Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes der Zwerg

auch: der Kleine / der Kurze
lateinische Beinamen: Parvus, Mutilus, Curtus, Nanus, Exiguus
griechischer Beiname: Kolobos

Gedenktag katholisch: 17. Oktober

Gedenktag orthodox: 9. November

Gedenktag koptisch: 17. Oktober
Übertragung der Reliquien vom Berg Kolzim ins Kloster Abu Makar: 22. August
bedacht in der Basilius-Anaphora

Gedenktag äthiopisch-orthodox: 17. Oktober
Übertragung der Reliquien vom Berg Kolzim ins Kloster Abu Makar: 22. August

Gedenktag syrisch-orthodox: 17. Oktober

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Einsiedler
* um 339 in Basta el-Agrud in Ägypten
um 409 am Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes Zafarana in Ägypten


Johannes lebte in der Sketischen Wüste unweit des Klosters Abu Makar. Überliefert sind nur einige Apophthegma. Demnach wollte sein Lehrer Ammon seine Askese und seinen Gehorsam prüfen: er nahm einen dürren Stab, steckte ihn in die Erde und befahl Johannes, ihn jeden Tag zu gießen, bis er Früchte trage. Johannes musste das Wasser von weit her holen und nach drei Jahren trug der Stab wirklich Früchte. Dieser Baum des Gehorsams soll dann noch viele Jahre gegrünt haben. Johannes ging dann zu == Pimen (Poemen) dem Großen und wurde auch einer der Lehrer von Arsenius „dem Großen”. Einmal sagte Johannes: Wenn ein Feldherr eine feindliche Stadt erobern will, fängt er die Belagerung damit an, dass er ihr Wasser und Lebensmittel abschneidet. Ebenso ist es auch mit den Leidenschaften des Herzens. Wenn der Mensch durch Fasten seinen Körper bezähmt, werden die Feinde seiner Seele geschwächt. Ein anderes Mal sagte er: Ich bin wie ein Mensch, der unter einem großen Baum sitzt und wilde Tiere auf sich zukommen sieht; wenn ich ihnen nicht widerstehen kann, flüchte ich mich auf den Baum, um mich zu retten. So mache ich es auch, wenn ich in meiner Zelle sitze, und böse Gedanken in mir aufsteigen fühle; ich flüchte mich zu Gott im Gebet und werde so vom Feind befreit.

Dereinst wünschte Johannes sich bei einem seiner älteren Mitbrüder: Ich möchte sorgenfrei sein wie die Engel sind, welche nichts arbeiten, sondern ohne Unterlass Gott dienen, warf seinen Mantel weg und ging in die Einsamkeit. Nach einer Woche kehrte er zurück und klopfte an der Tür seines Mitbruders. Der öffnete aber nicht, sondern fragte nur, wer er sei. Johannes antwortete: Ich bin dein Bruder Johannes. Doch der Bruder sagte: Johannes ist ein Engel geworden und lebt nicht mehr unter den Menschen und ließ ihn vor der Tür stehen bis zum nächsten Morgen. Dann öffnete er ihm mit den Worten: Du bist ein Mensch und musst daher arbeiten, um dich zu ernähren, woraufhin Johannes um Verzeihung bat. Lange lebte Johannes dann in einer Höhle, bis um 400 einige Berber einfielen und das Gebiet verwüsteten; er floh deshalb auf die andere Seite des Nils und ließ sich am Berg Kolzim bei Zafarana nieder an der Stelle, an der zuvor Antonius der Große gelebt hatte.

799 - nach anderen 804 - wurden Johannes' Gebeine vom Berg Kolzim bei Zafarana ins Kloster Abu Makar übertragen.

Johannes wird in den Orthodoxen Kirchen verehrt als der fünfte in der Reihe der großen Einsiedler nach Antonius dem Großen, Paulus von Theben, Makarius dem Ägypter und Makarios von Alexandria.

Johannes ist nicht zu verwechseln mit Johannes von Lykopolis oder mit == Johannes Ökonomkos.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.12.2021

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• http://www.katolsk.no/biografier/historisk/jkolobos

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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