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Ökumenisches Heiligenlexikon

Konrad I. von Salzburg

Gedenktag katholisch: 9. April

Name bedeutet: der tapfere Berater (althochdt.)

Erzbischof von Salzburg
* um 1075 in Abensberg in Bayern
† 9. April 1147 im Lungau in Österreich


Konrad, Bild im Kloster S. Zeno in Bad Reichenhall
Konrad, Bild im Kloster S. Zeno in Bad Reichenhall

Konrad, jüngster Sohn des Grafen Wolfram I. von Abenberg und wohl einer Tochter von Heinrich I., dem Burggrafen in Regensburg, wurde am Hof von König und Kaiser Heinrich IV. erzogen und als Kanoniker Mitglied der Hofkapelle. Konrad wurde dann Domherr in Hildesheim und unterstützte den Sohn des Kaisers beim Sturz des Vaters wegen dessen Auseinandersetzungen mit den Päpsten. Nicht zuletzt deshalb wurde er 1106 vom nun an die Macht gekommenen König Heinrich V. auf dem Reichstag in Mainz zum Erzbischof von Salzburg ernannt. Weil die Salzburger am noch von Heinrich IV. eingesetzten Gegenerzbischof Berthold von Moosburg festhielten, musste Konrad seine Amtsübernahme mit militärischer Unterstützung durch seine älteren Brüder erzwingen. 1106 ernannte Konrad seinen KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. Hiltebold zum Bischof von Gurk, damit ersetzte er den noch von Heinrich IV. eingesetzten, nicht papsttreuen Berthold. 1107 nahm Konrad an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Troyes teil. Im Juli 1110 begleitete er König Heinrich V. nach Rom zur Krönung als Kaiser; dabei kam es zu Streitigkeiten.

Erneute Auseinandersetzungen zwischen Konrad und den Ministerialen von Salzburg und Streitereien mit Heinrich V. führten dazu, dass Konrad zeitweilig inhaftiert wurde und 1112 ins Exil gehen musste, zuerst zu Mathilde von Tuszien in der Toskana, dann nach Admont in der Steiermark, schließlich zu Erzbischof Adalgott von Magdeburg.

Nach der Rückkehr nach Salzburg 1121 kümmerte sich Konrad mit Unterstützung bedeutender Mitarbeiter wie Hartmann von Brixen und Gerhoh von Reichersberg intensiv um die Reform des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.. Er gründete oder reformierte 17 Stifte mit der Regel der Augustiner-Chorherren, so das Domstift in Salzburg, das Stift St. Zeno in Reichenhall, die Stifte Gurk, Reichersberg, Berchtesgaden, Baumburg, Gars am Inn und Au am Inn, Ranshofen, Höglwörth, Herrenchiemsee, Seckau in der Steiermark und Suben bei Schärding. Außerdem unternahm er eine große Zahl von Visitationsreisen und hielt drei ProvinzialsynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ab, förderte Kunst und Wissenschaft und errichtete den 1127 abgebrannten Domes neu; mit alledem erwarb er sich Titel 2. Gründer der Salzburger Kirche.

Das hohe Ansehen von Konrad im Reich wurde bei den Königswahlen deutlich: Er setzte sich 1125 für die Wahl von Lothar III. zum König ein, unterstützte ihn bei der Bekämpfung der Erhebung der Staufer und erreichte zusammen mit Bernhard von Clairvaux, dass Lothar nach dem Schisma von 1130, als auch Anaklet II. gewählt wurde, Innozenz II. als Papst anerkannte. In den Auseiandersetzungen um die Rechtmäßigkeit der Wahl des Staufers Konrad III. zum König 1138 stellte Konrad sich nach einigem Zögern an dessen Seite und sorgte so dafür, dass Konrad sich als König gegen Heinrich den Stolzen durchsetzen konnte. Auch mit seinem politischen Einfluss zählt Konrad zu den imposantesten Kirchenfürsten Deutschlands im Hochmittelalter.

Die 1077 errichteten Festen Hohensalzburg in Salzburg, Werfen und Friesach wurden unter Konrads Leitung erweitert und befestigt, die Kirchengüter in der Steiermark durch starke Burgen gesichert, Heerwesen und Verwaltung reformiert. Das Stadtbild von Salzburg wurde durch die Erweiterung des Domes, den Bau des Domstifts und der erzbischöflichen Residenz sowie die Ausstattung des Petersklosters für Jahrhunderte geprägt. Wichtige Impulse setzte Konrad im Zehntwesen, in der Armenfürsorge und bei der Förderung von Handel und Verkehr.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992