Ökumenisches Heiligenlexikon

Marinus

Gedenktag katholisch: 15. November
nicht gebotener Gedenktag im Bistum München-Freising

Name bedeutet: Mann vom Meer (latein.)

Bischof, Glaubensbote in Bayern, Märtyrer
* in Irland oder Aquitanien in Frankreich(?)
† 697 (?) bei Irschenberg in Bayern

Kartenskizze Kartenskizze Kartenskizze

Matthäus Günther: Gewölbefresko 'Erhebung des Marinus in den Himmel' (Ausschnitt), in der Klosterkirche Rott am Inn, 1763

Matthäus Günther: Gewölbefresko Erhebung des Marinus in den Himmel (Ausschnitt), in der Klosterkirche Rott am Inn, 1763

Marinus und Anianus kamen der Legende nach als Mönche nach Rom und wurden von Papst Eugen I. empfangen. Er weihte Marinus zum Wanderbischof und Anianus zum Diakon. Als Glaubensboten kamen sie in die Gegend von (Bad) Aibling, wo sie mehr als 40 Jahre als Einsiedler lebten. Marinus soll zusammen mit Anianus von plündernden Vandalen ermordet und verbrannt worden sein.

Die Verehrung von Marinus und Anianus ist im Sakramentar von Kaiser Heinrich II. bezeugt. Im 15. und im 18. Jahrhundert wurden ihre Gebeine erhoben; um den Besitz der Reliquien stritten sich die Gemeinden Rott am Inn und Wilparting bei Irschenberg; durch Erhebungen in den Jahren 1723 und 1776 wurde der Streit zugunsten von Wilparting entschieden verehrt, der Überlieferung nach der Ort des Martyriums und bis heute eine Wallfahrststätte.

Handschriften aus dem 12. und 13. Jahrhundert geben ihre Lebensgeschichte wieder, möglicherweise aufgrund einer Notiz von Arbeo von Freising





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XV, Herzberg 1999