum Niederösterreich in St. Pölten zeigt noch bis zum 26. Januar 2014 die Sonderausstellung Hl. Leopold - Mensch, Politiker, Landespatron aus Anlass der Erhebung zum Landespatron vor 350 Jahren.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.10.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997