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Ökumenisches Heiligenlexikon

Anthimos von Athen

Gedenktag orthodox: 22. November

Name bedeutet: der Blumengleiche (griech.)

Metropolit von Athen, Präsident von Kreta, Bekenner
* ? auf Kreta in Griechenland
1371 in Rethymnon (?) auf Kreta in Griechenland


Kirche Panagia Gorgoepikoos, um 1205 bis 1825 die Metropolitankirche in Athen
Kirche Panagia Gorgoepikoos, um 1205 bis 1825 die Metropolitankirche in Athen

Anthimos wurde nach 1357 Metropolit von Athen - die Metropolitankirche war die Kirche Panagia Gorgoepikoos, die Kirche der schnell erhörenden Allerheiligsten (Gottesmutter) - und Epirus und verwaltete in jener Zeit der Herrschaft der Venezianer über Euböa auch die dortige Metropolie Chalkis - dem heutigen Chalkida.

Um 1368 ging Anthimos nach Kreta, um der dort von den Venezianern unterdrückten Orthodoxen Kirche zu helfen. Nach der 1216 erfolgten Machtübernahme waren deren Bischöfe ins Exil geschickt worden und ersetzt durch von Venedig bezahlte Protopapaden, die verpflichtet waren, an den katholischen Messen teilzunehmen und den Papst und den in Candia - dem heutigen Iráklio - installierten katholischen Erzbischof in ihren Predigten zu preisen. Auch gewöhnliche Priester konnten auf Kreta nicht geweiht werden, sondern mussten ins Ausland gehen - meist auf den Peloponnes - und wurden dann von den Behörden geprüft. Das Patriarchat in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - schickte heimlich gelehrte Priester und Bischöfe nach Kreta, um den Einheimischen zu helfen, aber sie wurden alsbald von den Venezianern verfolgt und ins Gefängnis gesteckt. So kam auch Anthimos um 1365 nach Kreta. In Akten der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Réthymno wird er als Präsident von Kreta und Beichtvater bezeichnet.

Sultan Ibrahim Moschee in der Festung in Rethymno, gebaut 1656 an der Stelle der vorherigen Kathedrale von Rethymno, und davor das Gebäude, das früher als Bischofspalast diente
Sultan Ibrahim Moschee in der Festung in Rethymno, gebaut 1656 an der Stelle der vorherigen Kathedrale von Rethymno, und davor das Gebäude, das früher als Bischofspalast diente

Hintergrund dafür ist offenbar der Aufstand auf Kreta der Jahre 1363 bis 1366, den ausgebeutete venezianische Siedler und nationalistische und orthodoxe Kreter gemeinsam veranstalteten. Im August 1363 widersetzten sich die Kreter einem jährlichen Extrazoll zur Reinigung des Hafens und der Ausbesserung der Dämme. In der Hauptstadt Candia - dem heutigen Iráklio - stürmten die Aufständischen den Palast des Duce, einige machthabende Venezianer wurden getötet, andere mussten die Insel verlassen, der venezianischstämmige Marco Gradenigo wurde zum Gubernator et Rector Crete erhoben und Kreter an der Macht beteiligt - dabei spielte offenbar auch Anthimos eine Rolle. Auch Strafgefangene wurden entlassen und Schuldner entlastet. Der von Candia ausgegangene Aufstand erfasste schnell die gesamte Insel. Markus, der Patron der Insel, wurde durch Titus ersetzt, die Aufständischen bezeichneten den von ihnen ausgerufenen Staat auch als Republik des Heiligen Titus und den Aufstand als Revolte vom Heiligen Titus. Nach dem Anfangserfolg des Aufstandes war der neuen Republik Kreta kein langer Bestand beschieden. Papst Urban V. sandte im Oktober ein mahnendes Schreiben an die Aufständischen: sie seien zu großen Teilen Venezianer, nur Venedig könne sie gegen Schismatiker - womit er natürlich die Orthodoxen meint - und Muslime verteidigen, außerdem gefährdeten sie einen geplanten weiteren Kreuzzug. Gleichzeitig begannen die Vorbereitungen zur Rückeroberung, die im Mai 1364 erfolgte und nicht zuletzt wegen Streitigkeiten zwischen venezianischen und orthodoxen kretischen Aufständischen Erfolg hatte. Der noch einige Zeit andauernde Kampf einiger Rebellen fand im April 1366 - auch mit Unterstützung durch türkische Söldner - durch die Tötung der letzten ihrer Anführer sein Ende.

Anthimos starb im Gefängnis der Venezianer.

Die Fortezza in Rethymnon ist täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr - von Mitte November bis Ende März nur von 9 Uhr bis 17 Uhr - zur Besichtigung geöffnet, der Eintritt beträgt 4 €. (2019)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.06.2019

Quellen:
• http://www.saint.gr/43/saint.aspx
• https://el.wikipedia.org/wiki/Κατάλογος_μητροπολιτών_και_αρχιεπισκόπων_της_Κρήτης
• https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_der_venezianischen_Siedler_auf_Kreta_(1363%E2%80%931366)
• http://www.kretakultur.dk/Folklore/Kirkens%20udvikling/venezianertiden.htm
• https://www.eviagreece.gr/item/mitropolitikos-naos-agiou-dimitriou/

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.