Joscius Roseus
von St-Bertin
italienischer Name: Josbert, Jossio, Valbebert
Gedenktag katholisch: 30. November
Name bedeutet: ?
Joscius Roseus war Mönch im damaligen Kloster Saint-Bertin
der Benediktiner in Saint-Omer unter Abt
Leonius. Seinen Beinamen Roseus
, der Rosige
, erhielt
Joscius wegen seiner innigen Verehrung von Maria. Täglich betete er demnach fünf
Psalmen zu ihrer Ehre, deren Anfangsbuchstaben zusammen das Wort Maria
ergeben.
Nachdem Joscius in Ekstase gestorben war wuchsen der Überlieferung zufolge aus seinem Kopf fünf rote Rosen - zwei aus den Augen,
zwei aus den Ohren und eine aus dem Munde, wobei auf letzterer das Wort Maria
geschrieben war. Deshalb blieb sein
Leichnam sieben Tage unbeerdigt, damit das Wunder bestaunt werden konnte. Auch nach der Bestattung ereigneten sich demnach
viele Wunder. Um 1407 ließ Abt Jakob III. ihm ein Grabmal errichten.
Manche Forscher unterscheiden - sicher fälschlich - einen 1163 gestorbenen Joscius von einem 1186 gestorbenen Josbert.
Das Kloster Saint-Bertin in Saint-Omer wurde im 12. Jahrhundert es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.06.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche
Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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