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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ansegisus

auch: Ansegis

Gedenktag katholisch: 20. Juli

Name bedeutet: der tapfere Genosse (althochdt.)

Abt in Reims, St-Germer, Luxeuil und Fontanelle
* um 777
20. Juli 833 (?) in Fontenelle, heute St-Wandrille in Frankreich


Ansegisus, aus altem fränkischem Adel stammend, trat mit 18 Jahren ins Benediktinerkloster Fontenelle - das heutige St-Wandrille - ein. Durch seinen Onkel, Abt Gerwold, kam er an den Hof von Karl dem Großen. Von diesem wurde er mit der Reform der Klöster St-Sixte in Reims und St-Menge in Châlons-sur-Marne - dem heutigen Châlons-en-Champagne - betraut, denen er als Abt vorstand, und 807 zum Abt des Klosters St-Germer - dem heutigen St-Germer-de-Fly - in der Diözese Beauvais ernannt, das er vor dem Verfall rettete und zu hoher Blüte führte. Kaiser Karl berief ihn auch nach Aachen, wo er Einhard bei der Errichtung von Bauten der Kaiserpfalz unterstützte, und beauftragte ihn mit verschiedenen politischen Missionen, besonders in Spanien.

Karls Nachfolger Ludwig der Fromme ernannte Ansegisus 817 zum Leiter des Klosters in Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains. Nachdem auch diese heruntergekommene Abtei durch ihn wieder zur Blüte gelangte, wurde 823 Ansegisus wieder ins Kloster Fontenelle geschickt, das er nach der Benediktinerregel ausrichtete, mit Bauten, kirchlichen Geräten, Paramenten und Gebäuden reich ausstattete, und wo er schnell eine der größten theologischen Bibliotheken Europas aufbaute.

827 veröffentliche Ansegisus die von ihm zusammengetragene Sammlung der von den Kaisern Karl und Ludwig erlassenen Regeln und Gesetze, die Legiloquus liber, Buch der Gestzmitteilungen. Fraglich ist Ansegisus' Beteiligung an der Aachener Kanonikerregel,den Institutiones Aquisgranenses, einem wichtigen Werk über Klosterorganisation und Sammlung aller im Reich geltenden staatlichen und kirchlichen Gesetze.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Ansegisus gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.07.2018

Quellen:
• http://www.newadvent.org/cathen/01545c.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• Handbuch zur lateinischen Sprache des Mittelalters, Bd. 2: Bedeutungswandel und Wortbildung. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 2000

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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