Ökumenisches Heiligenlexikon

Eugen I. von Toledo

auch: Eugen von Deuil

1 Gedenktag katholisch: 15. November
Fest im Erzbistum Toledo
Übertragung der Gebeine: 11. Februar
Übertragung des rechten Armes: 21. April
Übertragung der Gebeine nach Brogne: 18. August

Name bedeutet: der edel Geborene (griech.)

erster Erzbischof von Toledo (?), Märtyrer
96 (?) in Toledo in Spanien (?)


Eugen gilt der rein legendären und in sich widersprüchlichen Überlieferung zufolge als Schüler von Dionysios „dem Areopagiten”, war demnach der erste Bischof von Toledo, regierte ab 69 und starb als Märtyrer durch Enthauptung.

Die Verehrung Eugens begann mit der Auffindung von Gebeinen in Deuil - dem heutigen Deuil-la-Barre bei Paris. Diese wurden wegen häufiger Wikingerüberfälle 879 nach St-Denis und Teile davon 919 ins Kloster nach Brogne - dem heutigen Saint-Gérard bei Namur in Belgien - übertragen. Dies waren tatsächlich wohl Reliquien eines - angeblichen - frühchristlichen Märtyrers oder aber die eines von Christen wegen des Einfalls der Mauren aus Toledo nach Deuil verbrachten und später falsch zugeordneten Reliquien des 657 verstorbenen Eugen II. von Toledo; die Legende machte sie dann zu denen des Erzbischofs Eugen I. von Toledo. Erst als Erzbischof Raimund von Toledo 1156 den rechten Arm als Reliquie aus St-Denis in Paris erhielt, begann die Verehrung in der angeblichen Heimatstadt. König Philipp II. von Spanien erwarb 1565 weitere Reliquien aus St-Denis. 1

Als Eugen I. - auch aufgrund des legendären Eugen als Eugen II. bezeichnet - amtierte von 636 bis 646 der erste Erzbischof von Toledo. Er legte demnach den Grundstein der ersten Kathedrale, wurde aber zu keiner Zeit als Heiliger verehrt.

Nach der KalenderreformNach Abschluss und im Auftrag des => 2. Vatikanischen Konzils wurde im Jahr 1969 eine Liturgiereform in der römisch-katholischen Kirche durchgeführt; in diesem Rahmen wurden auch Änderungen im Römischen Generalkalender vorgenommen; der erneuerte wurde mit dem 1. Januar 1970 in Kraft gesetzt. ist Eugen wegen seines rein legendären Charakters nicht mehr im Martyrologium Romanum von 2001/2004 enthalten.

1 Im Mittelalter ging man zunächst davon aus, dass diese Gebeine einem Märtyrer Eugen gehörten, der aber damals nicht als Bischof angesehen und noch im 13. Jahrhundert in den liturgischen Büchern von Paris und in Kalendern anderer Kirchen lediglich als Märtyrer aufgeführt wurde. Wohl aufgrund der Herkunft der im Jahr 1156 nach Spanien überführten Reliquien aus St-Denis kam die Legende auf, es handle sich bei diesem Eugen um einen Schüler des mit Dionysios „dem Areopagiten” identifizierten Dionysius von Paris; demnach wurde Eugen von diesem zum Bischof geweiht und als Glaubensbote in das Gebiet von Toledo entsandt. Nach einigen Jahren sei Eugen - ohne zu wissen, dass Dionysius bereits das Martyrium erlitten hatte - nach Frankreich gegangen, um ihm von seinen Missionserfolgen zu berichten; dort sei er dann selbst ebenfalls verhaftet und am 15. November als Märtyrer enthauptet worden. Sein Leichnam sei dann bei Deuil in den Sumpf von Marchais geworfen worden. Diese Angabe führten dazu, dass die Abtei Saint Denis Eugen als Märtyrer und Bischof von Toledo verehrte. Von dort aus wurde diese Bezeichnung Ende des 12. Jahrhunderts in die liturgischen Bücher von Lüttich / Liège und ins Martyrologium von Echternach übernommen. Mit der Übertragung der Reliquien nach Spanien 1156 begann dann auch dort diese Verehrung.
Unabhängig von der Frage, welchem Eugen nun die Reliquien zuzuordnen sind, stellt sich auch die Frage nach deren Echtheit, weil es mehrmals Übertragungen gab und in Brogne nach wie vor der komplette Körper eines heiligen Eugen verehrt wird, obwohl der rechte Arm doch 1156 und 1565 auch der restliche Körper nach Toledo übertragen worden sei.

Die Kathedrale in Toledo ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr, sonntags nur von 14 Uhr bis 18 Uhr zu besichtigen, der Eintritt beträgt 8 €. (2016)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.09.2023

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• https://de.wikipedia.org/wiki/Konzil_von_Toledo - abgerufen am 20.07.2023
• C. S., E-Mail vom 20. August 2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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