Ökumenisches Heiligenlexikon

Hilarius von Arles

Gedenktag katholisch: 5. Mai

Name bedeutet: der Heitere (latein.)

Bischof von Arles
* 401 im Norden von Frankreich
449 in Arles in Frankreich


Hilarius entstammte vornehmem Geschlecht. Sein Verwandter Honoratus von Arles brachte ihn ins Kloster auf der Lérins-Insel St-Honorat. Weil er das Mönchsleben nicht aufgeben wollte, wurde er nur widerstrebend 429/430 Honratus' Nachfolger als Bischof von Arles; ihm hielt er auch die - erhaltene - Totenrede. Hilarius wirkte als caritativ engagierter Bischof, der selbst körperliche Arbeit zugunsten der Armen nicht scheute. Er gründete ein Kloster in Arles, wurde als Prediger bekannt und entfaltete umfangreiche Bautätigkeit. Auf den gallischen SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Riez 439, Orange 441 und Vaison - dem heutigen Vaison-la-Romaine 442 hatte er den Vorsitz. Den Metropoliten Celidonius von Besançon setzte er ab, weil dieser geheiratete hatte; dies gab Papst Leo I. die Gelegenheit, die römischen Rechte in Gallien zu stärken.

Hilarius' Lebensgeschichte wurde aufgezeichnet durch Honoratus von Marseille, oder möglicherweise durch einen gewissen Reverentius/Ravennius.

Worte des Heiligen

Hilarius lässt bei seiner Leichenrede auf Bischof Honoratus, seinen Vorgänger auf dem Bischofsstuhl, diesen nochmals selbst zu Wort kommen, drückt dabei aber selbstverständlich auch seine eigene Überzeugung aus:
Als bei ihm [dem im Sterben liegenden Honoratus] die Beamten, der Präfekt und die Leute des Präfekten zusammenkamen, welch leidenschaftliche Anweisungen gab er da, obwohl ihn schon Kälte des Todes erfasste, dabei begann er von seinem eigenen Ende ausgehend eine zutiefst berührende Mahnrede. Und es war völlig angemessen, dass er, der beständig Beispiel für ein [gelingendes] Leben gegeben hatte, auch nun seinen Tod zum Vorbild machte. Er sagte: Ihr seht, welch zerbrechliche Herberge wir bewohnen. Wohin wir im Leben aufstiegen sind, von dort werden wir im Tode wieder abgezogen werden. Von diesem unvermeidlichen Schicksal erlösen keinen Ehrenämter, keine aufgehäuften Schätze. Dies Schicksal ist Gerechten und Ungerechten, Mächtigen und Niedrigstehenden gemeinsam. Wir schulden Christus großen Dank, der durch seinen eigenen Tod und seine Auferstehung unseren Tod mit der Hoffnung auf Auferstehung Mut gegeben hat, indem er uns ewiges Leben anbot und den Schrecken ewigen Todes beseitigt hat. Führt also so euer Leben, dass ihr nicht das Ende eures Lebens fürchten müsst; und erwartet das, was wir Tod nennen, gleichsam als Übersiedelung. Der Tod ist keine Strafe, wenn er nicht zur Todesstrafe führt. Zwar ist die Trennung von Fleisch und Seele hart; aber viel härter ist, wenn Fleisch und Seele zusammen in den Flammen der Hölle schmachten; es sei denn der Geist erkennt in seinem ganzen Leben seine edle Gesinnung wieder und hat seinem Leib den Krieg und seinen leiblichen Lastern den Kampf angesagt; dann dürfte er bei der glückseligen Trennung vom Unrat des Fleisches beide Wesenheiten [nämlich Leib und Seele] für den ewigen Frieden unbefleckt bewahren, um sie dort auf glückselige Weise zu vereinen, wo die Heiligen in Herrlichkeit jubeln werden und sich in ihren Gemächern freuen werden, d. h. in ihren [verklärten] Leibern wie in ihren [neuen] Heimstätten; dann werden sie das, was ihre Glieder gemeinsam der Gerechtigkeit geweiht haben, als ihre vertrauten Herbergen wiedererkennen. Das sollt ihr also tun! Nun hinterlässt euch euer Bischof Honoratus das Erbe: Mit seinem letzten Atemzug lädt er euch in das Erbe des himmlischen Reiches ein. Keiner soll zu sehr von der Liebe zu dieser Welt festgehalten werden. Am besten ist, dass du freiwillig verschmähst, was du offensichtlich mit Notwendigkeit einmal entbehren musst. Niemand soll aufgrund seiner Schätze in Saus und Braus leben, keiner diene dem Geld, keinen soll der leere Prunk des Reichtums verderben. Es ist ein Frevel, sein Heil für Verderben bringendes Materielles zu verkaufen, und dass jemand von dem gefangengenommen wird, wovon er erlöst werden kann.

Quelle: S. Hilarii sermo de vita S. Honorati, Nr. 32, c. 7. In: Patrologia Latina 50, Sp. 1266f; eigene Übersetzung

Zitat über Hilarius:

Auf einer Marmortafel in der Honoratus-Kirche in Arles ist folgende im Versmaß der Hexameter verfasste Grabinschrift für Hilarius angebracht:
Der Bischof des Herrn, welcher die Liebe zur Armut
dem Golde vorzog, gewann für sich das himmlische Reich.
Hilarius; für ihn bedeutet der Tod den Siegespreis und Christus das Leben.
Den Gebrauch seines irdischen Leibes wegen dessen Hinfälligkeit verachtend,
ließ er die Rüstung des Fleisches hier zurück und stieg auf zu den Sternen.
Die Schätze verachtend sucht er die Schätze [des Himmels], das Sterbliche tauschend,
und kaufte den ewigen Himmel mit irdischen Gaben.
Ein Edelstein unter den Priestern, Lehrer des Volkes und des Erdkreises,
verrichtete für Christus sogar bäuerliche Arbeit
und verschmähte es nicht, Knechtsdienst auf sich zu nehmen.
Hinsichtlich des Dienstes lebte er als Niedrigster, hinsichtlich des Gipfels als Höchster.
So ist es nicht verwunderlich, wenn er deine Wohnung, Christus, verdiente,
wenn er eintrat in die Wohnstätten der Engel und das goldene Reich,
wenn er deinen Reichtum, o Paradies, die wohlriechenden
Gräser und die von göttlichen Blumen duftenden Gärten
und unter sich die Wolken und die Gestirne des Himmels sieht.

Quelle: Epitaphium S. Hilarii. In: Patrologia Latina 50, Sp. 1245f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Hilarius und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.05.2020

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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