Ökumenisches Heiligenlexikon

Anastasius von Cluny

französischer Name: Anastase

Gedenktag katholisch: 16. Oktober

Name bedeutet: der Auferstandene (griech.)

Ordensmann, Einsiedler
* in Venedig in Italien
16. Oktober 1086 in St-Martin-d'Oydes bei Toulouse in Frankreich


Anastasius stammte aus einer angesehenen Familie Venedigs. Seine solide Ausbildung verschafften ihm die Beherrschung der griechischen und lateinischen Sprache. Er wurde Benediktiner auf dem Mont St-Michel, lebte dann unweit davon als Einsiedler auf der Granitfelsen-Insel Tombelaine. Abt Hugo warb ihn dann für Cluny, wo er ein Vorbild für das Mönchtum war. Hugo und Papst Gregor VII. sandten ihn nach Spanien, um gegen die Sarazenen zu predigen; er scheiterte, kehrte zurück und reiste dann durch Aquitanien zur Gewinnung neuer geeigneter Ordensleute. Schließlich blieb er - wieder als Einsiedler - in den Pyrennäen. Hugo wollte ihn nach Cluny zurückhole, aber er starb unterwegs.

Kirche des ehemaligen Klosters in St-Martin-d'Oydes
Kirche des ehemaligen Klosters in St-Martin-d'Oydes

Anastasius' Grab ist in St-Martin-d'Oydes.

Worte des Heiligen

Brief an Abt Gerald über die wahrhafte Präsenz von Leib und Blut des Herrn Jesus Christus in der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.:
Ich glaube, dass der heilige Leib des Herrn, der täglich auf dem Altar, wie es Pflicht des Priesters ist, konsekriert wird, unzweifelhaft sein wahres Fleisch ist, das am Kreuz gelitten hat; und dass es sein wahres Blut ist, das aus seiner Seite floss, wie die Wahrheit es selbst bezeugt; denn sie sagt: Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Und wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm (Johannesevangelium 6, 55f; Matthäusevangelium 26, 26ff; Markusevangelium 14, 22ff). Mit diesen und derartige Worten des Herrn bestätige ich meinen Glauben und ich weiß, dass kein anderer Leib zu unserem Heil überliefert wurde außer seinem, so glaube ich, wie ich vorher sagte, dass es kein anderes Fleisch zur Vergebung der Sünden gegessen wird als das, das aus der Jungfrau Maria geboren wurde und das aus dem Grabe auferstand, und ich zweifle nicht, dass kein anderes Blut getrunken wird als das, das aus seiner Seite geflossen ist.
Die aber, die behaupten, dies sei nach der Konsekration von der Materie her (materialiter) nur Brot und Leib des Herrn nur sinnbildlich (figuraliter) und nicht tatsächlich (veraciter), denken als fleischliche Menschen nur fleischlich, vertreten gegenüber dem Glauben eine ganz törichte Meinung, weil sie mehr ihren leiblichen Augen als den Bezeugungen der Wahrheit glauben. Dass aber die konsekrierten Gaben (consecratio) Brot und Fleisch, Sakrament oder Sinnbild (figura) genannt werden, verwerfe ich nicht nur nicht, sondern folgere es mit der Vernunft des Glaubens und nehme es in katholischem Glauben an und billige es. Dass es nämlich rechtgläubig Brot genannt werden kann, bezweifelt niemand, der recht bei Verstand ist; denn die nämliche Wahrheit spricht: Ich bin das lebendige Brot, der ich vom Himmel herabgestiegen bin. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt (Johannesevangelium 6, 51). Sakrament aber [wird es genannt], weil unter der sichtbaren Gestalt dieser Gaben ganz im Verborgenen mit göttlicher Kraft das Fleisch konsekriert wird, Sinnbild aber [wird es genannt], weil etwas anderes darunter verstanden wird, als was mit dem körperlichen Sehsinn und Geschmack wahrgenommen wird. Denn das Lamm Gottes, Christus, der in Herrlichkeit zur Rechten des Vaters sitzt und der nicht mehr stirbt - denn der Tod hat keine Macht mehr über ihn - wird wegen des Gedächtnisses seines Leidens im Geheimnis dieses so bedeutsamen Opfers geopfert. So glaube ich also, dass ich nach der Konsekration dieses so großen Geheimnisses die wahre Eucharistie des Leibes des Herrn so zu mir nehme, dass ich doch keineswegs leugne, dass dies [allerdings nicht in körperlicher Wirklichkeit, sondern] im Sinnbild und Sakrament geschieht. Sonst würde ich, wenn ich ohne die Annahme des Sakraments oder des Sinnbilds, das Lamm Gottes mit meinen Zähnen verzehre, nach Aussage unseres Vaters Augustinus, eine schlimme Untat begehen.

Quelle: Patrologis Latina 149, Sp. 433f

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

  Schriften von Anastasius gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.05.2020

Quellen:
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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