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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Nepomuk Neumann

auch: Johann
englisch: John Nepomucene
tschechisch: Jan Nepomucký

Gedenktag katholisch: 5. Januar
gebotener Gedenktag in den USA und im Redemptoristenorden
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Diözesankalender Mainz, Limburg und Passau

Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
N: nach Johannes Nepomuk

Bischof von Philadelphia
* 23. August 1811 in Prachatice bei Budweis in Tschechien
† 5. Januar 1860 in Philadelphia in den USA


Bild in der Wallfahrtskirche Schönenberg in Ellwangen
Bild in der Wallfahrtskirche Schönenberg in Ellwangen

Johannes Nepomuk Neumann absolvierte Schule und das Studium der Theologie in Budweis - dem heutigen České Budějovice - und Sprachstudien in Prag - er sprach acht Sprachen. Ohne Priesterweihe - der Weihetermin seines Studienkurses war wegen eines Überangebotes von Priestern aufgeschoben worden - ging er voller Ungewissheit über seine Zukunft nach Amerika.

1835 kam Neumann in New York an und wurde dort zum Priester geweiht, sein erster Einsatzort war das Gebiet um die Niagarafälle, wo er die deutschen, irischen und französischen Katholiken betreute. Am Rande der Erschöpfung beschloss er 1840, in den Orden der Redemptoristen einzutreten, da er allein auf sich gestellt nur schwer überleben konnte. 1844 wurde er Leiter des Klosters in Pittsburgh in Pennsylvania, 1847 Visitator aller amerikanischen Niederlassungen des Ordens, 1848 Vizeprovinzial. Er gab zwei Katechismen heraus, veröffentliche Artikel und wurde schließlich 1852 zum Bischof von Philadelphia ernannt.

Statue vor der Wallfahrtskirche Schönenberg in Ellwangen
Statue vor der Wallfahrtskirche Schönenberg in Ellwangen

Als Bischof hielt sich Neumann vor allem an die einfachen und armen Leute; ihnen fühlte er sich verwandt, mit ihnen aß er Kartoffelsuppe, spülte selbst in der Küche, brachte in einem Tuch verpackt seinen Ministranten Ostereier. In einer guten Schulausbildung sah er den entscheidenden Schlüssel für eine Verbesserung der sozial schwachen Schichten. Über hundert Schulen richtete er in seinem Bistum ein und legte so den Grundstein für das kirchliche Pfarrschul-System in den heutigen USA. Zur Durchführung des Lehrbetriebs gründete er einen Schwestern-Orden. Mit dem Bau von Kirchen stärkte er die Gemeinden. Gleichzeitig ging es ihm immer um den einzelnen Menschen; kein Priester in seiner Diözese soll mehr Stunden im Beichtstuhl verbracht haben als er. Völlig ausgezehrt brach er nach achtjähriger Amtszeit auf der Straße zusammen und starb.

Kanonisation: Johannes Nepomuk Neumann wurde am 13. Oktober 1963 durch Papst Paul VI. selig- und am 19. Juni 1977 durch denselben Papst heiliggesprochen.

Worte des Heiligen

Neumanns Briefe in seine Heimat sind wertvolle Zeugnisse für das Leben der ersten Generation der deutschen Auswanderer in die Vereinigten Staaten und die damit gegebenen pastoralen Anforderungen an die Priester, die sie betreuen.
Obwohl ich in äußerster Not zu leben habe, so glaube ich doch, dass mein Missionsgebiet noch eine Möglichkeit fände, in derselben Art zwei bis drei Priester erhalten zu können, weil ja gerade nur arme Priester hier unter den Deutschen günstig wirken können und weil man hier nicht an einen Ort festen Aufenthaltes denken kann und der Missionar gezwungen ist, immer unterwegs zu sein. Deshalb lassen sich die guten Priester schwerlich in den Städten nieder, wo sie keine guten Katholiken finden. Diese wählen ja, wenn sie braves Volk sind, vielmehr ein Waldgebiet, hier bauen sie sich mitten drin eine kleine Festung aus Holzstämmen, wozu sie nur zwei bis drei Tage brauchen. Dann beginnen sie sofort mit dem Niederbrennen und Roden der Bäume und mit der Bestellung von Kartoffelfeldern. In sechs bis sieben Jahren sind sie soweit, selbst Haferfelder zu haben. Alle Deutschen halten sich in einer Entfernung von zehn bis zwölf Meilen von der Kirche auf, oft noch zwei bis vier Meilen untereinander getrennt und alle mitten in den Wäldern. Man begreift deshalb, dass bei dieser Lage das Herz des Missionars kein anderes Vergnügen und Interesse haben darf und für das Heil seiner Schäflein schon alles geopfert haben muss.

