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Ökumenisches Heiligenlexikon

Apollonius der Apologet

auch: von Rom
Beiname auch: der Philosoph

Gedenktag katholisch: 21. April
18. April

Gedenktag evangelisch: 18. April

Gedenktag orthodox: 18. April, 23. Juli

Name bedeutet: dem griech. Lichtgott Apollon geweiht (griech. - latein.)

Märtyrer
* in Rom
21. September 184/185 daselbst


Apollonius war ein vornehmer und philosophisch gebildeter, zum Christentum gekommener Römer. Er wurde in der Christenverfolgung unter Kaiser Commodus von einem Sklaven denunziert. In zwei Verhören durch den Vorsitzenden des Prätoriums, Perennis, versuchte dieser vergeblich, ihn durch gutes Zureden zum Abfall zu bewegen. Vor dem Senat verteidigte Apollonius in einer glänzenden Rede seinen Glauben; aber er wurde dennoch vom Senat verurteilt und dann enthauptet.

Die Märtyrerakten und die Verteidigungsrede von Apollonius sind, apologetisch überarbeitet, in Armenisch und Griechisch überliefert. Eusebius veröffentlichte seine Geschichte in seiner - verlorenen - Sammlung von Martyrien; Hieronymus meinte, Apollonius sei selbst Senator gewesen.

Worte des Heiligen

Apollonius wurde dem Gardepräfekten vorgeführt und von diesem verhört.

Perennis fragte ihn: Apollonius, bist du Christ? Apollonius antwortete: Ja, ich bin Christ, und darum verehre und fürchte ich Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat. Der Statthalter Perennis sagte: Ändere deinen Sinn und folge mir, Apollonius, schwöre bei der Glücksgöttin unseres Herrn, des Kaisers Commodus. Apollonius der Asket antwortete: Höre mich aufmerksam an, Perennis, ich will dir in ernster und gesetzlicher Rechtfertigung Rede und Antwort stehen. Wer von gerechten, guten und bewundernswerten Geboten Gottes seinen Sinn abwendet, der ist gesetzlos, sündhaft und in Wahrheit gottlos; wer aber von jeder Ungerechtigkeit, Gesetzlosigkeit, Götzendienerei und von bösen Gedanken sich abwendet, die Herrschaft der Sünden flieht und nicht mehr zu ihnen zurückkehrt, ein solcher ist gerecht.
Und glaube uns, Perennis, aufgrund dieser Rechtfertigung, dass wir die ehrwürdigen und trefflichen Gebote von dem göttlichen Logos gelernt haben, der alle Gedanken der Menschen kennt. Außerdem sind wir von ihm angewiesen worden, in keiner Weise zu schwören, sondern in allem wahrhaft zu sein. Denn ein großer Eid ist die in dem Ja liegende Wahrheit, und darum ist es für einen Christen schimpflich, zu schwören.
Verlangst du aber von mir einen Eid darüber, dass wir auch den Kaiser ehren und für seine Macht beten, so will ich gerne in Wahrheit schwören bei dem wirklichen Gott, dem Seienden, der von Ewigkeit her ist, den nicht Menschenhände gemacht haben, der im Gegenteil selbst angeordnet hat, dass ein Mensch über Menschen auf Erden herrsche.

