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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hugo I. von Cluny der Große

Gedenktag katholisch: 29. April
gebotener Gedenktag im Benediktiner-, Trappisten- und Zisterzienserorden: 11. Mai
Übertragung der Gebeine: 13. Mai

Name bedeutet: der Denker (althochdt.)

Abt in Cluny
* 1024 in Semur-en-Brionnais in Burgund in Frankreich
† 28. April 1109 in Cluny in Frankreich


Hugo (links) und Heinrich IV. bitten die Markgräfin Mathilde von Canossa um Vermittlung im Investiturstreit bei Papst Gregor VII. Aus Donizo: Vita der Gräfin, um 1115
Hugo (links) und Heinrich IV. bitten die Markgräfin Mathilde von Canossa um Vermittlung im Investiturstreit bei Papst Gregor VII. Aus: Donizo: Vita der Mathildis, Pergament, vor 1114 in Oberitalien, in der Biblioteca Apostolica Vaticana im Vatikan

Hugo wurde als Sohn des burgundischen Grafen Dalmatius und der Aremburgis geboren und trat gegen den Willen seines Vaters um 1038 ins Benediktinerkloster Cluny ein. Wohl 1044 empfing er die Priesterweihe, er wurde 1047 Prior und 1049 Abt in Cluny als Nachfolger von Odilo, der die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. ausgebaut und verbreitet hatte. Unklare Umstände der Wahl zum Abt trugen Hugo den Verdacht der Simonie ein, von dem er sich 1049 auf dem Konzil in Reims zu reinigen wusste.

Hugo blieb während der 60 Jahre seiner Leitung des Klosters Förderer der Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden., auch in England und vor allem in Deutschland, er ließ 1078 und nochmals 1083 die auf Odilos Consuetudines basierenden reformierten Regeln aufschreiben. Unter ihm erlebte das Kloster seine größte Blüte. 1088 wurde mit dem Bau der großen, fünfschiffigen Basilika in Cluny begonnen, mit 187 Metern damals die längste Kirche der Welt; weitere Baumaßnahmen waren wegen des unter Hugo stark angewachsenen Konvents erforderlich. Das Leben im Kloster prägte er durch liturgische Bereicherung und durch Entfaltung von Pracht. 1088 erhielt er vom Papst das Recht zum Tragen der bischöflichen Ehrenzeichen.

Die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. zielten auf ein Klosterleben, das ohne Einmischung der weltlichen Mächte allein auf die Heiligung der Welt ausgerichtet war und nur dem Papst unterstand. Schweigen, innere Sammlung, Verehrung der Maria und strikte Ehelosigkeit waren prägende Kennzeichen. Baulich wurden spirituelle Festungen geschaffen mit sehr hohen Räumen und Statuen, Kerzenlicht und Weihrauch, andauernden Gesängen und prachtvollen Messgefäßen - das alles, damit sich der Mensch schon hier wie in einer überirdischen Welt fühlen sollte.

Die Zahl der Cluny unterstellten oder ihm angeschlossenen Priorate und Abteien vervielfachte sich unter Hugo, das Kloster hatte damals zahlenmäßig und geografisch seine größte Ausdehnung. Er war einer der großen Abtfiguren des Mittelalters, erlebte neun Päpste, war Vertrauter von Papst Gregor VII. und der deutschen Kaiser Heinrich III. und Heinrich IV. - dessen Taufpate er war - und für sie auch diplomatisch tätig; 1051 stiftete er den Frieden zwischen Heinrich III. und König Andreas I. von Ungarn. 1077 gelang es ihm, im Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst zu vermitteln. Gegenüber der Kreuzzugspolitik des aus Cluny kommenden Papstes Urban II. blieb er zurückhaltend. Unter Hugos Führung gewann Cluny auch als Wirtschaftsmacht zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig war er ein persönlich demütiger und bescheidener Mensch und ein geistlicher Mönch. Seine letzten Amts- und Lebensjahre verbrachte Hugo im Tochterkloster Berzé-la-Ville; hier verfasste er seine Autobiografie Imprecatio beati Hugonis abbatis, Vermächtnis des seligen Abtes Hugo.

Die dritte Kirche der Abtei Cluny wurde unter Hugo erbaut und 1095 von ihm geweiht
Die dritte Kirche der Abtei Cluny wurde unter Hugo erbaut und 1095 von ihm geweiht

Hugo wurde in der von ihm erbauten Basilika in Cluny bestattet. Die Kirche wurde in der Französischen Revolution zerstört, ebenso die Reliquien von Hugo; das ebenfalls zerstörte Kloster ist wieder aufgebaut. In den sieben Lebensgeschichten, die Hugos Nachfolger, Abt Pontius, in Zusammenhang mit dem Verfahren zur Heiligsprechung in Auftrag gab, blieb Hugos Bild relativ unpersönlich.

Kanonisation: Hugo wurde im Januar 1120 in Cluny durch Papst Callistus II. heiliggesprochen.
Patron gegen Fieber

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Hugo und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 24.12.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• Otfried Krafft: Papsturkunde und Heiligsprechung: die päpstlichen Kanonisationen vom Mittelalter bis zur Reformation. Böhlau, Köln - Weimar - Wien 2005, S. 73

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.