Der Einsatz von Neumann und seiner Mitbrüder blieb nicht ohne Erfolg: Die 4000 deutschen Katholiken in Baltimore waren so lau in ihrem Glauben geworden, dass an Sonn- und Feiertagen kaum die Hälfte der kleinen Kirche voll war; die meisten hatten das Kirchgehen und den Empfang der hl. Sakrament ganz aufgegeben. Seit den letzten zwei oder drei Jahren hat sich indes alles gebessert. Die Kirche wurde bald zu klein und die an ihre Stelle gebaute schöne St.-Alphonsus-Kirche wird ungeachtet ihrer bedeutenden Größe kaum im Stande sein, die ganze Volksmenge zu fassen. Wöchentlich empfangen 100 bis 200 Personen die hl. Kommunion. Überhaupt ist diese Gemeinde jetzt so einig und fromm, dass der hochwürdigste Herr Erzbischof schon mehrmals äußerte, dass er in keiner Kirche eine solche Andacht und Erbauung finde. Dieselben tröstlichen Fortschritte im Dienste Gottes finden sich auch in den anderen uns anvertrauten Gemeinden. So kostspielig und lebensgefährlich das beständige Herumreisen in Amerika ist, so gewähren diese Missionen auf dem Lande doch oft noch mehr Trost als die in den Städten. Die Mission bei den deutschen Katholiken in Cumberland ist von Gott besonders gesegnet. So oft ein Priester hinaufkommt, empfangen fast alle (150 - 200) die hl. Sakramente. Unter diesen sind viele Familien, die zehn bis 25 Stunden weit zu Fuß kommen, um wieder einen deutschen Priester zu sehen, zu hören, ihre Kinder von ihm taufen und unterrichten zu lassen und selbst auch die hl. Sakramente zu empfangen.

Quelle: Der Heilige aus dem Böhmerwald - Johann Nepomuk Neumann. Bischof in Philadelphia. = Schriftenreihe des Sudetendeutschen Priesterwerks in Königstein, Bd. 23, Königstein 1979, S. 26, 35f

Zitate von Johannes Nepomuk Neumann:

Rede mein Gott, sag mir, was Du von mir forderst. Ich bin bereit! Ich will Dir in allem gehorchen.
Ich will mein Brevier täglich kniend und andächtig beten, … die Vorbereitung zur hl. Messe sowie die Danksagung genau verrichten, nachmittags allzeit das allerheiligste Sakrament besuchen, nie essen als zu Mittag und am Abend, mich besser auf die Predigt vorbereiten, nie ohne Not und ohne fromme Absicht sprechen, nie die Geduld verlieren und über meine Sinne wachen. - O Gott, hilf mir durch die Fürbitte Mariens und aller Heiligen. Amen.
Dass uns Gott in allen Gefahren beschützt und unsere Arbeiten gesegnet hat, haben wir wohl meistens Ihrem Gebete und dem aller Freunde der Mission zu verdanken. Die Welt wird mehr durch das eifrige, anhaltende Gebet bekehrt, als durch alle anderen Mühen.
Ein Christ und noch mehr ein Ordensmann muss immer auf den Tod vorbereitet sein. In diesem Fall hat ein schneller Tod auch seine Vorteile.

Quelle: Der Heilige aus dem Böhmerwald - Johann Nepomuk Neumann. Bischof in Philadelphia. = Schriftenreihe des Sudetendeutschen Priesterwerks in Königstein, Bd. 23, Königstein 1979, S. 65, 31, 42, 54

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.10.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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