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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gertrud von Altenberg

auch: Gertrude

Gedenktag katholisch: 13. August
gebotener Gedenktag im Prämonstratenserorden
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Limburg

Name bedeutet: die Speerstarke (althochdt.)

Nonne, Mystikerin
* 29. September (?) 1227 auf der Wartburg bei Eisenach in Thüringen
13. August 1297 im Kloster Altenberg, in Oberbiel, Stadtteil von Solms in Hessen


Gertruds Grabmal in der Stiftskirche in Altenberg
Gertruds Grabmal in der Stiftskirche Altenberg

Gertrud war die jüngste Tochter des Landgrafen Ludwig von Thüringen und der Elisabeth von Thüringen, geboren kurz nach dem Tod ihres Vaters. Als sie eineinhalb Jahre alt war, kam sie zur Erziehung ins Kloster Altenberg der Prämonstratenserinnen, wo sie später Nonne wurde. Im Alter von acht Jahren konnte sie 1235 in Marburg die Heiligsprechung ihrer Mutter mitfeiern. 1248 wurde sie zur Oberin des Konvents gewählt, dem sie dann bis zu ihrem Tod vorstand.

Gertrud führte das Stift Altenberg zu seiner höchsten Blüte, insbesondere durch die zahlreichen Reliquien ihrer Mutter Elisabeth, die sie dort versammelte. Altenberg wurde zum Wallfahrtszentrum. Gertrud ließ aus ihrem Erbgut die Stiftskirche und das Konventsgebäude neu bauen und richtete nach dem Vorbild ihrer Mutter ein nach dieser benanntes Armenhospital ein, in dem sie selbst tatkräftig mitarbeitete. In Erinnerung an ihren Vater war sie eine glühende Anhängerin der Kreuzzugsbewegung. Besonderes Anliegen war ihr die Einführung des Fronleichnamfestes, das bereits 1270 in Altenberg gefeiert wurde.

Das Kloster Altenberg kam in der Säkularisation 1802 in den Besitz der Fürsten zu Solms-Braunfels, die das Kloster aufhoben. 1955 siedelten sich die im Krieg vertriebenen Diakonissen der Königsberger Diakonie der Barmherzigkeit in den Gebäuden an; 2018 übernahm eine Geistliche Gemeinschaft von Männern aus der evangelischen Communität Christusbruderschaft Selbitz.

Kanonisation: Papst Benedikt XIII. genehmigte am 8. März 1728 Gertruds Verehrung.

Catholic Encyclopedia

Die Klosterkirche Altenberg in Oberbiel bei Solms ist täglich von 7.45 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. (2021)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.05.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Christian Schuffels: Gertrud, Tochter der heiligen Elisabeth. In: Dieter Blume und Matthias Werner (Hg.): Elisabeth von Thüringen - eine europäische Heilige. Katalog. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2007
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Pater Dr. Gabriel Wolf OPraem, Generalpostulator des Prämonstratenserordens in Rom, E-Mail vom 6. September 2013

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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