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Ökumenisches Heiligenlexikon

Pilgrim von Passau

auch: Pilegrinus, Peregrinus

Gedenktag katholisch: 20. Mai

Name bedeutet: der Pilger (latein.)

Bischof von Passau
* um 920 in der Gegend um Salzburg
oder in Pöchlarn (?) in Österreich
† 20. (oder 21.) Mai 991 in Passau (?) in Bayern

Kartenskizze Kartenskizze

Pilgrim, Sohn des Grafen Sieghard IV. aus dem Geschlecht der Sighardinger und der Willa aus dem der edelfreien Sippe der Aribonen, die beide in der Gegend um Salzburg beheimatet waren, wurde im Kloster Niederaltaich ausgebildet, wirkte dort als Kanonikus und wurde 971 Bischof von Passau, unterstützt wohl durch seinen Onkel, Bischof Friedrich I. von Salzburg und berufen durch Kaiser Otto II. Diesem stand er stets treu zur Seite, auch beim Aufstand von Bayernherzog Heinrich dem Zänkerer 976; weil dabei die Stadt Passau zerstört worden war, erhielt Pilgrim von Otto die Abtei Niedernburg in Passau und weitere Besitzungen im Osten. Nach dem Einfall der Ungarn reorganisierte er sein Bistum und sicherte die Besitztümer der Klöster in Kremsmünster, St. Florian bei Linz und St. Pölten und kaufte Altötting. Die Zehntrechte ließ er auf den SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Lorch an der Enns * und Mistelbach bei Wels - heute Ortsteil von Buchkirchen - 985 sowie Mautern bei Krems 991 absichern.

Kriemhilds Einzug bei ihrem Onkel Bischof Pilgrim in Passau, aus einer Nibelungenlied-Handschrift, in der Staatsbibliothek - Preußischer Kulturbesitz in Berlin

Kriemhilds Einzug bei ihrem Onkel Bischof Pilgrim in Passau, aus einer Nibelungenlied-Handschrift, in der Staatsbibliothek - Preußischer Kulturbesitz in Berlin

Pilgrim machte sich um die Bekehrung der Ungarn verdient. Auch wenn darüber einzelne Nachrichten fehlen ist doch überliefert, dass Ungarnherzog Vajk seinen Taufnamen nach Stephanus, dem Passauer Bistumspatron erhielt und gute Beziehungen nach Bayern hatte. Der Überlieferung zufolge veranlasste Pilgrim die schriftliche Fassung des Nibelungenliedes, in dem seine Figur - auch als Onkel der Kriemhild - und die Christianisierung der Hunnen eine wichtige Rolle spielen; aus dieser Überlieferung begründet sich die Vermutung, Pilgrim sei in Pöchlarn geboren. Pilgrim setzte sich auch erfolgreich dafür ein, dass Wolfgang Bischof von Regensburg wurde.

* Dabei entstanden die Lorcher Fälschungen, auch Pilgrim'sche Fälschungen genannt. Sie sollten das Bistum Passau zum Rechtsnachfolger des antiken angeblichen Erzbistums Lorch machen, also den Rang eines Erzbistums begründen. Dieses spätantike Bistum Lauriacum / Lorch wurde aber nur einmal in einer Handschrift der Lebensgeschichte von Severin von Norikum erwähnt; dass es sich tatsächlich um ein Bistum oder gar Erzbistum gehandelt hat, ist nicht belegt. Die Fälschungen umfassen sechs von Pilgrim als Schreiber der königlichen Kanzlei in den Jahren 971 bis 985 gefälschte oder verfälschte Papsturkunden, ein Schreiben des Bischofs an Papst Benedikt VI. (oder Benedikt VII.) sowie zwei angebliche Briefe von Erzbischof Hatto von Mainz an einen ungenannten Papst. Pilgrim wollte sich so von der Oberhohheit des Salzburger Erzbischofs lösen und mit einem Erzbistum den noch zu missionierenden Raum donauabwärts beherrschen.

Catholic Encyclopedia

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Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999 http://www.worms.de/downloads/Stadtarchiv/Ahnentafel-bis-Pilgrim.pdf
• http://de.wikipedia.org/wiki/Lorch_(Ober%C3%B6sterreich)