Der Statthalter Perennis sprach: Was ich dir sage, tu und geh in dich, opfere den Göttern und dem Bilde des Kaisers Commodus. Apollonius aber entgegnete lächelnd: Über Sinnesänderung und Eid habe ich mich vor dir gerechtfertigt, in Betre des Opfers aber höre: Ein unblutiges und reines Opfer bringen auch ich und alle Christen dem allmächtigen Gotte dar, dem Herrn über Himmel und Erde und alles, was Leben hat, ein Opfer, das besonders in Gebeten besteht für die geistigen und vernünftigen Ebenbilder, die von der göttlichen Vorsehung zum Herrschen auf Erden gesetzt sind. Darum beten wir täglich nach Vorschrift rechten Gebotes zu Gott, der im Himmel wohnt, für Commodus, der auf dieser Erde herrscht, indem wir sicher wissen, dass er nicht von einem anderen, sondern einzig nach dem Willen des unbesiegbaren Gottes, der, wie ich vorhin sagte, alle Dinge umfasst, die Herrschaft auf Erden ausübt.
Perennis gab nun Apollonius drei Tage Bedenkzeit und fragte ihn dann vor einer großen Zahl von angesehenen Zeugen: Was hast du bei dir beschlossen, Apollonius? Apollonius antwortete: In der Gottesfurcht zu verharren, ganz wie du es in den Akten in richtiger Meinung über uns festgestellt hast. … Ich wurde gottesfürchtig, um nicht Götzenbilder anzubeten, die von Menschenhänden gemacht sind. … Keinesfalls also werde ich mich selbst erniedrigen, Perennis, und mich nicht auf den Schutt werfen; denn es ist schmählich, etwas anzubeten, was entweder auf gleicher Stufe steht mit Menschen oder wenigstens tiefer steht als die Dämonen.
Der Statthalter Perennis bemerkte: Apollonius, der Senatsbeschluss lautet: Christen dürfen nicht sein. Apollonius entgegnete: Aber der Ratschluss Gottes kann von einem menschlichen Ratschlusse nicht aufgehoben werden. Denn je mehr man die, welche an ihn glauben, die nichts Übles tun, ohne Recht und Urteil tötet, desto mehr wird ihre Zahl von Gott gemehrt. Ich möchte ferner, o Perennis, dass du dir darüber klar werdest, dass Gott, der über alle herrscht, über Könige, Senatoren und Großmächtige, über reich und arm, frei und unfrei, groß und klein, weise und einfältig, einen Tod gesetzt hat, und nach dem Tode das Gericht über alle Menschen stattfinden soll. Es gibt aber einen Unterschied hinsichtlich des Todes. Darum sterben die Schüler unseres Logos täglich den Lüsten ab, indem sie ihre Gelüste durch Enthaltsamkeit zügeln und nach den göttlichen Vorschriften zu leben sich vornehmen. … Bei solchen Lebensgrundsätzen halten wir, o Statthalter, das Sterben um des wahrhaftigen Gottes willen nicht für ein Unglück; denn was wir sind, das sind wir um Gottes willen; darum ertragen wir auch alles, um nicht unglückselig zu sterben. Denn mögen wir leben oder sterben, wir sind des Herrn.

Quelle: Martyrium des hl. Apollonius, In: Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten, Bibliothek der Kirchenväter, Bd.2, Kempten /München 2013, S. 319 ff

Zitat von Apollonius:

Unser Erlöser Jesus Christus, als Mensch geboren in Judäa, in allem gerecht und erfüllt mit göttlicher Weisheit, lehrte uns menschenfreundlich, wer der Gott des Weltalls und welches der Endzweck der Tugend zu einem heiligen Leben ist, in Anpassung an die Seelen der Menschen. Durch sein Leiden hat er der Herrschaft der Sünden ein Ende gemacht. Er lehrte nämlich, den Zorn zu bändigen, die Begierde zu mäßigen, die Gelüste zu zügeln, die Traurigkeit zu bannen, verträglich zu sein, die Liebe zu mehren, die Eitelkeit abzulegen, sich nicht zur Rache gegen Beleidiger hinreißen zu lassen, den Tod aufgrund eines Richterspruches zu verachten, nicht weil man Unrecht getan hat, sondern indem man es geduldig erträgt, ferner dem von ihm gegebenen Gesetze zu gehorchen, den Kaiser zu ehren, Gott aber, der allein unsterblich ist, anzubeten, an die Unsterblichkeit der Seele und eine Vergeltung nach dem Tode zu glauben, einen Lohn für die Tugendbestrebungen zu erhoffen nach der Auferstehung, die von Gott denen zuteil werden soll, die fromm gelebt haben.

Quelle: Martyrium des hl. Apollonius, In: Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten, Bibliothek der Kirchenväter, Bd.2, Kempten /München 2013, S. 328

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

  Die überarbeiteten Märtyrerakten des Apollonius auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 01.10.2019

Quellen:
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.